Häufige Beschwerden

Halten Sie diese 8 Schlafmythen nachts wach?

15 Millionen Deutsche werden nachts von Schlafproblemen wachgehalten. Viele sind sich im Unklaren darüber, wie lange man schlafen sollte, ob ein Mittagschlaf gut ist und was zu einem guten Schlaf beiträgt oder was diesen beeinträchtigt.

Wir räumen mit den acht häufigsten Schlafmythen, die Sie nachts wachhalten, auf …

Mythos 1: Schlaftabletten für die dauerhafte Nutzung

Experten des Zentrums für Gesundheit warnen vor der dauerhaften Nutzung von Schlaftabletten (wie Ambien). Verschreibungspflichtige Schlafmedikamente sollen den Zyklus chronischer Schlaflosigkeit bei Menschen mit Schlafstörungen (wie Hyposomnie) durchbrechen. Sie sollen den Schlafrhythmus wieder herstellen, indem Sie den Körper zum Einschlafen bringen und einen die Nacht über durchschlafen lassen. Über einen längeren Zeitraum können jedoch gefährliche Nebenwirkungen auftreten – wie Medikamentenabhängigkeit, Migräne, Schwindel und Angstzustände. Wenn Sie eine dauerhafte Lösung brauchen, empfehlen Experten medikamentenfreie Therapien wie die kognitive Verhaltenstherapie.

Mythos 2: Sechs Stunden Schlaf reicht aus

Laut Schlafspezialisten der Emory Universität können weniger als 1 Prozent der Weltbevölkerung mit weniger als 6 Stunden Schlaf pro Nacht funktionieren. Wenn Sie sich also überzeugt haben, dass Sie pro Nacht nur für 6 Stunden ein Nickerchen machen müssen, machen Sie sich etwas vor – es sei denn, Sie haben die seltene Genmutation, die es Ihnen erlaubt auch mit wenig Schlaf zu funktionieren. Wenn nicht, sollten Sie endlich aufwachen, denn Sie brauchen mindestens 7 bis 8 Stunden Schlaf, um gesund und aufmerksam zu bleiben.

Mythos 3: Sport hält mich nachts wach

Forscher der Schule für verhaltensbedingte Schlafmedizin der Universität von Pennsylvania halten die Idee, dass körperliche Betätigung vor dem Schlafengehen den Schlafrhythmus stört, für Unsinn. In Wirklichkeit machen viele Leute (inklusive mir) noch ein kleines Workout direkt vor dem Schlafengehen und haben keine Probleme. Unterbrochener Schlaf ist keine Ausrede, um ein Training komplett auszulassen. Wenn Ihr Herz jedoch immer noch rast, wenn Sie sich ins Bett legen, sollten Sie Ihr Training ein bisschen früher abschließen.

Mythos 4: Bekämpfung von Schlaflosigkeit mit einer früheren Schlafenszeit

Das schlimmste, was Sie tun können, wenn Sie an Schlaflosigkeit leiden, ist, laut Forschern der Oxford Universität, sich dazu zu zwingen, früher ins Bett zu gehen. Menschen mit richtiger Schlaflosigkeit haben einen nicht einwandfrei funktionierenden Homeostat, der chemisch induzierte Schalter, der die Schläfrigkeit hervorruft. Schwierigkeiten mit dem Einschlafen können dadurch überwunden werden, wenn man das Verlangen nach Schlaf, ausgelöst durch den Schlafhomeostat, auf natürliche Weise einsetzen lässt. Sie können Ihr inneres Schlafsystem aktivieren, indem Sie sich entspannen, lesen, einen Kräutertee trinken, oder kurz vor dem Schlafengehen ein warmes Bad nehmen, um der Stress zu reduzieren, sowie die Muskeln und des Geist zu entspannen.

Mythos 5: So etwas wie einen Schlaf-Kater gibt es nicht

Schlafexperten des John Hopkins Zentrums für Schlafstörungen erkennen den Zustand, der als „Schlaftrunkenheit“ bekannt ist, an. Der Zustand ist charakterisiert durch Verwirrtheit (Verwirrtheit beim Aufwachen, Unwissen wo man ist, und es kann sogar zu Verletzung anderer oder sich selbst kommen) und er betrifft ungefähr 1 von 15 Deutschen. Ein Schlaf-Kater tritt häufig nach langen Mittagsschläfchen auf, weshalb Experten nur kurze Nickerchen von 20 Minuten (nicht länger) auf der Couch oder in einem bequemen Stuhl statt im Bett empfehlen, damit die Mittagsschläfchen nicht mit dem nächtlichen Schlaf verwechselt werden.

Mythos 6: Wenig Schlaf = mehr erledigte Arbeit

Wissenschaftler der Stanford Universität erklären, dass bei extremer Müdigkeit am Nachmittag, der Biorhythmus darauf hindeutet, dass Sie an Schlafentzug (oder Schlafmangel) leiden. Wenn Sie sich einer Mütze voll Schlaf berauben, scheint das vielleicht so, als hätten Sie mehr Zeit zu arbeiten, jedoch führt der Schlafentzug zu roten, brennenden Augen, Stimmungsschwankungen, und nicht zu vergessen zu chronischen Krankheiten (wie Typ 2 Diabetes, hohem Blutdruck, und einer Reihe von Schlafproblemen). Mit nur 90 Minuten Schlaf pro Nacht wird Ihre Aufmerksamkeit tagsüber um mehr als 30 Prozent eingeschränkt.

Mythos 7: Nachteulen

Die North Shore Klinik für Schlafmedizin in Illinios weist darauf hin, das Nachteulen-Verhalten das Risiko von Depressionen verdreifacht. Studienbefunde ergaben, dass zu spätes Schlafengehen zu Stimmungsstörungen und schlechter Gesundheit führt, auch wenn Nachteulen genauso lange schlafen wie Ihre Pendants, die sogenannten „frühen Vögel“. Nachteulen können Ihre Tendenz langsam verbessern, indem sie alle 2 bis 3 Tage 15 Minuten früher ins Bett gehen und indem sie schon ein paar Stunden vor der Schlafenszeit die Lichter ausschalten.

Mythos 8: Mittagschläfchen machen einen schläfriger

Ein kurzes 20 Minuten-Nickerchen hebt die Stimmung, und steigert die Aufmerksamkeit, sowie, laut Schlafforschern der Brock Universität in Kanada, bei den meisten Menschen die Leistungsfähigkeit. Wenn ein Nickerchen jedoch länger als 20 Minuten dauert, verfällt das Gehirn in eine sehr tiefe Phase namens Non-REM-Schlaf, die tatsächlich zu Orientierungsverlust und Schlaftrunkenheit führt. Deshalb sollte ein Nickerchen früh am Tag gemacht werden (vor 16 Uhr) und nicht länger als 20 Minuten dauern, damit es nicht den Schlafrhythmus durcheinander bringt.

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