Die am meisten entzündungsfördernden Nahrungsmittel

Entzündungen sind die natürliche Reaktion des Körpers zum Schutz vor Bakterien, Viren und Infektionen. Wenn er eine Gefahr wahrnimmt, veranlasst der Körper die Freigabe von Chemikalien und weißen Blutkörperchen (die Keimbekämpfer unseres Körpers).

Bei bestimmten entzündlichen oder Autoimmunerkrankungen, wie zum Beispiel Rheuma oder Osteoarthritis, Fibromyalgie, Zöliakie, Morbus Crohn und Multipler Sklerose – reagiert das Immunsystem mit Entzündungen, obwohl keine Bedrohung vorliegt.

Das Vermeiden dieser 15 Nahrungsmittel könnte jedoch die Entzündungsreaktion stark reduzieren und lindern…

Milchprodukte

Es ist nicht verwunderlich, dass die Hälfte der Weltbevölkerung an einer Kuhmilch-Unverträglichkeit oder einer Milchallergie leidet, welche im Grunde eine Allergie auf Casein (oder Milchprotein) ist. Kuhmilch und Frischkäse werden als höchst entzündliches Lebensmittel eingestuft, da sie bei sehr vielen Menschen Magenverstimmungen, Verstopfung und Durchfall, Nesselsucht und Atemprobleme verursachen.

Wenn Sie an einer Milchintoleranz oder –Allergie leiden, gibt es zum Glück zahlreiche Alternativen. Sie können tierische Milch zum Beispiel durch Mandelmilch, Hanfmilch, Reismilch oder Sojamilch ersetzen. Alle diese Alternativen sind gut für den Kaffee, zum Backen, für Soßen, Smoothies und Müslis geeignet. Viele von ihnen enthalten außerdem eine ähnliche Menge an Protein pro Portion wie Kuhmilch.

Fettiges rotes Fleisch

Fettiges rotes Fleisch – wie etwa Rinderrippen, Burger, Rinderhackfleisch oder andere fettige Rindfleischstücke – wird als entzündungsfördernd betrachtet, da es reich an tierischen Fetten ist, welche in mehreren medizinischen Studien mit verschiedenen Erkrankungen wie etwa Diabetes, Herzkrankheiten und Krebs in Verbindung gebracht wurden. Auch die neuste Studie von der University of California in San Francisco bestätigt dies.

Die Forscher dieser Universität behaupten, dass “[der Konsum von] zu viel Fett jeglicher Herkunft ungesund ist, [jedoch] was die kardiovaskuläre Gesundheit betrifft, manche Arten von Fetten gesünder für das Herz sind als andere. Zu schlechten Fetten (wir werden in diesem Artikel später mehr darüber sprechen) zählen unter anderem trans-, gesättigte und gehärtete Fette und Öle, fettes Fleisch, Sahne, Käse und Butter, Margarine oder Backfett. Zu guten Fetten gehören mehrfach und einfach ungesättigte Fette (z. B. Sonnenblumen- und Olivenöl), Nüsse, Avocados und fettiger Fisch (z. B. Lachs).

Käse

Wir haben bereits Frischkäse als mögliche Quelle schlechten Fettes hervorgehoben. Eine Studie des University College London bestätigt jedoch, dass 60 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung Kuhmilch (oder genauer gesagt Laktose, den hauptsächlich vorkommenden Zucker in Milch) nicht verdauen kann. Dies erklärt, warum Käse, besonders die natriumreichen, industriell verarbeiteten Varianten, Entzündungen verursacht. Natürlicher Hartkäse ruft aufgrund des niedrigeren Natriumgehalts weniger Probleme hervor.

Eine Harvard-Studie aus dem Jahre 2013 bestätigt diese Behauptung und hat festgestellt, dass Milchprodukte die Mikroorganismen im Darm und deren Kapazität für schwere Entzündungen im Verdauungstrakt rasch verändern. Genauer gesagt kamen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass zwei Tage nach dem Verzehr einer tierischen Ernährung die Bakteroides-, Alistipes-, Bilophila- und Bakteroides-Mikrobenkonzentrationen (sowie die Pilz-, Bakterien- und Viruskonzentrationen) anstiegen und schnell den Darm besiedelten.

Margarine

Margarine und andere Brotaufstriche, die reich an Transfetten oder teilweise gehärteten Ölen sind, werden am besten gänzlich vermieden, da sie die Entzündungsreaktion verstärken. Daphne Miller, praktizierende Ärztin, Autorin und Professorin für Familienmedizin an der Universität von Kalifornien, empfiehlt stattdessen Olivenöl oder geklärte Butter wie Ghee zu verwenden, das reich an Omega-6 Fettsäuren ist, aber den Geschmack in kleineren Mengen als gewöhnliche Butter konzentriert.

Anstatt Stangenmargarine, die einen hohen Anteil an gesättigten und Transfettsäuren aufweist, greifen Sie zu Oliven- oder Rapsöl, einer fettreduzierten Margarinensorte oder Margarine-Pflanzensterole oder –stanole aus Sojabohnen- und Kiefernöl (nicht geeignet für schwangere Frauen, Kinder oder jenen, die keinen erhöhten Cholesterinspiegel haben), welche das LDL (schlechte) Cholesterin senken.

Verarbeitetes, gepökeltes Fleisch

Genauso wie fettiges rotes Fleisch sind auch gepökelte Fleischsorten bekannte Übeltäter, die mit Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht wurden. Dazu zählen jene Sorten, die durch eine Kombination von Salz, Nitraten, Nitriten oder Zucker behandelt und konserviert werden, um schmackhafter und länger haltbar zu werden (z. B. Hotdogs, Würstchen, Burger und ähnliche).

Tauschen Sie verarbeitetes Fleisch gegen frischen oder gefrorenen Thunfisch, Sardinen oder Lachs und gegen Nüsse und Bohnen aus, um einen Omega-3-Schuss zu erhalten. Ich kaufe und grille zu Beginn jeder Woche eine Menge Hähnchenbrust. So habe ich die ganze Woche hindurch bei Bedarf immer gesundes Protein für Pastasoßen, Sandwiches, Pfannengerichte usw. zur Hand.

Alkohol

Wenn Sie das nächste Mal ein Glas alkoholisches Bier, Apfelwein, Wein oder Spirituosen heben, denken Sie daran, dass die Harvard Medical School schon seit langem exzessiven Alkoholkonsum mit chronischer Entzündung, besonders der Leber, in Verbindung bringt, welche in Laufe der Zeit Herzinfarkte, Schlaganfälle, periphere arterielle Verschlusskrankheit, vaskuläre Demenz und Krebstumorwachstum verursachen kann.

Andererseits kann einer Havard Studie zufolge mäßiger Alkoholgenuss das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, Herzinfarkten und Schlaganfall für jene, die davon stärker gefährdet sind (einschließlich Menschen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes Typ 2) senken, indem er das HDL (gute) Cholesterin erhöht. HDL Cholesterin wird mit besserer Herzgesundheit und einem niedrigeren Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen in Verbindung gebracht.

Pflanzenöle

Laut vieler renommierter Ernährungsorganisationen, einschließlich dem Beller Nutritional Institute in Kalifornien, kann ein Übermaß an Omega-6 Fettsäuren Entzündungen hervorrufen. Man kann die Entzündung jedoch reduzieren, indem man Omega-6 Öle (z. B. Soja, Sonnenblumen und Distel) durch ein Öl, das reich an Omega-3 ist, ersetzt.

Häufig verwendete Pflanzenöle, die reich an herzgesunden Omega-3-Fettsäuren sind, sind natives Olivenöl extra, kaltgepresstes Rapsöl, Leinsamenöl, Hanföl, Walnüsse, Sojabohnen und Tofu, die in die meisten Kochrezepten leicht integriert werden können.

Lebensmittelzusätze

Wir kennen schon seit Langem die Warnungen über eine Ernährungsweise, die reich an industriell verarbeiteten Lebensmitteln ist. Zum einem deshalb, da sie beliebte Zusatzstoffe wie z. B. Mononatriumglutamat (oder MNG) und Aspartam enthalten. Diese wurden laut Studien des Zentrums für Asthma und Atemwegserkrankungen an der University of Newcastle in Australien mit einer Verschlimmerung von Entzündungssymptomen in Patienten mit bereits bestehenden  Erkrankungen (z. B. chronisches Asthma) in Verbindung gebracht.

Ernährungsbiochemiker an der University of Newcastle haben die Ernährung von 99 Patienten mit Asthma mit der von 61 gesunden Menschen (ohne Atemwegsprobleme) verglichen. Die Studie hat ergeben, dass entzündungsfördernde Nahrungsmittel (jene, die reich an raffiniertem Zucker und gesättigten Fetten sind) zu Entzündungen und einem überaktiven Immunsystem führten, während entzündungshemmende Lebensmittel (z. B. frisches Obst und Gemüse, Nahrungsmittel, die reich an löslichen Ballaststoffen sind) den Darm vor Entzündungen schützten.

Zucker

Das American Journal of Clinical Nutrition berichtete, dass Zucker eines jener Lebensmittel ist, die unserem Körper Schmerzen bereitet, indem er Entzündungen, Überhitzung, Rötungen und Schwellungen vermehrt. CNN schrieb über dieses Thema und sagte, dass unser Immunsystem angeregt wird und Entzündungen verursacht, wenn unserem Körper Bakterien zugeführt werden, wir eine Lebensmittelallergie haben oder ein Ungleichgewicht, etwa bezüglich unseres Blutzuckerspiegels, erfahren.

Raffinierte Kohlenhydrate

Uns wurde beigebracht, uns vor Kohlenhydraten zu hüten, aber in Wirklichkeit sind nicht ALLE schlecht. Menschen essen seit Millionen von Jahren unverarbeitete Kohlenhydrate wie z. B. Grase, Wurzeln und Früchte. Es stimmt jedoch, dass raffinierte Kohlenhydrate einen höheren glykämischen Index haben als Unverarbeitete, was zu Entzündungen im Körper führen kann.

Was sind also raffinierte Kohlenhydrate? Healthline zufolge wurden ihnen „der Großteil ihrer Ballaststoffe entfernt. Ballaststoffe fördern das Sättigungsgefühl, verbessern die Kontrolle des Blutzuckers und nähren die nützlichen Bakterien im Darm.“ Raffinierten Kohlenhydraten wurde also mit einem Wort alles Gute entzogen. WebMD zählt auf, welche Kohlenhydrate gut und welche schlecht sind. Gute sind in pflanzlichen Lebensmitteln, Vollkornprodukten, Bohnen, Gemüse und Obst enthalten. Schlechte Kohlenhydrate sind hingegen Zucker, „zugesetzter“ Zucker und raffiniertes „weißes“ Getreide in weißem Brot und Reis.

Tropische Früchte

Dies kann verwirrend sein, da wir gelernt haben, dass Früchte gut für uns sind, was sie auch bestimmt sind, aber manche Früchte enthalten mehr Fruktose als andere und sollten daher wie viele andere Lebensmittel in Maßen genossen werden. Women’s Health zählt Bananen, Orangen, Mangos, Papayas und Ananas zu jenen Früchten, die von Diabetikern nur einmal pro Woche gegessen werden sollten.

Die gleiche Quelle warnt auch: „Wenn Ihre Vorfahren nicht aus heißen Klimazonen stammen, könnten tropische Früchte für Sie schwer verdaulich sein. Viele Menschen essen Bananen, weil ihr Arzt ihnen gesagt hat, dass sie eine gute Kaliumquelle sind. Das sind sie auch, aber dasselbe gilt für viele andere Obst- und Gemüsesorten.

Trans-Fette

Uns ist inzwischen allen bewusst, dass Trans-Fette schlecht für uns sind, da sie ständig mit dem Risiko von koronaren Arterienkrankheiten in Verbindung gebracht werden. Was aber weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass Trans-Fette auch für Entzündungen verantwortlich sind. Einer Studie zufolge, die in der U.S. National Library of Medicine der National Institutes of Health veröffentlicht wurde, verursachen Trans-Fette Entzündungen, da sie die Zellen der Blutgefäßwände schädigen.

Während einige Trans-Fette unvermeidbar sind, da sie in manchen Lebensmitteln natürlich vorkommen, ist der Großteil vom Menschen produziert, weshalb sie vom Körper schwer verarbeitet werden und Entzündungen hervorrufen. Konsumenten wird nahegelegt, die Etiketten auf verpackten Lebensmitteln vor dem Kauf zu lesen und besonders auf Produkte mit gehärteten oder teilweise gehärteten Ölen zu achten und diese zu vermeiden.

Raffiniertes Getreide

Das versteht sich wohl von selbst. Gerichte wie Pasta, Pizza, Frühstückscerealien und Weißbrot sollten nicht nur in Maßen gegessen, sondern so weit wie möglich vermieden werden. Der Grund dafür ist, dass raffiniertes Getreide im Körper rasch in Zucker umgewandelt wird, was zu Entzündungen führt.

Huffington Post bezieht sich auf eine Studie aus dem Jahre 2010, welche ergab „dass eine an raffiniertem Getreide reiche Ernährung zu einer höheren Konzentration bestimmter Entzündungswerte im Blut führt, während eine Ernährung mit reichlich Vollkornprodukten die Konzentration zwei verschiedener Entzündungsmarker senkte.“ Natürlich ist wie bereits erwähnt Weißbrot eines der am schlimmsten Lebensmittel bei Entzündungen, da es völlig unnatürlich ist. Ihm wurden alle Nährstoffe entzogen, sodass nur mehr schnell verdauliche Kohlenhydrate übrig bleiben. Das ist genau das Gegenteil von dem, was unser Körper braucht.

Gesättigte Fette

Es stellt sich heraus, dass so wie Trans-Fette auch gesättigte Fette in tierischen Fetten Entzündungen im Körper verursachen können. Eine Studie im Scientific American hat beobachtet, wie sich die gesunden Bakterien in unserem Darm nach dem Konsum von gesättigtem Fett verändern. Diese bestimmte Studie hat ergeben, dass „gesättigte Fette, besonders jene in Milchprodukten, welche auch in vielen gebackenen und industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln zu finden sind, die Zusammensetzung der an sich harmlosen Bakterien im Darm verändern kann.“ Die Studie zeigte außerdem, dass dieses Ungleichgewicht eine Reaktion des Immunsystems hervorrufen kann, welche in Entzündungen und Gewebeschäden resultiert.

Darüber hinaus berichtet U.S. News, dass tierische Fette, oder jegliche Nahrung, die viel davon enthält (z. B. Eigelb, Geflügelhaut, rotes Fleisch, Vollmilchprodukte), aus Mokekülen namens Arachidonsäure bestehen, die der Körper bei Entzündungen benötigt.

Agave

Obwohl Agave als gesündere Alternative beworben wird, sagt Well and Good, dass sie dennoch mit Zucker beladen ist. „Zucker unterdrückt die Aktivität unserer weißen Blutkörperchen, was uns anfälliger für Infektionskrankheiten (Erkältungen, Grippe usw.) sowie Krebs macht“, sagt Nicholas Perricone, MD, auf der gesundheitsbewussten Website. Prevention stellt fest, dass es sich bei Agaven um 85 Prozent Fruktose handelt, eine Zuckerart, die nur von Leberzellen abgebaut werden kann, im Gegensatz zu Glukose, die von jeder Zelle im Körper verstoffwechselt werden kann.

Es ist nie gut, viel Zucker zu essen, aber wenn es um Fruktose geht, ist es noch wichtiger, sich dabei einzuschränken. „Fruktose belastet vor allem die Leber und führt zur Ansammlung winziger Fetttröpfchen in den Leberzellen. Diese Ansammlung, die als nichtalkoholische Fettlebererkrankung bezeichnet wird, kann schließlich zu einer Entzündung führen, die die Leberfunktion beeinträchtigt“, sagt Prevention.

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