Fitness & Ernährung

9 gesunde Kräuter, die Sie für Unkraut hielten

Jeder Hausbesitzer musste sich irgendwann schon einmal mit lästigem Unkraut auseinandersetzen. Egal ob es aus dem Nachbarsgarten kommt oder versehentlich selbst gepflanzt wurde, Unkraut jäten ist zeitraubend und nervenaufreibend. Aber so manches Unkraut ist nicht ganz so schlecht wie sein Ruf. Sie brauchen sie vielleicht nicht unbedingt kultivieren, aber wenn sie schon auf Ihrem Grundstück wachsen und man sich um sie kümmern muss, dann kann es sich auch lohnen, mit ihnen in der Küche zu experimentieren.

Es ist wichtig anzumerken, dass Sie sich mit Ihrem Arzt absprechen sollten, bevor Sie irgendwelche Zusätze in Ihre Ernährung mit aufnehmen. Aber diese Pflanzen tragen ein einzigartiges Aroma zu Ihren Gerichten bei und haben alle gesundheitliche Vorteile, weshalb Sie nicht im Müll oder auf dem Komposthaufen landen sollten. Hier sind ein paar davon …

1. Sauerampfer

Jeder, der mit Julia Child vertraut ist, weiß, dass sie eine große Leidenschaft für französische Sauerampfersuppe hatte. Die in der französischen Küche weitverbreitete Suppe hat einen würzigen Zitronengeschmack. Man kann Sauerampfer auch als Ersatz für Rucola im Salat verwenden. Sauerampfertee ist in Ägypten, Senegal und Sudan sehr beliebt und wird als Grundnahrungsmittel angesehen. Normalerweise ist diese Pflanze im Garten sehr aufdringlich und eine der ersten, die im Frühling sprießt.

Laut des Scientific Research Council of Jamaica ist Sauerampfer reich an einer Vielfalt von Vitaminen und Mineralien. Vitamin C, Kalzium, Niacin sowie Flavonoide (starke Antioxidantien) sind alle in Sauerampfer enthalten. Forscher in Mexiko haben außerdem berichtet, dass der tägliche Konsum Triglyceride erheblich reduzieren kann.

2. Goldrute

Goldrute wird oft für den Auslöser von Heuschnupfen gehalten, aber die Schuld liegt eigentlich bei deren gewöhnlichem Begleiter, dem Beifußblättrigen Traubenkraut. Laut einer Legende sollen die Kolonisten nach der Boston-Tea-Party 1773 eine spezielle Art Goldrute (Solidago odoro) als Alternative zu dem teureren Getränk verwendet haben, das von England importiert wurde. Die vorwiegend im Spätsommer und Herbst blühende Goldrute ist eine hohe, dünne Pflanze mit goldgelben Blüten. Der Tee wird aus den pilzfreien Blättern und den Blüten gemacht. Die Sorten, die einen starken Anisgeruch haben, sind die Geschmackvollsten.

Das Penn State Milton S. Hershey Medical Center erklärt, dass Goldrute entzündungshemmende Eigenschaften besitzt und traditionell als Diuretikum (harntreibendes Mittel) verwendet wurde. Es wurde genutzt, um Entzündungen der Nieren und der Blase zu behandeln, sowie gegen Erkältung, Arthritis, Gicht und Nierensteine.

3. Beifuß

Vor der weitverbreiteten Verwendung von Hopfen als Aromastoff und Kräuterkonservierungsstoff von Bier im mittelalterlichen Europa war Beifuß eine beliebte Zutat bei den Braumeistern. Er ist sehr süß und hilft dabei, den Malzgeschmack in bestimmten Biersorten hervorzuheben. Es gibt zwar gewisse Bedenken über die Giftstoffe darin, aber durch die Gärung sollen diese deaktiviert werden. Er ist ein naher Verwandter der Wermut und die rohe Pflanze wird nicht zum Verzehr empfohlen.

Beifuß wurde traditionell von Hebammen genutzt und die Chemikalie darin soll, laut WebMD, die Gebärmutter stimulieren. Er wird als Aromastoff in Schlafkissen verwendet, oder in Kräuterbädern, um Gelenk- und Muskelschmerzen zu lindern.

4. Schafgarbe

Schafgarbe kommt häufig vor und verbreitet sich sehr schnell, wenn man sie nicht im Zaum hält. Sie ist bei Kräutergärtnern beliebt, da sie die Produktion ätherischer Öle von kulinarischen Pflanzen, die sich darum befinden, verstärkt. Fossile von Schafgarbe wurden in Neandertalerstätten in Europa gefunden und die Pflanze ist deshalb wahrscheinlich schon seit über 60.000 Jahren ein Begleiter des Menschen. Sie war ein weiteres beliebtes Kraut für das Brauwesen im mittelalterlichen Europa und hat ein bitteres Geschmacksprofil.

Schafgarbe wurde im prä-kolumbischen Nordamerika zu Behandlung verschiedenster Krankheiten genutzt. Im Rodale’s Illustrates Encyclopedia of Herbs wird Schafgarbe die Eigenschaft zugesprochen, Fieber und Schmerzen zu behandeln. Das liegt womöglich an dem Salizylsäure-Derivat, ähnlich dem Aspirin, in der Pflanze. Sie enthält auch einen Entzündungshemmer namens Azulen.

5. Baldrian

Baldrian ist für sein angenehmes Aroma bekannt. Der amerikanische Kräuterkenner Michael Moore beschreibt das Aroma als „der exakte Geruch von dreckigen Socken“. Es gibt auch eine Art, die in Asien verbreitet ist und lokal Phu heißt. Übler Geruch beiseite, Baldrian hat eine lange Verwendungsgeschichte. Laut der Legende soll der Rattenfänger von Hameln Baldrian, neben seiner Musik, verwendet haben, um die Ratten aus der Stadt zu locken. Das liegt an der Fähigkeit sowohl Katzen zu berauschen als auch Ratten anzuziehen.

Baldriantee und Medikamente sind in Europa leicht zugänglich und werden seit Langem sicher genutzt. Das US National Institute of Health erkennt die Fähigkeit von Baldrian als Beruhigungsmittel sowie als mögliche Behandlung für Schlaflosigkeit an. Obwohl eine starke Dosis zu Erbrechen und Schwindel führen kann, hat die Wurzel viele Anwendungsbereiche, wie zum Beispiel in Form von Beruhigungstee.

6. Pfefferminz

Die meisten erfahrenen Gärtner können Ihnen eine Gruselgeschichte über die Anpflanzung von Pfefferminz erzählen. Es hat ein angenehmes Aroma und füllt die leeren Flächen im Garten schnell auf. Es verdrängt die Nachbarspflanzen in alarmierender Geschwindigkeit und produziert Ableger sowie Triebe aus kleinen Wurzelteilen im Boden. Obwohl man es im Garten nicht gern sieht, ist es in der Küche sehr nützlich.

Pfefferminz kann man verwenden, um Eistee, Desserts, Süßigkeiten und alkoholhaltige Cocktails zu verfeinern. Als Tee kann Pfefferminz auch den Magen beruhigen. Die US Library of Medicine sagt, dass es effektiv gegen die Symptome von Reizdarmsyndrom und Sodbrennen hilft. Es hat sich auch gezeigt, dass es effektiv den Darm bei Rektaluntersuchungen entspannen kann, wofür Sie es hoffentlich nie brauchen.

7. Weide

Jeder, der mit dieser unersättlichen Pflanze vertraut ist, kann Ihnen bestätigen, wie problematisch sie ist. Die Wurzeln von Weidenbäumen, die in der Nähe Ihres Hauses gepflanzt wurden, können das Fundament beschädigen. Weide reagiert aggressiv auf das Zuschneiden und kann sich danach in der Größe verdoppeln. Die gekräuselte Art wird für ihre wunderschönen Äste geschätzt und im Kunsthandwerk verwendet, aber hat durch ihre Fähigkeit, umliegende Pflanzen in wärmeren Klimazonen zu vertreiben an Wohlgefallen verloren. Kleinere Sorten werden für die Anpflanzung im Garten empfohlen.

Als medizinische Pflanze ist Weide unübertroffen. Weidenborkentee war historisch sehr beliebt und wurde seit der Zeit von Hippokrates genutzt. Die Aktivbestandteile in der Weidenborke wirken ähnlich wie Aspirin und können verwendet werden, um ähnliche Leiden zu behandeln. Das University of Maryland Medical Center empfiehlt die Verwendung von Weide bei folgenden Problemen – Kopfschmerzen, Schmerzen im unteren Rücken und Arthrose.

8. Löwenzahn

Wenn Sie durch den Gartenbereich Ihres Baumarktes spazieren, kommen Sie an Werkzeugen vorbei, speziell zum Herausziehen der langen, festen Wurzeln dieses verhassten Unkrauts. Es ist der Feind von jedem, der einen perfekten grünen Rasen haben will. Kürzlich durchgeführte Studien haben ergeben, dass die Pfahlwurzeln von Löwenzahn tatsächlich nützlich für den Rasen sein können, indem sie Nährstoffe tief aus der Erde hochholen und verteilen. Die bitteren Blätter sind außerdem lecker im Salat und werden als Beilage in gehobeneren Restaurants serviert.

In der Medizin wird Löwenzahn häufig als Diuretikum (harntreibendes Mittel) verwendet. Im Mittleren Osten wurde er schon seit dem 10. Jahrhundert verwendet. Laut Agriculture and Agri-Foods Canada ist Löwenzahn reich an Vitamin C und wirkt angeblich als Appetitanreger.

9. Wegerich

Wegerich kommt so häufig vor, dass Sie mit Sicherheit schon einmal bei einem Spaziergang darauf gestoßen sind. Er wächst auf Rasen, in den Spalten von Gehsteigen und so ziemlich überall, wo Pflanzen wachsen können. Er ist nicht besonders schön anzuschauen und kann ziemlich lästig sein, aber er ist relativ mild im Geschmack und kann unter anderem im Salat verwendet werden.

Die Blätter werden häufig als Hautcreme gegen Insektenstiche, Sonnenbrand, Blasen und Brennnesselstiche genutzt. Die Blätter enthalten Tannin und Allantoin, was die Beliebtheit als Hautsalbe erklären könnte. Das University of Michigan Health System erkennt Wegerich aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften zudem zur Behandlung von chronischer Bronchitis an.

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