Häufige Beschwerden

Midlife-Crisis: Natürlicher Übergang oder Krankheit?

1. Was ist eine Midlife-Crisis?

Wenn Sie den Begriff „Midlife-Crisis“ hören, an was denken Sie dann? Einen viel zu teuren Sportwagen, einen spontanen Karrierewechsel, vielleicht eine plötzliche Scheidung oder eine schockierende außereheliche Affäre?

2. Warum wird diese Periode als Krise bezeichnet?

Egal was dieser Zeitraum für Sie persönlich darstellt, ich glaube, wir sind uns einig, dass der Begriff typischerweise verwendet wird, um die Periode zu beschreiben, in der man über sein Leben reflektiert und dadurch Gefühle des Versagens, des Selbstzweifels, emotionale oder Identitätskrisen oder das Bewusstsein nur halb gelebt zu haben aufkommen.

3. Wodurch wird eine Midlife-Crisis verursacht?

Eine Midlife-Crisis wird zwar durch den Beginn der Andropause (bei Männern) oder der Menopause (bei Frauen) verstärkt, aber es ist keine Krankheit oder ein gesundheitliches Problem. Klar, dieser Zeitraum des Selbstzweifels tritt für gewöhnlich im mittleren Alter auf (um die 40 Jahre oder ein wenig älter). Oftmals ist er charakterisiert durch plötzliche, dramatische Lebensveränderungen des Einzelnen, die oft durch Unzufriedenheit mit der momentanen Lebensweise oder dem Gefühl Möglichkeiten verpasst zu haben, die aufgrund des Alters nicht mehr wahrgenommen werden können, hervorgerufen werden.

4. Gibt auch gesundheitliche Gründe dafür?

Der Übergang zur Andropause oder Menopause löst nicht unbedingt bei jedem eine Midlife-Crisis aus – tatsächlich nehmen viele Menschen (Männer und Frauen) diesen Übergang in das mittlere Alter sehr positiv auf. Experten für die mentale Gesundheit behaupten aber, dass eine Midlife-Crisis oft mit schweren Depressionen verbunden ist, welche durch ein gutes oder schlechtes traumatisches Erlebnis verursacht wurden, wie zum Beispiel das letzte Kind, das das Elternhaus verlässt, oder der Tod eines Nahestehenden.

5. Midlife-Crisis bei Männern

Für Männer im mittleren Alter besteht das Vorurteil, dass sie sich häufig kindisch verhalten – wie beim Kauf eines teuren Sportwagens, eines Boots, oder bei einer Affäre mit einer jüngeren Frau. Das liegt daran, dass Männer im mittleren Alter Bilanz ziehen und schließlich dem Verlangen nachgeben, sich etwas zu beweisen, erfolgreich zu erscheinen, oder sich ansprechend für das andere Geschlecht fühlen wollen.

6. Midlife-Crisis bei Frauen

Auf der anderen Seite konzentrieren sich Frauen oft auf verpasste Gelegenheiten. Sie haben eine Tendenz sich zu fragen „was wäre wenn“ – beispielsweise wie wäre das Leben, wenn ich nicht so früh geheiratet hätte, zu Hause bei den Kindern geblieben wäre, mehr gereist wäre, oder auf eine Hochschule gegangen wäre. Frauen tendieren dazu, über ihre persönlichen Beziehungen zu reflektieren und Stellen ihre Identität als Ehefrauen und Mütter infrage.

7. Midlife-Crisis als Übergang

Ärzte sehen den Zeitraum des Übergangs ins mittlere Alter als eine natürliche Entwicklung an. In diesem Sinne ist er dem Übergang von der Pubertät ins Erwachsenenalter sehr ähnlich. Und wie bei jeder neuen Entwicklung ist eine positive Sichtweise auf das was das mittlere Alter für Möglichkeiten mit sich bringt (anstatt der Fokus auf die verpassten Gelegenheiten) wichtig für das persönliche Wachstum.

8. Das mittlere Alter als Chance ansehen

Wenn Sie mal darüber nachdenken, ist das mittlere Alter eher eine Chance als ein Rückschlag. Werfen Sie in diesem Stadium alle Sorgen über Bord und seien Sie mutig. Das können Sie jedoch auch so machen, indem Sie eine Sache einfach aus dem Bauch heraus machen (z.B. Reisen oder Weiterbildungskurse besuchen), anstatt Ihr gesamtes Leben aus einer Panikattacke oder Depressionsanfalls heraus auseinandernehmen. Wenn die Kinder das Haus verlassen haben, nutzen Sie diese Zeit, um mehr auszugehen, mehr sozial aktiv zu sein, Sport zu treiben, oder Hobbys nachzugehen – sowohl für sich allein als auch mit Ihrem Partner.

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