Geistige Gesundheit

10 Dinge, die nur Menschen mit Depressionen wirklich verstehen können

Depressionen sind eine komplexe Krankheit, die mehr als nur Ihre mentale und emotionale Gesundheit betrifft – sie können auch den Körper, sowie das soziale und berufliche Leben beeinflussen. Jeder kann Depressionen bekommen, wobei sie bei manchen offensichtlich sind und andere sie wiederum gut verbergen. Kurz gesagt, die Krankheit ist kräftezehrend, verändert das Leben vollkommen und kann sogar einen tödlichen Ausgang haben.

Für Menschen mit Depressionen ist es jeden Tag eine Herausforderung aus dem Bett aufzustehen und viele haben Schwierigkeiten damit, Unterstützung von Nahestehenden und Ärzten zu akzeptieren. Diese Liste von zehn Dingen, die nur Menschen mit Depressionen wirklich verstehen können, kann Sie besserer darauf vorbereiten, Betroffene der Krankheit zu unterstützen. Und wenn Sie selbst Depressionen haben, erkennen Sie hoffentlich, dass Sie nicht alleine sind.

1. Alltägliche Aufgaben dauern länger

Wir alle haben unsere Routine und Verpflichtungen – Arbeit, Familie, Haushalt und vieles mehr. Diese Verpflichtungen können mit Depressionen eine echte Herausforderung darstellen. Alles ist kräftezehrender und braucht mehr Zeit. Banale Aufgaben erscheinen plötzlich sehr schwierig, was mehr Stress und Beklemmungsgefühle auslöst. Es wird schwer sich darauf zu konzentrieren, was zu tun ist und durch die Unfähigkeit Dinge zu erledigen, fühlt man sich abnormal. Bei vielen depressiven Menschen geht das so weit, dass sie komplett aufhören, alltäglichen Verpflichtungen nachzugehen bzw. diese versuchen zu vermeiden.

2. Positives Zureden hilft oftmals nichts

Ständige Aufforderungen, auf die schöne Seite des Lebens zu Blicken oder „das Glas als halb voll“ zu betrachten, helfen Menschen mit Depressionen nicht nur nicht weiter, sondern es kann sogar alles nur noch schlimmer machen. Viele Betroffene fühlen sich schon so, als wären sie nicht normal und drängende Worte, endlich positiv zu sein, können noch größere Frustration hervorrufen. Wenn sich Depressionen lösen lassen würden, indem man einfach positiv denkt, wäre es nicht so eine lähmende Krankheit. Das bedeutet nicht, dass die Freunde und Familie negativ eingestellt sein sollten, aber das Vermeiden von positiven Floskeln und stattdessen aktive Unterstützung helfen den Betroffenen mehr.

3. Depressionen sind allgegenwärtig

Wenn Sie an Depressionen leiden, ist jeder Aspekt Ihres Lebens betroffen. Tage-, wochen-, monate- und sogar jahrelang können die allgegenwärtigen negativen Gefühle die Gesundheit, Beziehungen mit Freunden und Familie sowie die Karriere beeinflussen. Manche können die Symptome von Depressionen völlig innerlich auffressen – jeder Gedanke, jede Entscheidung und jedes Gefühl scheint verstärkt zu werden. So viele Dinge können auf ein Mal zusammenkommen – Frustration, Trauer, Konzentrationsunfähigkeit, Beklemmungsgefühle, Schlaflosigkeit, Selbstverachtung. Leider können die inneren Unruhen umso stärker werden, je mehr die Depressionen in den Körper und Geist eindringen.

4. Depressionen können körperlich sehr schmerzhaft sein

Es ist klar, dass Depressionen Auswirkungen auf das mentale und emotionale Befinden haben, aber auch die körperlichen Schmerzen können extrem sein. Bei Manchen beeinflusst das das Leben mehr als die anderen Symptomen mit denen man sich herumschlagen muss. Rückenschmerzen, Magenkrämpfe, Kopfschmerzen, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie allgemeine Gebrechen und Unwohlsein sind sehr häufige Symptome bei Depressionen. Laut der Mayo Klinik, treten bei Menschen mit Depressionen manchmal auch nur die körperlichen Symptome auf, was eine Diagnose sehr erschwert. Außerdem gehen Schmerzen und Depressionen oftmals Hand in Hand – Verletzungen und Behinderungen können zu Depressionen führen, aber Depressionen können auch Schmerzen verursachen. Das ist ein Teufelskreis.

5. Man kann nicht so einfach darüber hinwegkommen

Gelegentlich könne Menschen auch mal ungeduldig werden, wenn sie keinen Fortschritte dabei machen Ihnen zu helfen. Wenn die Menschen in Ihrem Umfeld nicht an Depressionen leiden und deshalb auch nie wirklich verstehen können, was Sie durchmachen, können sie frustriert werden, weil sie Ihnen unbedingt helfen wollen. Während die Unterstützung zwar vielen Betroffenen hilft, kann das zu energische Drängen, endlich damit fertigzuwerden zu vermehrter Frustration und Beklemmungsgefühlen führen. Wenn es so einfach wäre, über Depressionen hinwegzukommen, wäre es nicht so eine komplexe und schwierige Sache, die Krankheit zu behandeln.

6. Energielosigkeit

Weil Depressionen körperlich, mental und emotional beeinträchtigen, mangelt es den Betroffenen oft an Kraft und Energie. Das reicht weiter als montags nur ein wenig lustlos oder nach einem langen Arbeitstag erschöpft zu sein. Jeder Tag ist eine Herausforderung, und wenn Sie mehr schlechte als gute Tage haben, fordert das seinen Tribut und raubt dem Körper jegliche Energie. Aus diesem Grund schlafen Menschen mit Depressionen häufig sehr viel und fühlen sich den ganzen Tag schlapp. Der Energiepegel hat zudem Auswirkungen auf die Stimmung – je weniger Energie Sie haben, desto schlechter fühlen Sie sich und dieser Kreis kann schwer zu durchbrechen sein.

7. Depressionen ist nicht Traurigkeit

Die Gefühle und Gedanken, verursacht durch Depressionen, können manchmal mit Traurigkeit verwechselt werden, aber Depressionen sind nicht das gleiche. Sie können nämlich Depressionen haben, aber sich überhaupt nicht traurig fühlen. Manche Menschen sind depressiv während schwieriger Lebensphasen, wie zum Beispiel dem Verlust eines Nahestehenden, Familienproblemen oder Arbeitslosigkeit. Es ist jedoch wichtig, den Unterschied zwischen Traurigkeit und Depressionen, was eine mentale Krankheit ist, zu erkennen. Der Mangel an Verständnis, dass Depressionen mehr als nur ein Gefühl sind, verharmlost die Krankheit und schafft unrealistische Erwartungen beim versuch darüber hinwegzukommen – und bei den Menschen, die helfen wollen.

8. Sie genießen Dinge auf eine andere Weise – oder überhaupt nicht mehr

Dinge, die Sie vorher mochten – Musik, den Strand, Filme, Zeitvertreib mit Freunden, Hobbys – können nicht mehr ansprechend erscheinen, wenn Sie an Depressionen leiden. Was Sie früher zum lachen und Freude in Ihr Leben gebracht hat, kann nun abschreckend sein. Sie haben dann vielleicht kein Interesse mehr daran, Dinge zu tun, die Sie früher so sehr geliebt haben. Depressionen beeinflussen das ganze Leben und einfache Dinge, die Sie glücklich gemacht haben, erscheinen nicht mehr interessant. Und wenn Sie bemerken, dass diese Dinge nicht mehr ansprechend sind, kann das zu noch mehr Beklemmungsgefühlen führen, während Sie versuchen, die neue Realität zu verstehen und mit ihr klarzukommen.

9. Depressionen sind bei jedem anders

Laut der Weltgesundheitsorganisation leiden 350 Millionen Menschen weltweit an Depressionen. Ein Grund, weshalb Depressionen so schwierig zu behandeln sind, ist der Effekt, den sie auf die Menschen haben – es gibt keine einfache Prozedur, kein einzelnes Medikament oder Behandlung, die für jeden Menschen funktioniert, wie bei vielen anderen Krankheiten. Manchmal brauchen Betroffene Medikamente oder eine Therapie, oder eine Kombination aus beidem. Lebensveränderungen, um über die Depressionen hinwegzukommen, sind immer notwendig. Weil sich bei jedem die Krankheit anders auswirkt, ist das Beste zur Unterstützung Einfühlungsvermögen zu zeigen, während man daran arbeitet, die Depressionen zu behandeln.

10. Darüber zu sprechen ist schwierig und nervig

Eine häufige Reaktion auf Depressionen ist sie in sich zu vergraben und so zu tun, als wären sie nicht da. Aber niemand hält das auf ewig durch und schließlich muss eine Kommunikation mit einer Vertrauensperson oder einem Arzt stattfinden – und das ist nicht einfach. Depressionen sind auch heutzutage noch stigmatisiert und es herrscht ein Mangel an Verständnis der Komplexität der Krankheit. Das macht es noch schwerer die Anstrengungen und die Auswirkungen der Krankheit auf Ihr Leben auszudrücken. Aber viele Menschen öffnen sich dann, egal ob gegenüber einem Freund oder einem Arzt, wenn sie sich unterstützt und verstanden fühlen.

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