Häufige Beschwerden

Die Augen spiegeln Ihre allgemeine Gesundheit wieder

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft empfiehlt Erwachsenen eine jährliche Augenuntersuchung. Wissen Sie warum? Die Augen sind buchstäblich Fenster zu unserer allgemeinen Gesundheit und Wohlbefinden. Sie ermöglichen nicht nur eine Vogelperspektive auf die grundsätzliche Sehstärke, sondern der Blick in die Augen zeigt auch ein Abbild der Arterien, Nerven und Venen im Rest des Körpers, was helfen kann viele geläufige Krankheiten zu diagnostizieren. Zum Beispiel können Ärzte und Optiker über die Augen ein Glaukom (erhöhter Druck im Auge), sowie Bluthochdruck, chronische Entzündungen, Schilddrüsenprobleme, Diabetes, Störungen im zentralen Nervensystem und sogar psychische Probleme entdecken, die andernfalls unerkannt bleiben, bis es zu spät ist.

Werfen Sie einen Blick in Ihre Augen, um einen Überblick über Ihre Gesundheit zu bekommen …

1. Diabetes

Überraschenderweise leiden 1,8 Millionen Deutsche laut einer Statistik aus 2014 von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) an nicht diagnostiziertem Diabetes. Häufig wird die Krankheit aber durch eine Augenuntersuchung entdeckt. Die DDG bemerkt, dass wenn sich hohe Blutzuckerwerte in Blutgefäßen in der Netzhaut ansammeln, Proteine in die Makula durchsickern können (der Gegend, die für Bildschärfe verantwortlich ist).

Das erklärt, wieso Schäden der Netzhaut und Sehverlust so geläufig für Diabetespatienten sind, da Sauerstoff und Nährstoffe die Rückseite des Auges nicht erreichen können. Zum Glück kann ein Augenarzt, wenn Sie zu Ihrer jährlichen Augenuntersuchung gehen, das Problem erkennen und Sie an Ihren Hausarzt verweisen, um Blutzuckerwerte in den Griff zu bekommen und dauerhafte Sehschäden zu vermeiden.

2. Morbus Basedow

Wenn Sie am Morgen mit geschwollenen Augen aufwachen, dann könnten Sie an einer defekten Schilddrüse leiden. Morbus Basedow ist eine Autoimmunkrankheit, die eine Schilddrüsenüberfunktion verursacht – eine überaktive Schilddrüse, die zu viele Schilddrüsenhormone produziert – und das Gewebe und die Muskeln in der Augenhöhle beschädigt.

Zum Glück kann Ihr Augenarzt diesen schrittweisen Augenschaden sehen und Sie an Ihren Hausarzt verweisen, um eine richtige Morbus Basedow Diagnose zu erstellen. Nachforschungen vom National Endocrine and Metabolic Diseases Information Service (NEMDIS), einer Abteilung des amerikanischen Gesundheitsministeriums, haben ergeben, dass weibliche Patienten, im Vergleich zu Männern, eine bis zu 10-mal höhere Chance haben, an Morbus Basedow oder verwandten Sehstörungen zu erkranken.

3. Multiple Sklerose

Ja, die Augen sind definitiv mit dem Nervensystem verbunden. Eine allgemeine Augenuntersuchung kann einen guten Blick auf den Sehnerv gewähren – der direkt hinter dem Auge ist und optische Signale ans Gehirn (ein Teil des zentralen Nervensystems) sendet.

Deswegen kann eine Entzündung des Sehnervs Probleme im zentralen Nervensystem anzeigen und helfen, Multiple Sklerose (MS) im Frühstadium zu diagnostizieren. Tatsächlich werden laut dem Deutschen Hausärzteverband 75% der MS-Patienten zuerst wegen einer Sehnerventzündung diagnostiziert – die eine verschwommene Sicht und Augenschmerzen in etwa jedem vierten Individuum mit MS auslöst.

4. Allergische Nasenschleimhautentzündung

Wenn Sie an einer allergischen Nasenschleimhautentzündung leiden, dann könnten Sie vielleicht bereits mit einer Verstopfung der Nebenhöhlen, Augenringen und geschwollenen Nasengängen kämpfen. Jedenfalls sind Augenringe (ein Ergebnis einer Blutansammlung unter dem Auge) das erste Zeichen Ihres sensiblen Immunsystems.

Eine allergische Nasenschleimhautentzündung tritt auf, wenn ein Allergen (d.h. Pollen, Staub, Tierhaare oder Chemikalien) von jemandem mit einem sensiblen Immunsystem inhaliert wird. Das Allergen löst die Produktion von Immunglobulin E (IgE) aus, ein Antikörper, der sich an Mastzellen anhängt und die Ausschüttung von Histamin verursacht. Daher kommen das Niesen, die juckenden, wässrigen Augen, die Augenringe, mehr Schleim und das Anschwellen der Augen und Nasengänge.

5. Depression

Die Augen sind nicht nur Fenster zur Seele – sondern sie ermöglichen laut, im Journal of Abnormal Osychology veröffentlichten, Nachforschungen auch eine Beurteilung des geistigen Wohlbefindens. Die Studie observierte die Bewegungen der Augen einer Gruppe von Individuen, wenn diese negativen visuellen Reizen (d.h. Fotos von traurigen Gesichtern oder tragischen Bildern in der Zeitung) ausgesetzt wurden.

Die Ergebnisse zeigten, dass depressive Individuen länger starrten und wesentlich länger brauchten, den Blick von den negativen Reizen abzuwenden, als diejenigen ohne psychische Vorerkrankungen. Die Studie, die von Psychiatern und Psychologen der Universität von Pittsburgh, Northwestern University und Columbia University durchgeführt wurde, führt an, dass Individuen mit manischer Depression, Angstzuständen, Schizophrenie und bipolarer Störung ein anderes Verhalten zeigen, als diejenigen mit guter psychischer Gesundheit.

6. Chronische Entzündung

Geschwollene Augen können Entzündungen in anderen Körperteilen andeuten. Laut dem Deutschen Gesundheitsinstitut sind blutunterlaufene, schmerzende und geschwollene Augen, wenn man keinen Alkohol getrunken und genug Schlaf bekommen hat, ein gutes Anzeichen für eine Entzündung der Augenhaut (was eine Entzündung der mittleren Schicht des Auges ist, die die Iris, die Ziliarkörper und die Aderhaut enthält).

Zum Beispiel zeigen rheumatische Arthritis, Schuppenflechte und Morbus Crohn erste Anzeichen meistens vor allem in den Augen. Tatsächlich zeigen Nachforschungen vom Deutschen Hausärzteverband, dass ungefähr 25% der Patienten mit rheumatischer Arthritis Anzeichen davon in den Augen haben (d.h. eine Augenhautentzündung oder beschädigte Augengewebe).

7. Bluthochdruck

Bluthochdruck (oder Hypertonie) kann als „stummer Killer“ bezeichnet werden, wenn er zu einer Herzkrankheit fortschreitet. Aber während es an akustischen Signalen fehlt, hat der Zustand ein paar sichtbare Anzeichen, die vom Optiker gesehen werden können. So können sich Spitzen im Blutdruck zum Beispiel in den Augen zeigen, da sie sich durch Veränderungen im komplexen Blutgefäßnetz der Netzhaut widerspiegeln.

Sichtbare Anzeichen von Bluthochdruck können an der Verengung oder Schwellung dieses Blutnetzwerkes gesehen werden, die ein Problem mit Blutgefäßen andeuten, die größere Organe – wie Nieren, Gehirn oder Herz – versorgen. Nachforschungen, die im Magazin des Amerikanischen Medizinischen Verbandes veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass Veränderungen der Netzhaut mit einem gesteigerten Risiko eines Herzversagens zusammenhängen.

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