Häufige Beschwerden

8 häufige Ursachen für nächtliches Schwitzen

Albträume sind nicht selten der Grund dafür, dass wir nachts schweißgebadet aufwachen. Andere Ursachen können jedoch ebenso eine Rolle spielen – wie z.B. ein überhitztes Schlafzimmer oder Körperreaktionen auf eine Infektion. Wie auch immer: Chronische nächtliche Schwitzattacken weisen oftmals auf unterschwellige gesundheitliche Probleme oder Veränderungen hin (wie z.B. Hyperglykämie oder Menopause). Im Folgenden finden Sie die acht häufigsten Gründe für nächtliches Schwitzen …

1. Überhitzung

Falls Sie gerne in Pyjamas schlafen, kann sich Nachtschweiß ganz einfach durch Überhitzung des Körpers ergeben – die harmlose Ursache hier ist lediglich die Kombination aus zu hoher Raumtemperatur und einem dicken Schlafanzug.

Die Folge einer normalen Überhitzung des Körpers ist für gewöhnlich ein roter Kopf und leichter Schweiß. Nächtliches Schwitzen hingegen ist oft um vieles extremer und erzeugt mehrfach Hitzeschübe, die einen durchnässt aufwachen und auch Bettlaken und Matratze nicht trocken lassen.

2. Bestimmte Medikamente

Es gibt mehrere Arzneien, die Nachtschweiß als Nebenwirkung aufweisen. Mediziner und Psychiater haben gemeinsam festgestellt, dass bestimmte Antidepressiva bei ca. 14 Prozent der Patienten zu Antidepressiva-induziertem exzessivem Schwitzen (ADIES) führen können, einer Form sehr starker nächtlicher Schwitzattacken.

Zusätzlich zu verschreibungspflichtigen Medikamenten, gibt es auch noch einige rezeptfreie Mittel wie Paracetamol und Aspirin, die einen ebenfalls nachts in Schweiß ausbrechen lassen können – insbesondere dann, wenn sie gegen Fieber genommen werden.

3. Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)

Hyperthyreose – oder eine Schilddrüse, die zu viel des Hormons Thyroxin produziert – führt in der Regel und verständlicherweise zu chronischem nächtlichem Schwitzen. Schließlich sind die Hauptsymptome einer hyperaktiven Schilddrüse (sowie bei anderen Ursachen für Hormonstörungen wie z.B. Karzinoiden) Hitzeempfindlichkeit und starkes Schwitzen.

Eine Gemeinschaftsstudie führender Wissenschaftler haben bei Schilddrüsenüberfunktion folgende charakteristische Körperreaktionen ausgemacht: Erhöhter Herzschlag, Herzrasen, Angstzustände, Rastlosigkeit in den Beinen, Gewichtsverlust sowie unregelmäßige Menstruationszyklen – all diese führen logischerweise mit hoher Wahrscheinlichkeit zu nächtlichem Schwitzen.

4. Bestimmte Krebsarten

Nächtliches Schwitzen kann ein sekundäres Symptom bestimmter Krebsformen sein – insbesondere bei Hodgkinlymphomen (oder „Hodkins-Krankheit), bei welchen Zellen weißer Blutkörperchen (Lymphozyten) zu wuchern anfangen.

Studien haben dabei ergeben, dass Schweiß in der Nacht zu den „B-Symptomen“ von Lymphomen zu zählen sind. Weitere B-Symptome bei Lymphomen sind unter anderem juckende Haut, Fieber und unerklärlicher Gewichtsverlust.

5. Hypoglykämie (Unterzuckerung)

Diabetesforschungen belegen, dass nächtliches Schwitzen ein sehr häufiges Symptom bei Hypoglykämie (oder Unterzuckerung des Körpers auf weniger als 50 m/dL) ist, bevor der Glukosespiegel wieder auf ein normales Niveau steigt.

Viele Patienten mit Diabetes I, die Insulin oder andere Diabetesmedikamente nehmen, können verstärkt an nächtlichen Schwitzattacken leiden, da ihr Blutzucker nachts oft stark abfällt. Im Schlaf ist Glukose im Blut schwer auf einem ausgewogenen Stand zu halten, da die Bauchspeicheldrüse kein Insulin ausschüttet, was somit zu schwitzen führt.

6. Infektionen und Viren

Einige Infektionstypen – vor allem Tuberkulose, HIV, Endokarditis (bakterielle Infektion der Herzhöhlen), Abszesse und Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) – verursachen Fieber und nächtliches Schwitzen.

Eine amerikanische Studie, genannt „Nächtliches Schwitzen Diagnostizieren“, bringt oben genannte und weitere Infektionen sowie die Folgen niedriges Fieber, Frieren, Gewichtsverlust und Husten in Verbindung mit nächtlichen Schwitzattacken.

7. Reflexösophagitis

Einer Untersuchung der Harvard Medical School zu Folge leiden Menschen mit Reflexösophagitis häufig an nächtlichem Schwitzen. Dazu kommen chronischer blutiger Husten, Atemnot, Müdigkeit und Brustschmerzen.

Falls Sie nachts des Öfteren schweißgebadet aufwachen, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen und ein „Nachtbuch“ hinsichtlich Temperatur und Schweißmenge führen. Die Studie geht davon aus, dass eine erfolgreiche Diagnose und anschließende Behandlung von Reflexösophagitis die Schwitzattacken normalerweise beendet.

8. Menopause

Des Weiteren haben Krankheitsforscher der Harvard School of Public Health herausgefunden, dass Hormonschwankungen, wie sie während der Menopause auftreten, oftmals vasomotorische (auf die Gefäßnerven bezogene) Symptome erzeugen – wie z.B. Hitzewallungen, Frieren, Rötungen sowie starkes und auch nächtliches Schwitzen.

Studien nach leiden wohl 80 Prozent aller Frauen in der Menopause an chronischem nächtlichem Schwitzen, das mitunter so stark ist, dass es den Schlaf stört. Auch wenn Hormontherapie mittels Östrogen eine Option zur Schweiß-Reduzierung darstellt, so gilt sie doch als riskant hinsichtlich Erkrankungen an Brustkrebs, Blutgerinnsel und Schlaganfällen. Lassen Sie sich daher vor einer Behandlung damit ausführlich von Ihrem Arzt beraten.

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