Behandlung & Prävention

10 Gründe für Gelbsucht bei Erwachsenen

Gelbsucht ist eine gelbliche Verfärbung der Haut, Sklera (das Weiß in den Augen), und der schleimigen Membranen aufgrund von Bilirubin. Das Wort „Ikterus“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Gelbsucht“. Bilirubin ist ein gelb-oranges Pigment, welches in der Galle gefunden wird, einer Flüssigkeit die von der Leber produziert wird. Bilirubin wird produziert, wenn die Leber alte rote Blutkörperchen abbaut. Bilirubin zirkuliert in zwei Formen im Blutkreislauf — indirekt (oder unkonjugiert) oder direkt (konjugiert). Gelbsucht tritt normalerweise auf, wenn der Bilirubinwert im Blut mehr als 2,5-3 mg/dL erreicht. Gelbsucht wird bei Erwachsenen durch eine Vielzahl von harmlosen oder lebensbedrohlichen Störungen ausgelöst.

10 Gründe für Gelbsucht bei Erwachsenen sind …

1. Hämolytische Anämie

Hämolytische Anämie ist ein Zustand, bei dem rote Blutkörperchen zerstört und aus dem Blutkreislauf entfernt werden, bevor ihr normaler Lebenszyklus abgeschlossen ist. Der Lebenszyklus von roten Blutkörperchen ist ungefähr 120 Tage. Der Begriff „Anämie“ bezieht sich normalerweise auf eine reduzierte Anzahl roter Blutkörperchen. Manchmal bezieht es sich auch auf einen niedrigen Hämoglobinwert, einem Protein, das es roten Blutkörperchen erlaubt, Sauerstoff zu transportieren. Hämolytische Anämie ist durch einen erhöhten Level an indirektem Bilirubin im Blutkreislauf charakterisiert.

Die Auslöser von Hämolytischer Anämie sind unterschiedlich und vielleicht vererbt oder selbst erworben. Vererbte Gründe für Hämolytische Anämie beinhalten erbliche Störungen wie Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase (G6PD) Mangel (der üblichste Enzymmangel bei Menschen), erbliche Kugelzellenanämie (ein Defekt in den Proteinen der Zellwände roter Blutkörperchen), und Sichelzellenanämie (unnormales Hämoglobin in roten Blutkörperchen). Erworbene Hämolytische Anämie kann durch Drogen, wie Paracetamol, Penicillin, und orale Verhütungsmittel; Infektionen wie Malaria, und Autoimmunerkrankungen wie Lupus verursacht werden.

Red Blood Cells

2. Hepatitis

Hepatitis bezeichnet eine Infektion der Leber. Übliche Gründe für Hepatitis sind Virusinfektionen (Hepatitis A, B, C, D und E), chronischer Alkoholmissbrauch und Autoimmunerkrankungen. Hepatitis kann Erhöhungen von einer oder beiden Formen von Bilirubin nach sich ziehen. Hepatitis A und E wird typischerweise von verunreinigtem Wasser verursacht. Hepatitis B, C und D resultieren normalerweise aus dem Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten.

Chronischer Alkoholmissbrauch kann zu alkoholischer Hepatitis führen. Die Verbindung zwischen Alkohol und Hepatitis ist komplex. Nicht alle schweren Trinker entwickeln alkoholische Hepatitis, und die Krankheit kann auch in Individuen gefunden werden, die nur moderat trinken. Autoimmune Hepatitis (AIH) tritt auf, wenn der Körper die Leber als fremd interpretiert und Antikörper produziert, um die Leber anzugreifen. Es gibt zwei Arten von AIH, Typ 1 und Typ 2. Autoimmune Hepatitis teilt sich Eigenschaften mit andern Autoimmunerkrankungen wie Schilddrüsenentzündung, Lupus, rheumatischer Arthritis und Typ 1 Diabetes.

Hepatitis C

3. Morbus Meulengracht

Morbus Meulengracht ist ein üblicher, harmloser Leberzustand. Es ist eine erblich bedingte Krankheit, die ungefähr 8 Prozent der deutschen Bevölkerung betrifft. Menschen mit dieser Krankheit erben ein abnormales Gen, welches für das Enzym der Glucuronosyltransferase verantwortlich ist, und dabei hilft, Bilirubin in der Leber abzubauen. Das Syndrom charakterisiert sich durch unterbrochene Schübe erhöhten indirekten Bilirubins im Blutkreislauf, einen Zustand der unterbrochenen Glucuronosyltransferase. Die Phasen von Glucuronosyltransferase sind meistens mild und treten mit Stressfaktoren wie Dehydrierung, langen Fastenzeiten, Krankheit, Anstrengungen, Schlafmangel oder Menstruation auf.

Gelbsucht kann durch erhöhte Werte von unkonjugiertem Bilirubin im Blut auftreten. Ungefähr 30 Prozent der Menschen mit Morbus Meulengracht haben Anzeichen oder Symptome der Störung. Das Syndrom wird meistens zufällig entdeckt, wenn Routineuntersuchungen der Leber erhöhte Werte indirekten Bilirubins im Blut zeigen. Morbus Meulengracht braucht keine Behandlung. Das Syndrom wird auch Ikterus intermittens juvenilis und familiäres Hyperbilirubinämiesyndrom genannt.

liver

4. Gallensteine

Gallensteine sind verhärtete Ablagerungen in der Gallenblase. Die Gallenblase ist ein kleines, birnenförmiges Organ, auf der rechten Seite des Bauches genau unter der Leber. Sie fungiert als Lagerorgan für Galle (einem Verdauungssaft), die von der Leber produziert wird. Gallensteine haben die Größe eines Sandkorns bis zu der eines Golfballs. Gallensteine entstehen, wenn sich die Gallenblase nicht korrekt entleert, oder die Galle zu viel Cholesterin oder Bilirubin enthält.

Cholesterin-Gallensteine sind die häufigste Form von Gallensteinen. Pigmentierte Gallensteine sind eine andere Art von Gallensteinen und sie können schwarz oder braun sein. Risikofaktoren für Gallensteine beinhalten das weibliche Geschlecht, Übergewicht, Schwangerschaft und schneller Gewichtsverlust. Menschen mit Gallensteinen haben unterbrochenen Schmerz im rechten oberen Bereich des Bauches. Gelbsucht kann sich als Komplikation entwickeln, wenn Gallensteine den normalen Gallengang (eine Röhre von der Gallenblase oder Leber zum Dünndarm) blockieren.

gallstones

5. Das Dubin-Johnson Syndrom

Das Dubin Johnson Syndrom ist eine vererbte revidierende Störung des Bilirubin Stoffwechsels. Es ist eine harmlose Störung, die durch erhöhte Level von direktem Bilirubin im Blut gekennzeichnet ist, einem Zustand, der Glucuronosyltransferase genannt wird. Die Störung charakterisiert sich auch durch eine Ablagerung von Pigmenten, welche die Leber schwarz färben. Generell ist das Dubin-Johnson Syndrom eine sehr seltene genetische Erkrankung, und um sie zu erben, muss man eine Kopie des defekten Gens von beiden Elternteilen erhalten (autosomal rezessive Erbschaft).

Menschen mit Dubin-Johnson Syndrom haben lebenslange milde Gelbsucht, die unter Umständen durch Schwangerschaft, Verhütungspillen Alkohol oder Infektion verschlimmert wird. Die Gelbsucht zeigt sich manchmal nicht bis zur Pubertät oder zum Erwachsenenalter und ist normalerweise das Hauptsymptom der Störung. Ein anderes Symptom kann eine vergrößerte weiche Leber (Hepatomegalie) sein. Dubin-Johnson Syndrom benötigt keine spezielle Behandlung, und Menschen, bei denen die Störung diagnostiziert wurde, habe eine normale Lebenserwartung.

Black Liver

6. Pankreatitis

Pankreatitis ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Der Pankreas ist eine große Drüse hinter dem Magen. Er sondert Verdauungsenzyme in den Dünndarm ab. Er produziert auch das Hormon Insulin, welches den Blutzucker verringert und Glucagon, welchen den Blutzucker erhöht. Pankreatitis kann akut oder chronisch sein. Bei Pankreatitis werden die Enzyme, welche normalerweise deaktiviert sind, bereits im Pankreas aktiv, was zu Irritationen und Entzündungen der Drüse führt.

Die häufigsten Gründe für Pankreatitis sind exzessiver Alkoholgenuss und Gallensteine. Symptome der Krankheit können Schmerzen im oberen Bauchbereich, Fieber, Gelbsucht, erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie), Übelkeit und Erbrechen sein. Die Schmerzen können nach dem Essen schlimmer werden oder sich zum Rücken ausbreiten. Die Gelbsucht, die mit Pankreatitis in Verbindung gebracht wird, ist normalerweise das Resultat einer Blockade des Gallenkanals (einer Röhre, welche die Gallenblase oder Leber mit dem Dünndarm verbindet). Pankreatitis verläuft in 5 bis 10 Prozent aller Fälle tödlich.

Pancreatitis

7. Crigler-Najjar Syndrom

Das Crigler-Najjar Syndrom ist eine sehr seltene vererbte Beeinträchtigung des Bilirubin Stoffwechsels. Menschen, die zwei Kopien des defekten Gens erben, das zu ernsthaft erhöhten Werten indirekten Bilirubins im Blut führt, haben einen Zustand, der Glucuronosyltransferase genannt wird. Das normale Gen kontrolliert ein Enzym, das Bilirubin in eine Form bringt, die einfach aus dem Körper ausgeschieden werden kann. Wenn Menschen ein defektes Gen von beiden Elternteilen erben, wird das als autosomal rezessiver Erbgang bezeichnet.

Die Gelbsucht beim Crigler-Najjar Syndrom ist üblicherweise bereits bei der Geburt oder in Säuglingsalter vorhanden. Das Syndrom hat zwei Formen. Typ 1 (CN1) ist sehr ernst und kann zu Hirnschäden und Tod durch eine Ansammlung von Bilirubin im Gehirn und den Nervenzellen führen. Typ 2 (CN2) ist weniger ernst und die meisten Menschen überleben bis ins Erwachsenenalter. Individuen mit CN1 haben keine Enzymaktivität, während jene mit CN2 weniger als 20 Prozent der normalen Enzymfunktion haben.

C-section births

8. Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickelt sich im Gewebe des Pankreas, welches eine Drüse ist, die hinter dem Magen im Bauch sitzt. Der Pankreas sondert Enzyme ab, die die Verdauung unterstützen und Hormone, die den Stoffwechsel von Glukose regulieren, einem Zucker der den Großteil der Energie für den Körper bereitstellt. Dem National Cancer Institute zufolge, ist Bauchspeicheldrüsenkrebs die vierthäufigste Krebs-Todesursache. Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs beinhalten Rauchen, Übergewicht, Diabetes, chronische Pankreatitis und eine Familiengeschichte von Pankreatitis.

Symptome von Bauchspeicheldrüsenkrebs treten oft nicht bis zum fortgeschrittenen Stadium der Krankheit auf, und können Bauchschmerzen, Gelbsucht, Appetitlosigkeit (Anorexie), Gewichtsverlust und Blutgerinnsel beinhalten. Die Gelbsucht in Verbindung mit Bauchspeicheldrüsenkrebs ist normalerweise schmerzlos. Bauchspeicheldrüsenkrebs hat im Regelfall eine schlechte Aussicht oder Chance auf Heilung, sogar wenn er früh erkannt wird. Der American Cancer Society zufolge, haben 52 Prozent der Menschen, bei denen Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wurde, Metastasen.

liver pain

9. Gallenblasenkarzinom

Gallenblasenkarzinom tritt im Gewebe der Gallenblase auf. Die Gallenblase ist ein kleines, birnenförmiges Organ auf der rechten Seite des Bauches genau unter der Leber. Es lagert Galle, eine Verdauungsflüssigkeit, die von der Leber produziert wird. Ein Gallenblasenkarzinom ist selten. Es wird normalerweise nicht gefunden, bis es ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat und Symptome verursacht. Die American Cancer Society schätzt, dass zum Zeitpunkt der Diagnose 80 Prozent aller Gallenblasenkarzinome sich bereits außerhalb der Gallenblase ausgebreitet haben. Die 5-jährige Überlebensrate von dieser Krebsart liegt bei 7 bis 8 Prozent.

Gallenblasenkarzinome kommen typischerweise als Folge chronischer Entzündungen auf. Bei der Mehrheit der Menschen, bei denen der Krebs diagnostiziert wird, ist die Ätiologie dieser chronischen Entzündung Gallensteine. Symptome von Gallenblasenkarzinomen können Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gelbsucht, Appetitlosigkeit (Anorexia), Fieber und Gewichtsverlust sein. Am häufigsten tritt diese Art von Krebs in den USA bei Ureinwohnern und Mexikanern auf.

Gallbladder

10. Rotor Syndrom

Das Rotor Syndrom ist eine vererbte Störung die durch erhöhte Level direkten Bilirubins charakterisiert ist, einem Zustand der Glucuronosyltransferase genannt wird. Das Syndrom ist harmlos und mit autosomalen rezessiven Zügen vererbt, was bedeutet, dass Menschen, bei denen es diagnostiziert wurde, zwei Kopien eines defekten Gens erben (eine Kopie von jedem Elternteil). Es wird häufig mit dem Dubin-Johnson Syndrom verwechselt, aber die Pigmentierung der Leber eines Menschen der Rotor Syndrom hat ist normal, nicht schwarz.

Das Rotor Syndrom ist sehr selten und nur etwas über 50 Fälle wurden bisher in der Literatur dokumentiert. Das Hauptsymptom des Syndroms ist milde bis moderate, wiederkehrende Gelbsucht ohne Jucken. Die Diagnose folgt hauptsächlich dem Ausschlussprinzip und einer Leberbiopsie, welche normal ist. Weil das Rotor Syndrom keine lebensbedrohliche Störung ist, wird keine besondere Behandlung benötigt.

Liver

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