Fitness & Ernährung

12 Sportübungen bei chronischen Krankheiten

Sport bei chronischen Krankheiten zu verschreiben, lindert oftmals nicht nur die Symptome oder verhindert Erkrankungen, sondern hat zudem noch viele andere positive Effekte. Angefangen bei der Stressreduzierung und der Unterstützung des Immunsystems bis hin zur Senkung des Blutdrucks und des Cholesterinspiegels, kann körperliche Betätigung – wenn moderat betrieben – neben der physischen auch die mentale Befindlichkeit deutlich verbessern. Mehr und mehr Studien untersuchen daher die Beziehung zwischen Sport und speziellen Gesundheitsproblemen.

Im Folgenden finden Sie eine Liste mit zwölf Vorschlägen für Trainingsübungen, die vorbeugen oder behandeln. Wie bei allen anderen gesundheitsrelevanten Fragen ist es auch hier wichtig, mit Ihrem Arzt zu sprechen, bevor Sie sich ein Sportprogramm zusammenstellen. Wenn Ihnen Ihr Arzt das grüne Licht gibt, dann sollten Sie sich zusätzlich außerdem vom einem Personal-Trainer oder Bewegungswissenschaftler ein paar Tipps holen.

1. Sport bei Rückenproblemen

Diejenigen, die an chronischen Rückenschmerzen leiden, werden um Sport vielleicht erst einmal einen großen Bogen machen, um die Situation nicht noch zu verschlimmern. Fakt ist allerdings, dass regelmäßige Bewegung gegen Muskelsteifheit und Schwäche hilft und die Wirbelsäulmuskulatur stärkt. Um weitere Verletzungen zu vermeiden, ist es jedoch wichtig, das jeweilige Training sehr bewusst anzugehen.

Rehabilitationsspezialisten raten daher zu einer Reihe von Dehnübungen, um die Flexibilität der Muskeln an Rücken, Beinen, Po und Wirbelsäule zu erhöhen. Zusätzlich hilft das Stärken des Rumpfs (Bauchmuskeln) und der Muskeln um die Wirbelsäule dabei, weiteren Schäden vorzubeugen. In puncto Cardio sollten Sie vor allem Low-Impact-Sport (wie Schwimmen oder Radfahren) betreiben.

Lower Back Pain from Chair

2. Sport bei Diabetes

Forschungen zeigen, dass es äußerst ratsam für Ärzte ist, Diabetikern Sport als „Medikament“ zu verschreiben, da er effektiv den Blutzuckerspiegel senkt (und damit genau so wie Diabetes-Arzneien wirkt, nur ohne die negativen Nebenwirkungen).

Zusätzlich zu einer gesunden Ernährung wird Diabetikern daher wöchentlich für 150 Minuten (ca. 20 Minuten pro Tag) eine Kombination aus mäßiger bis intensiver aerober Betätigung und Muskelstärkungsprogramm empfohlen.

diabetes

3. Sport bei Arthritis

Wie auch bei Rückenschmerzen kommen den meisten Arthritispatienten bei Sport erst einmal weitere Schmerzen in den Sinn. Interessanterweise aber führt Bewegungsmangel zur Verstärkung der Symptome und nicht zur Linderung. Richtig eingesetzt kann Sport Gelenkschmerzen und –steifheit sowie die Beweglichkeit der Gelenke verbessern, so dass z.B. das Treppensteigen deutlich erleichtert wird.

Das Sportprogramm bei Arthritis sollte dabei aber strikten medizinischen Richtlinien folgen. Dazu gehören 30-60 Minuten an wöchentlicher Low-Impact-Aerobic in Kombination mit einem grundlegenden Kraft- und Dehnungsprogramm (ein Set pro Muskelgruppe).

Arthritis

4. Sport bei Krebs

Studien weisen auf die Vorteile von Sport für Menschen hin, die wegen Krebs behandelt werden oder diesen überlebt haben. Sowohl das Management der Behandlungsnebenwirkungen wie auch Erholungsrate und die generelle Lebensqualität von Krebspatienten werden mittels Sport nachhaltig unterstützt. Gerade für diese Betroffenengruppe gibt es außerdem umfangreiche Anleitungen, die auf verschiedenste Sportübungen in unterschiedlichen Behandlungsstadien eingehen.

Bevor man daher mit dem Sport loslegt, ist es unerlässlich, die individuelle körperliche Situation durch medizinisches Fachpersonal genau feststellen zu lassen. Intensiver Sport kann das Immunsystem nämlich stark beanspruchen und daher ist es wichtig, die jeweilige körperliche Verfassung zu berücksichtigen.

PSA Prostate Cancer test

5. Sport für das Herz

Sport ist dermaßen wichtig für die Prävention von Herzkrankheiten, dass Mediziner seit Jahren behaupten, dass Menschen, die zu einem aktiven Lebensstil wechseln, ihr Herzkrankheitsrisiko zwischen 35 und 55 Prozent senken. Zudem reduzieren Patienten, die einen Herzanfall hatten, mittels Sport ihren Blutdruck, kontrollieren Blutfettwerte und beugen Diabetes vor.

Spezialisten für Herzrehabilitierung raten daher gerne zu verschiednen Übungen, die Blutdruck und Herzfrequenz senken sowie die Sauerstoffkapazität des Körpers erhöhen. Sowohl aerobe Aktivitäten und Krafttraining sind bekannt für eine wirkungsvolle Vorbeugung und Gesundung bei Herzkrankheiten (und das ohne die potentiellen Nebenwirkungen pharmazeutischer Produkte).

Coronary Heart

6. Sport bei Multipler Sklerose

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine Entzündungsstörung des zentralen Nervensystems und wird Studien zufolge am besten mit einer Kombination aus Medikamenten und Sport behandelt. Jüngste europäische Forschungen haben sogar ergeben, dass Sport ein essentieller Teil des Krankheits-Managements bei MS ist.

Die Studie wies verbesserte Muskelkraft, Gehfähigkeit sowie weniger Körperschwäche aufgrund moderaten Trainings nach, und zeigte zudem auf, dass neben den physischen Vorteilen auch das Ausmaß der oftmals durch die Krankheit verursachten Wut und Depressionen deutlich verringert wurde.

MS

7. Sport bei Erkältungen

Gesundheitsapostel erinnern ständig an das Händewaschen als bestes Mittel gegen Grippeviren und ähnliches. Selten wird dabei aber die Effektivität von Sport erwähnt. Eine Studie untersuchte diesbezüglich 149 Menschen über 50 mit entweder aktiver oder bewegungsarmer Lebensweise.

Wenig überraschend hatten diejenigen, die regelmäßig Sport trieben, seltener eine Grippe oder Erkältung und damit einhergehend auch weniger Fehltage bei der Arbeit. Dennoch sollte darauf hingewiesen werden, dass extremer Sport die gegenteilige Wirkung haben kann, da dadurch das Immunsystem zu sehr beansprucht wird, was es anfälliger Erreger aller Art macht.

running meditation

8. Sport bei hohem Blutdruck

Mehr und mehr Menschen scheinen heutzutage irgendwelche Medikamente gegen hohen Blutdruck zu nehmen und das bei potentiellen Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Schwindel (um nur ein paar wenige zu nehmen). Was wäre, wenn es stattdessen eine Behandlung gäbe, die nicht nur den Blutdruck senkt, sondern gleichzeitig auch noch Kraft, Ausgeglichenheit, Schlafqualität und Energiehaushalt verbessert sowie Depressionen, Cholesterin und das generelle Risiko einer chronischen Erkrankung minimiert?

Obwohl es keine Übungen gibt, die hier besonders zu bevorzugen wären, so ist es wichtig, die Dosierung in vernünftigem Rahmen zu halten. Das heißt, dass 150 Minuten Sport pro Woche meistens ausreichen, um den Blutdruck nachhaltig zu senken und die allgemeine Gesundheit zu verbessern.

blood pressure

9. Sport bei Demenz

Demenz ist ein Überbegriff für eine Reihe chronischer Probleme, die mit Erinnerungsverlust, verminderten rationalen Fähigkeiten sowie Persönlichkeitsveränderungen zu tun haben. Auch wenn Ursache und Behandlung nach wie vor ungeklärt sind, so hat sich Sport als wirksam gegen abnehmende kognitive Fähigkeiten erwiesen.

Jemand, der sich in einem dementen Anfangsstadium befindet, muss sein Sportprogramm wahrscheinlich nicht ändern, doch fortgeschrittene Krankheitsverläufe erfordern meist individuelle Übungen. Angefangen bei Aktivitäten im Sitzen über Ballspiele, Tai Chi und Schwimmen bis hin zu Sport mit Musik und Gruppentraining bieten die meisten Pflegeeinrichtungen daher oft eine große Auswahl.

Water Aerobics

10. Sport bei Schlaflosigkeit

Ein nicht unerheblicher Anteil der Gesellschaft leidet Studien zufolge an Schlafmangel oder Schlaflosigkeit, was mittlerweile als weltweites Gesundheitsproblem gesehen wird. Bezüglich Sport bei Schlafstörungen gibt es gute und schlechte Nachrichten. Gut ist, dass regelmäßige Bewegung nachweislich einen positiven Effekt auf Schlafmenge und –qualität hat.

Eher unerfreulich ist, dass sich eine Verbesserung des Schlafs nur langsam einstellt. Demnach dauert es ca. vier Monate bis Sport schlaffördernd wirkt und außerdem muss dabei auf ein gesundes Verhältnis zwischen Körperruhe und physischer Verausgabung geachtet werden. Zu wenig Schlaf schadet nämlich wiederum dem Trainingseffekt. Unterm Strich ist also etwas Geduld gefragt, um mittelfristig wieder gut zu schlafen.

man yoga

11. Sport bei Fibromyalgie

Patienten mit Fibromyalgie leiden an chronischen Muskelschmerzen und extremer Schwäche. Gerade die starken Beschwerden bei dieser Krankheit machen Sport zu einer großen Herausforderung, die sich aber gleich mehrfach lohnt. Neben der Schmerzlinderung verbessern sich nämlich auch das Sozialleben, mögliche Depressionen und generell die Lebensqualität.

Das Training besteht hierbei aus einer Kombination aus Dehnen, Kraftübungen und Aerobic. Die Intensität sollte ein moderates Maß nicht überschreiten und auf die speziellen Bedürfnisse des Patienten eingehen.

Fibromyalgia

12. Sport im Alter

Viele von uns hoffen darauf, ein hohes Alter zu erreichen, was aber natürlich nicht nur Vorteile mit sich bringt. Der Gewinn an Weisheit und Erfahrung, bedeutet im Gegenzug fast immer einen physischen Verlust und doch kann ein sportlich aktives Leben die Folgen des Alterns für den Körper reduzieren.

Der Trick dabei ist, sich nicht zu verausgaben und Sportarten zu meiden, die zu permanenten Verletzungen oder chronischen Schmerzen führen können. Lebenslanger Dauerlauf mit hoher Intensität erhöht z.B. leider die Wahrscheinlichkeit von Unbeweglichkeit im Alter aufgrund irreversibler körperlicher Schäden. Ein moderates Programm aus Gehen, Körperresistenztraining und Beweglichkeitsübungen ist daher der beste Weg für ein gesundes und mobiles Leben in jeder Altersstufe.

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