Fitness & Ernährung

11 Fakten und Strategien für Betroffene von Lebensmittelallergien

Ungefähr 10 Millionen Menschen leiden in Deutschland an der ein oder anderen Art von Allergie. Das Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention schätzt, dass ca. 5 Prozent der Kinder und 4 Prozent der Erwachsenen von einer Lebensmittelallergie betroffen sind. Babys und Kinder gehören zu der größten Risikogruppe, aber Allergien können sich in jedem Alter entwickeln, selbst auf Lebensmittel, die vorher ohne Probleme gegessen wurden. Der Körper hat dank dem Immunsystem einen eingebauten Schutz vor Gefahren, der Infektionen bekämpft, um uns gesund zu halten.

Man spricht von einer Lebensmittelallergie, wenn der Körper auf ein Lebensmittel oder eine Substanz in einem Lebensmittel reagiert, als wäre es eine Bedrohung. Dies wiederum löst eine übertriebene Immunreaktion aus. Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf Lebensmittelallergien werfen und was man dagegen tun kann…

1. Ursachen von Lebensmittelallergien

Lebensmittelallergien können vererbbar sein. Eine Person, die die genetische Veranlagung besitzt den Antikörper IgE (Immunoglobin E) gegen Lebensmittel zu bilden, muss erst mit dem speziellen Lebensmittel in Kontakt kommen.

Die Verdauung des bestimmten Lebensmittels löst dann im Körper die Produktion großer Mengen IgE’s aus, was wiederum die Mastzellen stimuliert, Histamin auszuschütten. Allergische Symptome treten speziell an dem Gewebe auf, wo das Histamin ausgeschüttet wurde.

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2. Häufige allergische Symptome auf Lebensmittel

Wenn die Mastzellen der Ohren, Nase und dem Hals Histamin ausschütten, können Symptome wie Juckreiz oder Schwellungen im Mund bzw. Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen auftreten. Wenn die Mastzellen im Magen oder im Darmtrakt sind, können die Symptome Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall beinhalten.

Schütten Mastzellen in der Haut diese chemischen Stoffe als Reaktion auf eine Lebensmittelallergie aus, treten bei dem Betroffenen ein bemerkbarer Hautausschlag, Ekzeme, oder Nesselsucht auf. Weitere Symptome können abfallender Blutdruck und Keuchen sein.

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3. Lebensmittel, die Lebensmittelallergien auslösen

Bei Kindern gehören zu den Lebensmitteln, die am häufigsten allergische Reaktionen auslösen, Eier, Milch, Soja und Erdnüsse. Kinder können jedoch manchmal aus ihren Lebensmittelallergien herauswachsen.

Bis zu 90 Prozent der allergischen Reaktionen bei Erwachsenen werden von Erdnüssen oder Baumnüssen (z.B. Walnüsse), Milch und Milchprodukten, Eier und Fisch sowie Krustentieren (z.B. Krebse, Hummer, Krabben und Schrimps) verursacht.

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4. Anaphylaxie

Anaphylaxie ist eine schwere allergische Reaktion auf Lebensmittel, die tödlich sein kann. Während einer Anaphylaxie kann der Blutdruck eines Patienten plötzlich abfallen und er gerät in einen Schockzustand. Zudem können die Atemwege so stark zuschwellen, dass Ersticken droht.

Das Amerikanische College für Allergie, Asthma und Immunologie schätzt, dass eine schwere allergische Reaktion bei 20 Prozent oder mehr der Menschen wieder auftreten kann, sobald sie erst einmal aufgetreten ist. Man kann nicht abschätzen, ob eine zukünftige Reaktion mild oder schwer sein wird. Deshalb ist es am besten vorbereitet zu sein, sobald Ihnen eine Lebensmittelallergie diagnostiziert wurde.

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5. Protein-induzierte Enterokolitis

Die Lebensmittel-Protein-induzierte Enterokolitis (LPIES) ist eine nicht-IgE Immunreaktion auf Lebensmittel, die den Magen-Darm-Trakt betrifft. Sie kann zu Erbrechen und Durchfall führen. Sobald die Lebensmittel, die empfindliche Proteine beinhalten, von der Ernährung entfernt werden, verschwinden die Symptome.

Kuhmilch, Milchprodukte und Soja sind die häufigsten Lebensmittel, die LPIES verursachen. Jedoch ist auch von Reis, Haferflocken und Roggen bekannt, dass sie diese Symptome hervorrufen können.

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6. Lebensmittelallergiediagnose

Ihr Arzt kann mittels eines Prick-Tests feststellen, ob Sie eine Lebensmittelallergie haben oder nicht. Eine kleine Menge Flüssigkeit mit dem Allergen wird in die subkutane Schicht der Haut auf der Unterseite des Arms oder auf dem Rücken injiziert. Innerhalb von 20 Minuten bildet sich eine Quaddel oder eine erhöhte Blase, wenn der Test positiv ist.

Bluttests sind weniger akkurat, aber können auch zur Diagnose herangezogen werden. Eine letzte Alternative ist eine orale Lebensmitteluntersuchung durchzuführen, was stets unter medizinischer Aufsicht geschieht. Dies beinhaltet eine kleine Menge des auslösenden Lebensmittels zu essen und zu sehen, ob eine Reaktion auftritt oder nicht.

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7. Behandlung von Lebensmittelallergien

Die Nummer eins Behandlung für Lebensmittelallergien ist das betroffene Lebensmittel komplett zu meiden. Das bedeutet, das auslösende Lebensmittel völlig aus der Ernährung zu streichen. Dadurch müssen Sie möglicherweise die Zutatenliste auf allen Produkten nach Eiern, Kuhmilch, oder Nüssen durchsuchen, die in vielen fertigen Gerichten enthalten sind.

Bei Menschen mit einer extremen Lebensmittelüberempfindlichkeit können sogar kleinste Spuren eine allergische Reaktion auslösen. Es gibt Leute mit einer Erdnussallergie, die schon bei 1/44.000 einer Erdnuss eine starke Reaktion aufweisen! Menschen, die anfällig für gefährliche allergische Reaktionen sind, sollten zudem ein Notfallarmband tragen.

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8. Autoinjektoren

Epinephrin (Adrenalin) ist das Medikament, mit dem Anaphylaxie behandelt wird. Es muss so bald wie möglich gegeben werden, weil eine schwere Reaktion schon innerhalb weniger Minuten nach dem Kontakt mit dem Lebensmittelallergen auftreten kann.

Ein Epi-Stift enthält das Medikament in einem Autoinjektor. Es wird für eine schnelle Aufnahme und Wirkung direkt in einen großen Muskel injiziert (normalerweise in den Oberschenkel).

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9. Umgang mit Lebensmittelallergien bei Kindern

Lebensmittelallergien können tödlich sein und außerhalb des Zuhauses auftreten. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern die Aufsichtsperson des Kindes in der Schule oder beim Sport auf die Lebensmittelallergie des Kindes hinweisen.

Außerdem sollte geklärt werden, wo sich der Autoinjektor des Kindes befindet. Kinder sollten auch darauf hingewiesen werden, ihr Essen nicht mit anderen zu teilen, um auslösende Lebensmittel an öffentlichen Orten zu vermeiden. Zudem sollten Kinder die Verwendung des Autoinjektors beigebracht bekommen.

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10. Essen gehen mit einer Lebensmittelallergie

Menschen mit einer Lebensmittelallergie müssen besonders aufmerksam sein, wenn sie essen gehen. Manchmal ist schon der Geruch eines Lebensmittels, auf das Sie allergisch sind, ausreichend für eine Reaktion. Kellner und Restaurantangestellte kennen nicht die exakten Zutaten jedes Gerichts, das sie servieren.

Sie sollten sich angewöhnen, Ihrem Kellner von Ihrer Allergie zu erzählen und wenn möglich vor Ihrer Bestellung mit dem Koch sprechen. Sie sollten auch Ihren Autoinjektor im Restaurant bei sich tragen und Ihren Essenspartner darauf hinweisen, wo er sich befindet.

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11. Lebensmittelallergien verhindern

Es gibt zwar keine speziellen Beweise dafür, dass Allergien verhindert werden können, aber es gibt Hinweise darauf, dass das Füttern von Kleinkindern vor einem Alter von 17 Monaten mit festen Lebensmitteln diese anfälliger für bestimmte Lebensmittelallergien machen kann.

Meistens wird empfohlen bis zu einem Alter von 3 Jahren zu warten, bis risikoreiche, allergene Lebensmittel (z.B. Erdnüsse, Meeresfrüchte und Baumnüsse) gegeben werden. Jüngste Forschungen des Kandischen Medizinjournals empfehlen jedoch Babys potentiell allergieauslösende Lebensmittel zu füttern, um die Entwicklung schwerer Lebensmittelallergien zu verhindern.

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