Geistige Gesundheit

10 Symptome bei Asperger-Syndrom und wie man diese erkennt

Das Asperger-Syndrom stellt eines der Störungsbilder des autistischen Spektrums dar. Als leichte Form von Autismus verursacht es normalerweise keine schweren geistigen Behinderungen und steht vor allem für unterentwickeltes Sozialverhalten, Defizite hinsichtlich nonverbaler Kommunikation und Tollpatschigkeit.

Anders als bei sonstigen Formen von Autismus haben Gehirnuntersuchungen bei Patienten kein übereinstimmendes Krankheitsbild ergeben. Wissenschaftler glauben, das Syndrom habe genetische Gründe, da es in manchen Familien gehäuft auftreten kann. Bis jetzt konnten ihm jedoch noch keine Gene zugeordnet werden.

Bekannt ist, dass bei einer geringen Zahl Betroffener Chemikalien und Medikamente, denen sie noch im Mutterleib ausgesetzt waren, für die Ausprägung verantwortlich ist. Es gibt viele Theorien zur Entstehung von Asperger-Syndrom, aber keine davon wurde bislang bewiesen. Derzeit laufen weltweit hunderte Studien um Ursache und Behandlung des Syndroms zu verstehen.

Hier sind zehn klassische Symptome des Asperger-Syndrom’s. Sollten Sie bei sich oder Nahestehenden den Verdacht auf das Syndrom haben, dann kontaktieren Sie ihren Arzt bezüglich möglicher Tests.

1. Unfähigkeit Freundschaften zu bilden

Kinder, die am Asperger-Syndrom leiden, können Schwierigkeiten haben Freunde zu finden. Grund dafür ist ihr unterentwickeltes Sozialverhalten. So kann es ihnen z.B. schwerfallen mit anderen Kindern zu sprechen oder an Gruppenaktivitäten teilzunehmen. Für betroffene Kinder kann dies eine große Herausforderung darstellen, da der Wunsch nach Kameradschaft oftmals dennoch besteht. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Kinder mit Asperger-Syndrom, die keinerlei Wunsch nach Freundschaften zeigen und sich lieber mit sich selbst beschäftigen.

2. Selektives Schweigen

Junge Leidtragende können sich dafür entscheiden, nur mit Personen zu reden, die sie kennen oder mit denen sie sich wohlfühlen und in Gegenwart anderer zu schweigen. Manchmal wird mit Fremden dabei grundsätzlich nicht gesprochen. In Extremfällen kann dieser Zustand jahrelang anhalten. Unmittelbare Familienangehörige sind davon meist nicht betroffen, da hier normalerweise genügend Vertrauen besteht. Selektives Schweigen findet hauptsächlich in Öffentlichkeit und Schule statt, wobei sich manche Kinder auch von klein an weigern können mit irgendjemand zu sprechen. Das Symptom kann sich von selbst legen oder mit einer Therapie behandelt werden.

3. Mangel an Einfühlungsvermögen

Die Unfähigkeit sich in Mitmenschen hineinzuversetzen oder einzufühlen ist ein häufiges Symptom des Syndroms. Mit dem Älterwerden können Betroffene zwar erlernen sich in bestimmten Situationen „richtig“ zu verhalten, verstehen werden sie die Reaktionen anderer jedoch nicht. Besonders im Kindesalter kann es hier zu Problemen kommen, da Betroffene ihre Altersgenossen oft unwissentlich beleidigen oder schlecht behandeln. Werden sie mit ihrem Verhalten konfrontiert, so beharren sie oftmals auf der Richtigkeit ihrer Handlungen und zeigen kein Verständnis für die Situation.

4. Unfähigkeit zum Augenkontakt oder zwanghafter Augenkontakt

Menschen mit Asperger-Syndrom können Schwierigkeiten damit haben, bei Gesprächen Augenkontakt zu halten. Manche glauben dies sei eine Folge mangelnden Selbstbewusstseins, während andere darauf hinweisen, es sei ihnen selbst sehr unangenehm, beinahe schmerzhaft. Außerdem gibt es die Theorie, dass Betroffene sich der Notwendigkeit von Augenkontakt für Kommunikation nicht bewusst sind. Das kann dazu führen, dass – um offener und zugänglicher zu erscheinen – Augenkontakt erzwungen wird, was Mitmenschen wiederum als noch unangenehmer empfinden.

5. „Aktiv, aber seltsam“

Die Vermutung, dass Menschen mit Asperger-Syndrom leidenschaftslos sind, ist vollkommen falsch. Ein häufig verwendeter Begriff für Erkrankte ist „aktiv, aber seltsam“. Denn sie können sozial sehr aktiv sein und mehrere gute Freundschaften bilden. Andere können hingegen versuchen sich mit vielen Leuten zu umgeben, wobei sie viele Bekanntschaften machen, jedoch keine tiefen Freundschaften bilden. Dies kann abhängig vom Einfühlungsvermögen des jeweiligen Betroffenen sein. Menschen mit Asperger-Syndrom zeigen vielleicht keine äußeren Anzeichen einer Erkrankung, sind aber einfach ein wenig anders.

6. Begrenzte Interessen

Erkrankte sind vielleicht schlecht in der Schule, aber das muss nicht heißen, sie hätten keine Interessen. Stattdessen sind ihre Interessen höchstwahrscheinlich stark begrenzt und reduzieren sich auf einzelne Tätigkeiten wie Videospiele, Modelbau, Zeichnen, etc. Diese Aktivitäten helfen ihnen sich auf einzelne Dinge zu konzentrieren, was für sie sehr angenehm ist. Sie davon zu trennen, kann sie in große Bedrängnis bringen. Dasselbe gilt für gescheiterte Projekte. Die Förderung dieser begrenzten Interessen ist für die emotionale und mentale Unterstützung des Betroffenen wichtig.

7.Routine

Die Einhaltung der gleichen Abläufe kann sehr wichtig sein für Menschen, die am Asperger-Syndrom leiden. Bei Planänderungen können augenblicklich Not und Nervosität einsetzen, neue Situationen jagen ihnen manchmal Angst ein. Eine Routine kann ihnen dabei helfen ihre Anspannung unter Kontrolle zu bringen. Glücklicherweise läuft vieles in unserer Welt mittels Vorschriften und Terminen. Sollten Sie ein Kind mit Asperger-Syndrom haben, kann es sehr hilfreich sein, ihm einen strikten Terminplan zu verpassen und somit ein paar der Symptome zu lindern.

8. Wortwörtliche Interpretationen

Ein weiteres Symptom bei Asperger-Syndrom ist die wortwörtliche Interpretation von Gesagtem. Der Betroffene begreift unter Umständen keinen Sarkasmus und nimmt die Kommentare anderer für voll. Die Annahme Erkrankte verstünden keinen Humor ist jedoch falsch. Sie können sogar zu den witzigsten Menschen gehören, denen Sie je begegnet sind. Wenn sie ihre Fehler bei der ein oder anderen wortwörtlichen Interpretation realisieren, sind sie in der Lage die wahre Bedeutung zu verstehen, auch wenn sie hin und wieder auf Erklärungen angewiesen sind.

9. Exzellente Mustererkennung

Eines der positiven Symptome bei Asperger-Syndrom ist die herausragende Fähigkeit Muster zu erkennen. Da die Gehirne der Betroffenen andauernd versuchen der Umgebung Sinn zu geben, machen sich Unregelmäßigkeiten sehr schnell bemerkbar. Diese Begabung kann sich bereits in der Kindheit bemerkbar machen, da sich in den ersten Schuljahren die Fähigkeit des Gehirns zur Mustererkennung entwickelt. Während Kinder mit Asperger-Syndrom vielleicht von der Schulumgebung überfordert sind und mit ihren Noten kämpfen, können sich Fächer bei denen Muster dominieren (wie z.B. Mathematik und Kunst) als positiv auswirken. Dieses Die Förderung dieser natürlichen Begabung ist sehr zu empfehlen.

10.Schwache motorische Fähigkeiten

Menschen, die am Asperger-Syndrom leiden, können Schwierigkeiten damit haben, ihre Grob- und Feinmotorik zu kontrollieren, was sich oftmals an schlechter Handschrift und mangelhafter Hand-Auge-Koordination erkennen lässt.

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