Fitness & Ernährung

Zehn einfache Schritte zu einem dicken, ungesunden Körper

Es scheint so, als ob wir von den Medien in Sachen Gesundheitsratschläge und Super-Foods, die uns länger und schlanker leben lassen, heutzutage überwältigt werden. Geht es uns deswegen aber wirklich besser? Chronische Krankheiten, Übergewicht und psychische Störungen scheinen allerorts mehr zu werden, obwohl die breite Masse heute mehr über Gesundheit und Wellness weiß, als je zuvor. Vielleicht ist die Botschaft auch etwas in die Jahre gekommen. Vielleicht achten wir auch einfach nicht mehr so sehr darauf. Oder vielleicht sind wir mittlerweile zu gestresst und beschäftigt, um uns darüber wirklich Sorgen zu machen. Denjenigen, die es leid sind immer das gleiche Lied zu hören und sich eine neue Perspektive wünschen, seien die folgenden zehn (ironischen) sehr einfachen Schritte in Richtung des ungesündesten Körpers aller Zeiten empfohlen …

Schritt 1: Trinken Sie Ihre Kalorien

Für reichlich Bauchspeck und hohen Blutzucker müssen Sie nicht mehr tun, als permanent Limonaden, Säfte, Sport-Drinks und alles andere zu trinken, das viel Zucker enthält. Das durchschnittliche zuckerhaltige Getränk besitzt circa 30 Gramm davon (das sind etwa acht Teelöffel pro Dose). Dazu zählen Fruchtsäfte, Energy-Drinks und sogar gesündere Optionen wie Mandel- oder Sojamilch (auch wenn sie meist weniger Zucker enthalten). Studien haben deutlich gezeigt, dass eine zuckerreiche Ernährung das Risiko chronischer Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herzprobleme erhöhen kann … ganz abgesehen von Übergewicht.

Ärzte raten vor allem zum Trinken von Wasser, aber das würde zu Hydrierung und generell höherem Wohlbefinden und Vitalität führen. Der beste Weg, um Krankheiten zu garantieren, ist daher eine zuckerreiche Ernährung. Um sicherzugehen, dass Getränke auch viel davon erhalten, achten Sie am besten auf die Etiketten an Flaschen und Dosen. Dort wird genau aufgelistet, wie viele Gramm Zucker im Lebensmittel enthalten sind. Denken Sie immer daran, dass ein dicker Bauch ganz schnell lediglich durch das Ersetzen von Wasser durch Limonaden erreichbar ist!

Schritt 2: Kein Frühstück

Wenn Sie es wirklich ernst mit dem Übergewicht sowie genereller Lethargie und geistiger Leistungsschwäche meinen, dann sollten Sie das Weglassen des Frühstücks als weiteren wichtigen Meilenstein betrachten. Auch wenn jüngste Untersuchungen angaben, dass der Einfluss verpasster Morgenmahlzeiten auf die Gewichtszunahme vernachlässigbar ist, warum sollten Sie es riskieren?

Indem Sie nicht frühstücken und bis zum Mittagessen (oder noch länger) warten, um die erste Mahlzeit des Tages zu sich zu nehmen, kann man für ein Ausmaß an Hunger sorgen, das anschließend nur eine richtige Fressorgie wieder befriedigen kann. Außerdem wird das Risiko gesunde Dinge wie Salat oder andere kalorienarme Speisen zu wählen drastisch verringert, da das Verlangen nach Kohlenhydraten und Fast Food zu diesem Zeitpunkt besonders hoch ist. Relativ bald sollten dann Energiemangel und Konzentrationsschwäche folgen.

Schritt 3: Essen Sie unbedingt verarbeitete Lebensmittel

Für maximal ungesunde Resultate sollten Sie grundsätzlich verarbeitete Lebensmittel frischem Gemüse und Früchten vorziehen. Diese lebensmittelartigen Produkte sind bis oben hin voll mit Salz, Zucker, Transfetten und einer Vielzahl an Chemikalien, die Mangelernährung garantieren.

Nicht nur, dass Sie damit endlich Ihr dickes Äußeres erreichen, Sie steigern dadurch auch Ihr Risiko von Krebs und Herzkrankheiten! Moment … es kommt noch besser. Amerikanische und deutsche Forscher behaupten, dass verarbeitete Speisen teilweise für Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, Asthma und Ekzeme verantwortlich zu machen sind.

Schritt 4: Schlafen Sie weniger als sieben Stunden pro Nacht

Um den schlechtesten Körper aller Zeiten zu bekommen, ist es wichtig, spät ins Bett zu gehen und täglich weniger als sieben Stunden Schlaf zu bekommen. Schlafmangel führt nämlich gerne zu Diabetes, hohem Blutdruck, Herzkrankheiten, erhöhtem Stress und Entzündungen.

Zudem haben epidemiologische Studien große Gruppen von Leuten begleitet, die weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht hatten. Die Ergebnisse deuten auf einen Zusammenhang zwischen Schlaflosigkeit und Übergewicht hin. Vergessen Sie also das lästige Gefühl von Wohlbefinden und Gesundheit und achten Sie darauf, bis spät nachts fernzusehen oder im Netz zu surfen.

Schritt 5: Mehr Stress, um hässliche Muskeln loszuwerden

Mehr Arbeit, weniger Schlaf und Sorgen um Alles und Jeden sorgen für den größtmöglichen Stress. Studien ergaben, dass chronischer Stress den Abbau der Skelettmuskulatur vorantreibt, indem viel vom Stresshormon Kortisol freigesetzt wird.

Dies wiederum aktiviert Enzyme, welche die unpraktischen Muskelfasern aufbrechen. Machen Sie sich also künftig keine Gedanken mehr um Muskelaufbau und konzentrieren Sie sich lieber auf Maßnahmen, die einen stressigen Lebensstil verursachen. In kürzester Zeit wird dadurch ein hoher Körperfettanteil sowie generelle Erschöpfung erzielt.

Schritt 6: Bewegen Sie sich so wenig wie möglich

Es ist eine Tatsache. Menschen, die zwischen 30 und 60 Minuten körperliche Aktivität in ihren Tagesablauf integrieren, leiden an besserer Gesundheit und höherer Lebensqualität. Werden Sie also nicht Teil der Statistik! Sitzen Sie so viel wie möglich im Auto, Büro oder auf dem Sofa, um das Risiko von Verletzungen, Übergewicht und all den anderen fabelhaften chronischen Krankheiten zu erhöhen, die ein Leben minimaler Bewegung mit sich bringt.

Mediziner behaupten, dass 60 Minuten durchgehendes Sitzen bereits der Gesundheit schadet. Überhaupt sollen jede Menge körperliche Probleme allein durch chronisches Sitzen entstehen – angefangen bei Veränderungen der Knochendichte und Muskelmasse bis hin zu Herzkrankheiten und Krebs kann eine Existenz ohne ausreichend Bewegung zahlreiche Konsequenzen haben.

Schritt 7: Schlucken Sie Ihre Wut immer herunter!

Warum sollten Sie Zeit damit verschwenden, zu lernen mit Wut und Frustration umzugehen? Dies könnte nur zu mehr Lebensqualität und besserer geistiger und körperlicher Verfassung führen. Studien geben an, dass Menschen, die chronische Wut unterdrücken, leichter an Herzkrankheiten und anderen chronischen Problemen wie Krebs leiden. Noch besser ist die Vermutung von Medizinern, dass ein aggressiver Umgang mit Wut das Risiko eines Herzinfarkts erhöht.

Das sind tolle Neuigkeiten für diejenigen, die die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung gerne erhöhen. Warum sollte man unangenehme Emotionen wie Frustration, Trauer und Enttäuschung angehen, wenn man doch jeden Tag etwas wütender werden kann? Abgesehen davon, dass dadurch mehr Löcher in die Wände kommen, führt es oftmals auch zu sozialer Isolierung und Herzproblemen.

Schritt 8: Tragen Sie niemals Sicherheitsausrüstung

Helm, Knie- und Ellbogenschoner, Sicherheitsgurte usw. werden Sie nur vor einem Leben mit Gehirnverletzungen, chronischen Muskel- und Knochenschmerzen oder Lähmung bewahren. Warum sollten wir uns Gedanken über eine Zukunft mit gesundheitlichen Problemen machen, wenn wir heute für den Moment leben und die Freiheit der Helmlosigkeit erfahren dürfen. Die Statistik bestätigt uns sogar darin, denn noch nie war die Entscheidung für die Haare und gegen den Kopfschutz ausgeprägter als heute.

Es wird davon ausgegangen, dass von den Millionen an Radfreunden circa die Hälfte die Entscheidung trifft, sich die Haare zu ruinieren und einen Helm zu tragen. Das Ergebnis dieser Wahl ist ein Leben ohne Kopfverletzungen und potenziellem Tod … aber die Haare sehen definitiv schlecht aus!

Schritt 9: Beschäftigen Sie sich … und bleiben Sie beschäftigt

Stellen Sie sicher, dass Sie keine Zeit für Hobbys oder Familie haben, indem Sie jede Minute des Tages mit Arbeit und anderen Verpflichtungen verplanen. Das Beseitigen freier Stunden wird Ihnen beim Zunehmen helfen, da Sie schneller essen und viel gestresster sind. Außerdem werden Sie keinerlei Möglichkeit mehr haben für innere Ruhe, Glückseligkeit und all die anderen irritierenden emotionalen und körperlichen Bedürfnisse zu sorgen, was lediglich zu besserer Gesundheit und mehr Lebensqualität führen würde. Psychologen behaupten, dass es wesentlich sei, die eigene Geschäftigkeit ab und an zu durchbrechen, um eine bessere Perspektive, verbesserte Aufmerksamkeit sowie mehr Motivation, Produktivität und Kreativität zu erlangen. Aber was wissen die schon?

Um den schlechtesten Körper aller Zeiten zu bekommen, muss man sicherstellen, dass keine Minute des Tages frei bleibt. Mit zu viel Arbeit, permanenter Connectedness per Email, Facebook und einer großen Anzahl weiterer Social-Media-Sites garantiert man praktisch einen Lebensstil voller chronischem Stress, dem chronische Krankheiten folgen und – mit viel Glück – geistige Störungen wie Depression, Angst und Erschöpfung, die nur ein Leben im Hamsterrad hervorrufen kann.

Schritt 10: Werden Sie süchtig nach etwas

Zum Glück gibt es jede Menge Arten der Abhängigkeit. Von Substanzen wie Alkohol und einer Vielzahl an Drogen bis hin zu Fernsehen, sozialen Medien, Glücksspiel, Sport und Shoppen. Dabei ist es wichtig, sich ausschließlich selbst zu behandeln und niemals auf mögliche unterliegende emotionale Probleme einzugehen. Ein Leben vor dem Fernseher ist eine tolle Option, um jegliche Aktivität einzustellen und dick zu werden. Oder aber man entwickelt eine Sucht nach Shopping und Anhäufung von Materiellem. Abgesehen davon, dass man damit lästige Gefühle wie Traurigkeit, Depression und Leere unterdrückt, macht man dadurch meist auch noch eine Menge Schulden und holt sich finanzielle Probleme ins Haus!

Psychologen behaupten, dass Suchterkrankungen fast immer auf Gefühle sozialer und psychologischer Isolierung zurückzuführen sind (auch als Dislokation bezeichnet). Diese Mangel an menschlichem Kontakt wird anschließend durch krankhaftes Shoppen, Spielen sowie Drogen, Essen, Alkohol und sogar Sport kompensiert. Die gute Nachricht ist jedoch, dass jeder für Dislokation empfänglich ist. Alles, was man dafür tun muss, ist die Kultivierung von Beziehungen mittels sozialer Medien und die Vernachlässigung jeglichen echten menschlichen Kontakts. Dadurch erhöht sich nicht nur das Risiko einer Sucherkrankung, sondern auch das einer ernsthaften chronischen körperlichen Krankheit.

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