Häufige Beschwerden

Leiden Sie an Cyberchondrie?

Neben der Ebola-Bedrohung, dem Enterovirus D68, der Schweinegrippe, die sich unter den Tieren vermehrt, und den Grippewellen im Winter, gibt es eine weitere Krankheit, die sich in der (ersten) Welt ausbreitet: Cyberchondrie. Laut Experten der Baylor Universität für mentale Gesundheit, versuchen Menschen mit Cyberchondrie sich ausschließlich mit Hilfe des Internets selbst zu diagnostizieren und sind von der Überzeugung, dass sie an einer schlimmen Krankheit leiden.

Klar haben wir alle schon einmal das Internet genutzt, um etwas über einen seltsamen Ausschlag oder verschiedene Symptome herauszufinden. Jedoch schürt die Suche im Web bei Cyberchondern die Angst ins Unermessliche und sie sehen das, was sie gefunden haben, als die nackte Wahrheit an, ohne sich ärztliche Hilfe zu suchen.

Wenn die folgenden Symptome auf Sie zutreffen, wenn Sie online nach medizinischen Informationen suchen, sollten Sie Ihren Computer ausschalten und umgehend einen Termin bei Ihrem Arzt ausmachen. Hier sind neun Anzeichen, dass Sie Cyberchondrie haben …

1. Cyberchonder und andere Menschen

In eine Studie aus dem Jahr 2009 hat Microsoft Krankheitsportale genau untersucht und herausgefunden, dass knapp 40 Prozent der nicht medizinisch ausgebildeten Personen, die das Internet nutzen, um sich selbst zu diagnostizieren, dadurch eher beunruhigt statt erleichtert zu werden – bis zu einem Punkt extremer Verängstigung und Paranoia.

2. Die Suche schürt die Angst

Wie bereits erwähnt, werden Cyberchonder von den Informationen aus dem Internet nicht beruhigt, sondern angestachelt. Zum Beispiel liest ein Mensch mit Cyberchondrie etwas über ein paar vage Symptome und dadurch steigen seine Angstgefühle, der Puls und die Atmung, wodurch eine völlig neue Art von Symptomen entsteht, die durch das besessene Suchen nur noch verstärkt werden.

3. Besessenes Suchen

Die meisten von uns bemerken, wenn uns gesundheitliche Informationen, die wir online gelesen haben beunruhigen. Menschen mit Cyberchondrie fühlen sich jedoch umso schlechter, je mehr sie suchen. Und je mehr sie sich sorgen, desto mehr suchen sie. Während eine durchschnittliche Person einfach offline gehen würde, sobald sie bemerkt, dass sie diese Suche nur beunruhigt, wird ein Cyberchonder unablässig weitersuchen, bis seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt werden.

4. Sie suchen mit ungenauen Begriffen

Sie müssen verstehen, dass Suchmaschinen Nischenwörter lieben, das heißt, dass je genauer Ihre Suchbegriffe sind, desto relevanter werden Ihre Ergebnisse sein, die Sie bekommen. Cyberchonder tippen jedoch meist nur breit gefächerte Begriffe ein (z.B. Kopfschmerzen, Fieber, Schwindel, Ermüdungserscheinungen, Herzrasen, Brustschmerzen, Magenschmerzen und Ausschlag), was natürlich symptomatisch für zahlreiche milde, sowie schwere Krankheiten sein kann.

5. Suchen verursacht Erkrankungen

Wenn ich leckere Rezepte lese, werde ich normalerweise hungrig. Dasselbe gilt auch für das Gefühl krank zu sein. Wenn Menschen mit Cyberchondrie über Krankheiten lesen, fehlinterpretieren sie harmlose Symptome (wie Magenkrämpfe und Übelkeit) mit tödlichen Krankheiten (wie Darmkrebs).

6. Sie gehen vom Schlimmsten aus

Wenn Sie milde Symptome (z.B. Übelkeit) in eine Suchmaschine eingeben, werden diese wahrscheinlich mit harmlosen (z.B. Sodbrennen) sowie katastrophalen Krankheiten in Verbindung gebracht (z.B. Ebola). Die Wahrscheinlichkeit, als Deutscher Ebola zu bekommen ist relativ gering (laut führenden Gesundheitsorganisationen), außer Sie reisen in ein stark gefährdetes Gebiet oder stehen in direktem Kontakt mit einer infizierten Person. Cyberchonder nehmen aber immer dass Schlimmste an, wenn es um ihre Gesundheit geht.

7. Sie werden von medizinischen Trend angestachelt

Das Meiste, was die deutschen Medien über Ebola berichten ist Panikmache, genauso wie es vor ein paar Jahren bei SARS oder bei dem West-Nil-Virus der Fall war. Wenn bei einem Cyberchonder jedoch die Facebook Neuigkeiten oder der Twitter Account voll mit Updates und Geschichten über Ebola sind, befürchten Sie automatisch eine Ansteckung.

8. Die Suche behindert einen gesunden Lebensstil

Das vielleicht symptomatischste Anzeichen für Cyberchondrie ist die Zeit, die mit dem Suchen nach Krankheiten verbracht wird. Die Besessenheit schreitet stetig voran und verdrängt Schritt für Schritt andere Online-Aktivitäten, bis sie sich schließlich auf das Arbeits- und Privatleben auswirkt.

9. Sie halten das Internet für die Wahrheit

Das Internet verbindet Leute auf der ganzen Welt und liefert eine unglaubliche Fülle an Informationen, aber niemals sollten diese den fundierten Rat eines Arztes ersetzen. Das Problem ist, wenn ein Mensch mit Cyberchondrie keine passende Diagnose vom Arzt bekommt, wendet er sich oft an online Quellen (wie Wikipedia) und hält diese Informationen für die absolute Wahrheit, was sehr gefährlich sein kann, wenn er sich selbst diagnostiziert und auf eigene Faust Medikamente einnimmt.

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