Halsschmerzen oder Halsentzündung: wo liegt der Unterschied?

Scheinbar kommt es aus dem Nichts. Plötzlich haben Sie Schluckbeschwerden oder der Hals schmerzt sogar beim Sprechen. Aber was verursacht dieses Kratzen im Hals? Ist es einfach eine Reizung, die schnell vorüber geht oder werden die Beschwerden von einer Infektion verursacht? Einige Menschen sind sich nicht sicher, wie ernst sie Ihre Halsschmerzen nehmen sollten und haben Angst, es könnte sich um etwas Schlimmeres handeln.

Es ist hilfreich, die Symptome zu kennen und richtig zu deuten. Das erleichtert auch die Entscheidung, ob Sie sich in medizinische Behandlung begeben sollten oder ob Sie einfach einige Hausmittel zur Linderung anwenden können. Im Folgenden finden Sie 12 Symptome, die Ihnen helfen, zu erkennen, ob Ihr Hals einfach nur wund ist oder ob es sich um eine gefürchtete Streptokokken-Infektion handelt.

1. Was ist eine Streptokokken-Infektion?

Bevor wir beginnen, die Symptome einer „normalen“ Halsentzündung mit einer Streptokokken-Infektion zu vergleichen, klären wir zunächst erst einmal, was Streptokokken eigentlich sind. Bei Medizinern als Streptokokken der Gruppe A bekannt, handelt es sich um eine bakterielle Infektion, welche zu einer Rachenentzündung führt. Diese Erkrankung betrifft Menschen jeder Altersstufe, tritt jedoch bei bei Kindern im Alter von (the age is missing in the original text) auf. Streptokokken sind für ca. 15 bis 30 Prozent der Halsschmerzen von Kindern verantwortlich, so das Magazin Healthline.

Die Infektion durch Streptokokken ist hoch ansteckend. Sie kann durch Husten und Niesen oder das Trinken aus dem selben Glas leicht übertragen werden. Wenn Sie es tatsächlich mit einer Streptokokken-Infektion zu tun haben haben, werden Sie wahrscheinlich stärkere Symptome haben, als nur Schluckbeschwerden beim Essen und Trinken.

2. Streptokokken werden normalerweise von Fieber begleitet

Ein Kratzen im Hals kann beim Ausatmen ein Gefühl von Hitze verursachen, egal um welchen Auslöser es sich handelt. Auch ein leichtes Kribbeln oder Brennen im Hals ist spürbar, welches beim Schlucken noch deutlicher spürbar wird.

Sind Streptokokken der Auslöser, werden sie zumeist auch von erhöhter Temperatur begleitet. Cedars Sinai erklärt, dass eine Streptokokken-Infektion häufig von einem Fieber von 38,3 Grad oder höher begleitet wird. Es kann länger als zwei Tage anhalten. Laut Cedars Sinai sollten Sie einen Arzt rufen, wenn das Fieber bei Ihrem Kind über 38,3 Grad steigt, es aber keine anderen Erkältungssymptome aufweist.

3. Streptokokken können zu Mandelentzündungen führen

Auch eine Infektion der Mandeln (ovale Polster im hinteren Rachenraum, die rot und geschwollen sind und teils weiße und gelbe Flecken haben) könnte eine Ursache für Halsschmerzen sein, erklärt die Mayo Clinic. Diese Mandelentzündung wird durch ein Bakterium verursacht. Häufig sind Kinder im Alter von von 5 bis 15 Jahren betroffen. Eine durch ein Virus ausgelöste Mandelentzündung stellt man häufiger bei jüngeren Kindern fest, berichtet MedlinePlus.

Geschwollene Mandeln können mit Atembeschwerden einhergehen. Ist eine Streptokokken-Infektion der Auslöser, kann es zu rheumatischem Fieber und anderen Erkrankungen kommen, falls die Infektion nicht richtig behandelt wird. Es ist möglich, dass die Mandeln operativ entfernt werden müssen, wenn andere Behandlungen nicht anschlagen, so die Klinik.

4. Halsschmerzen sind bei Erkältungen und Grippe normal

Haben Sie lediglich Halsschmerzen und Fieber, jedoch keinen Husten, könnte dies ein Indiz für Streptokokken sein. Halsschmerzen können aber auch schlicht der Begleiter eines Grippevirus oder einer Erkältung. Viren sind laut WebMD die häufigste Ursache für einen rauen, schmerzenden Rachen.

Sind die Halsschmerzen Folge einer Erkältung oder Grippe, dann werden sie meist von weiteren Symptomen wie Husten, Schnupfen, Niesen und tränenden Augen begleitet, fügt WebMD hinzu. Meist sind Halsschmerzen das erste Anzeichen dafür, dass eine Erkältung im Anmarsch ist. Häufig verschwinden sie nach ein paar Tagen.

5. Geschwollene Lymphknoten sind häufig ein Anzeichen von Streptokokken

Befühlen Sie einmal Ihren Hals einschließlich der Basis unterm Kinn, wenn Sie an Halsschmerzen leiden. Fühlen Sie dort einen dicken Klumpen, könnte das auf geschwollene Lymphknoten hinweisen. Diese treten eher bei Streptokokken auf, als bei einer Erkältung oder ähnlichen Ursachen.

Wenn Ihr Körper gegen eine Infektion kämpft, ist es normal, dass sich Lymphknoten vergrößern. Es kommt zur vermehrten Produktion von roten Blutkörperchen. Streptokokken sind einer der Auslöser dafür, sagt die Cleveland Clinic. Trotzdem ist es eher wahrscheinlich, dass Ihre geschwollenen Halsdrüsen die Folge einer Grippe, Erkältung, Nebenhöhlenentzündung oder sogar Mononukleose sind, so die Klinik.

6. Viren können Streptokokken nachahmen

HealthyChildren.org sagt, dass es einen bestimmten Virusstamm gibt, der ein mäßiges Fieber und sogar Schluckbeschwerden verursachen kann. Er ist in der Medizin als Coxsackie-Virus bekannt. Dieses Virus ist während der Sommer- und Herbstmonate am aktivsten. HealthyChildren.org stellt fest, dass es auch mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit in Verbindung gebracht wird, die durch Blasen an Händen und Füßen, am Mund oder im Rachen gekennzeichnet ist.

Während Streptokokken unabhängig von den Jahreszeiten auftreten, tritt Coxsackie meist im Winter und im zeitigen Frühjahr auf. Blasenbildung ist eines der Anzeichen. Suchen Sie Ihren Arzt auf, um diese eindeutig abzuklären.

7. Ein Arzt kann den Unterschied feststellen

Sie sind sich nicht hundertprozentig sicher, womit Sie es zu tun haben? Handelt es sich nun nur um Halsschmerzen als Symptom einer Erkältung, sind es Streptokokken oder gar etwas anderes? Ihr Arzt kann die Ursache der Halsschmerzen genau feststellen.

Ärzte verwenden einen sogenannten Streptokokken-Schnelltest. Man entnimmt einen Abstrich aus Ihrem Rachen und untersucht diesen auf Streptokokken, so das Center for Disease Control and Prevention (CDC). Falls dieser Test ergebnislos bleibt, kann auch eine  Rachenkultur entnommen werden, die das Wachstum von Streptokokken nachweist, die der Schnelltest gegebenenfalls übersehen hat.

8. Streptokokken mit Antibiotika behandeln

Stellt Ihr Arzt tatsächlich eine Streptokokken-Infektion fest, wird er in den meisten Fällen Antibiotika verschreiben, gemäß des CDC häufig Amoxicillin. Informieren Sie Ihren Arzt über eventuelle Allergien gegenüber bestimmten Antibiotika. Wenn Sie keine Allergien aufweisen, werden Ihnen die Medikamente schnell Linderung verschaffen.

Antibiotika helfen jedoch wenig bis gar nichts, wenn Bakterien nicht die Ursache sind. Gemäß CDC fallen Schnelltests auf Streptokokken manchmal positiv aus, selbst wenn sie nicht der Grund für Ihre Beschwerden sind. Es könnte sein, dass Sie in diesem Fall lediglich  Träger von Streptokokken sind und keines der typischen Symptome verspüren, da Sie an einem anderen Virus leiden, welches nicht auf Antibiotika anspricht.

9. Hausmittel sind kein Heilmittel bei Streptokokken

Zum Lindern von Halsschmerzen gibt es viele natürliche Heilmittel. Darunter finden sich Tee (Kamille ist eine gute Wahl), Honig, Gurgeln mit Salzwasser und das Trinken von heißem Wasser mit einem Schuss Apfelessig. Sind jedoch Streptokokken die Ursache für Ihr Halskratzen, sollten Sie Ihre Behandlung vielleicht noch einmal hinterfragen.

Das bedeutet nicht, dass diese Hausmittel Ihre Beschwerden nicht lindern könnten, Antibiotika versprechen jedoch schnellere Heilung. Die Mayo Clinic sagt, dass Sie bei einer Streptokokken-Infektion viel ausruhen, viel Wasser trinken und leicht zu schluckende Lebensmittel wie Suppen zu sich nehmen sollten. Auch Schmerzmittel aus der Apotheke können vorübergehende Linderung verschaffen. Sollte es zu Fieber kommen und die Symptome über mehrere Tage anhalten, ist ein Besuch beim Arzt jedoch zu empfehlen.

10. Streptokokken können bestimmte Komplikationen mit sich bringen

Halsschmerzen infolge einer Erkältung oder Grippe klingen oft innerhalb einer Woche von selbst ab. Eine unbehandelte Streptokokken-Infektion kann laut MedicineNet.com jedoch Schlimmeres nach sich ziehen. Zu diesen Komplikationen gehören neben dem oben genannten rheumatischem Fieber auch Meningitis, Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen oder das toxische Schocksyndrom. Dies ist zwar selten, kann aber zu schwerwiegenden Folgen, bis hin zu Organversagen, führen.

Daneben gibt es auch eine sogenannte Poststreptokokken-Glomerulonephritis (kurz PSGN), welche die Nieren beeinträchtigen kann. Kinder unter sieben Jahren sind hiervon am häufigsten betroffen. Die PSGN kann durch die Behandlung der Streptokokken nicht verhindert werden, die verschwindet aber nach einigen Wochen ohne bleibende Schäden zu hinterlassen, so MedicineNet.com.

11. Andere mögliche Ursachen für Halsschmerzen

Während es sehr wohl schlimme Fälle von Streptokokken- oder Virusinfektionen gibt, können Halsbeschwerden laut Healthline auch andere Gründe haben.

Pollen- oder Haustierallergien können die Augen und den Rachen reizen. Auch zu trockene Luft kann Halsschmerzen verursachen (versuchen Sie es deshalb mit einem Luftbefeuchter), ebenso wie Reize durch Zigarettenrauch, Reinigungsmittel oder Umweltverschmutzung. Ihr Arzt kann Sie auf eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) oder in selteneren Fällen auf einen Halstumor untersuchen.

12. Hygienemaßnahmen können Halsschmerzen verhindern

Durch das Befolgen von Hygieneregeln können Sie Andere vor Halsschmerzen schützen, egal ob es sich um Streptokokken oder die Grippe handelt.

Bedecken Sie beim Husten oder Niesen Ihren Mund, waschen Sie sich häufig die Hände und trinken sie nicht mit anderen Personen aus dem gleichen Glas oder der gleichen Tasse.

Das CDC empfiehlt, bei einer Atemwegsinfektion zu Hause zu bleiben, wenn Sie häufig husten oder niesen, sich übergeben müssen oder Durchfall haben. Bei Streptokokken sollten Sie ebenfalls zu Hause bleiben, bis das Fieber sinkt. Sie sollten mindestens 24 Stunden lang Antibiotika einnehmen, heißt es außerdem. Während alljährlich saisonal gegen Grippe geimpft wird, gibt es gegen Streptokokken (noch) keinen Impfstoff.

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