Anzeichen & Symptome

7 medizinische Erkenntnisse zu Autismus

Autismus wird generell als geistige Beeinträchtigung gesehen, die Kommunikation und Verhalten betrifft und von Kindheit an erkennbar ist. Es gibt mehrere medizinische Theorien bezüglich Autismus, einige davon mehr durch wissenschaftliche Tatsachen begründet als andere. Ein paar Promis z.B. bekamen viel unberechtigte Aufmerksamkeit für ihre Aussage, dass die Krankheit durch Impfungen hervorgerufen wird.

Auch wenn bislang kein einzelner eindeutiger Auslöser gefunden wurde, so glauben einige Experten, dass Autismus in Zusammenhang mit Störungen des Immunsystems auftritt. Während Autismus oftmals als Behinderung gesehen wird, so wird auch immer wieder festgestellt, dass Betroffene zu Höchstleistungen fähig sind (vor allem in puncto Kreativität, wie dieser Artikel des Guardian bezüglich Schauspielern und Künstlern feststellt). Hier sind sieben medizinische Erkenntnisse zu Autismus…

1. Autismus ist auf Gehirnscans erkennbar

Autismus ist mehr als nur eine Verhaltensstörung und ist sogar auf Gehirnscans nachweisbar. Daher wird Autismus auch als Hirnanomalie akzeptiert.

Die Größe und Form des Gehirns eines Kindes mit Autismus unterscheidet sich eindeutig von der eines „neurotypischen“ Kindes. Doch auch wenn Autismus auf Scans erkennbar ist, so liegt nach wie vor keine einzelne Ursache für die Entstehung der Krankheit vor.

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2. Genetische Faktoren können eine Rolle spielen

Es wird angenommen, dass es eine „genetische Verletzlichkeit“ gegenüber Autismus gibt. Familien, in denen Fälle von Autismus vorkommen, weisen ein Muster „verwandter Störungen“ auf, was die Theorie einer genetischen Basis von Autismus unterstützt.

Forscher untersuchen heute irreguläre genetische Codes von Kindern mit Autismus. Dennoch wird auch festgestellt, dass Menschen mit bestimmten Gesundheitsproblemen (Tuberöse Sklerose und Rötelnembryofetopathie) scheinbar ein größeres Risiko haben, Autismus zu entwickeln.

Pregnancy Autism Risk

3. Höheres Risiko bei Frühchen

Medizinischen Statistiken zufolge tritt Autismus bei Frühgeborenen häufiger auf als bei Kindern, die am erwarteten Geburtstag zur Welt kommen.

Untersuchungen haben ergeben, dass Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, eine größere Wahrscheinlichkeit haben, autistisch veranlagt zu sein. Ärzte können Autismus bei Kindern unter 18 Monaten diagnostizieren. Für eine eindeutigere Diagnose sollte allerdings bis zum zweiten Lebensjahr gewartet werden.

baby

4. Der Verdauungstrakt Faktor

Auch wenn Menschen mit Autismus Unregelmäßigkeiten im Gehirn vorweisen, so stellen Untersuchungen einen möglichen Zusammenhang mit Darmbakterien her. Forscher fanden heraus, dass 90 Prozent aller autistischen Menschen gleichzeitig auch an Verdauungsproblemen leiden, einschließlich chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen.

Eine weitere Verdauungsstörung, die hierbei erwähnt wird, wird als „Verdauungsleck“ bezeichnet und steht für überdurchschnittlich durchlässige Darmwände, die Verdauungsstoffen erlauben, ungehindert in den Blutkreislauf zu gelangen. Daher prüft die Wissenschaft mittlerweile auch, inwieweit Darmbakterien ein Auslöser von Autismus sein könnten.

Human Bowel

5. Immunstörungen als Hinweis

Viele autistisch Erkrankte leiden zudem an Störungen des Immunsystems. Forschungen konzentrieren sich derzeit darauf, wie Chemikalien, die das Immunsystem stärken, in das Hirn eindringen.

Bekannt ist, dass diese Chemikalien in Kindern und Kleinkinder mit Autismus in vergleichsweise geringen Mengen vorkommen. Der Schluss liegt nahe, dass es „wichtige Interaktionen“ zwischen den Nervenzellen des Gehirns und den Immunzellen gibt, wie z.B. bei der Entwicklung und Verbindung von Neuronen im Gehirn.

flu shot 6

6. Impfungen führen nicht zu Autismus

Prominente, darunter auch Jenny McCarthy, haben vollmundig verkündet, dass Impfungen die Ursache für Autismus sind, wodurch einige andere Hollywood-Persönlichkeiten zu „Anti-Impfern“ wurden. Dadurch wiederum wurden zahlreiche US-Amerikaner und auch Deutsche davon überzeugt, Impfungen fortan zu meiden, was Medizinern zufolge alles andere als klug ist.

Es gibt keinen wissenschaftlich erwiesenen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus. Der spezielle Stoff in Impfungen, der dafür verantwortlich gemacht wurde, wird Thimerosal genannt, basiert auf Quecksilber und schützt vor Verunreinigungen der Impfstoffbehälter. Mehrere Studien haben gezeigt, dass aufgrund von Thimerosal kein erhöhtes Risiko besteht an Autismus zu erkranken.

Tuberculosis Vaccine

7. Autismus ist vielleicht gar keine Störung

Auch wenn Autismus generell als soziales Hindernis angesehen wird, so bezeichnen manche Experten es gar nicht als Abnormalität. Es sei lediglich eine andere Art und Weise auf die das Hirn funktioniere. Diese Theorie der „Neurodiversität“ behauptet ganz einfach, dass Menschen die Welt unterschiedlich sehen und Autismus dementsprechend wahrgenommen werden sollte.

Der US-Wissenschaftler und Autor Steve Silbeman ist einer der führenden Vertreter der Diskussion zum Thema Neurodiversität. Anstatt Autismus als ein Problem zu erachten und Geld für die Forschung nach einer Heilung auszugeben, fordert er die Ressourcen dazu zu nutzen, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

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