Erziehung

Zeigt mein Teenager Anzeichen von Schizophrenie?

Schizophrenie zeigt sich bei den meisten Betroffenen zum ersten Mal im Jugendalter. In den frühen Stadien der Krankheit lässt sich Schizophrenie dabei nur schwer diagnostizieren, da sich die Symptome oftmals mit relativ normalem Verhalten Heranwachsender überschneiden – dazu gehören z.B. Müdigkeit, Persönlichkeitsveränderungen und auch Feindseligkeit. Viele verweisen bei physischen und emotionalen Veränderungen daher auf hormonelle Ungleichgewichte und Begleiterscheinungen des Erwachsenwerdens.

Die folgenden Warnsignale treten häufig bei Schizophrenikern auf. Beachten Sie jedoch, dass nur das Vorhandensein mehrerer Symptome auf eine geistige Erkrankung hinweist – vereinzelte Auffälligkeiten reichen nicht aus. Falls Sie einen Verdacht auf Schizophrenie haben, sollten sie zuallererst professionellen Rat aufsuchen, um eine präzise Diagnose zu erhalten.

1. Zurückgezogenheit

Soziale Zurückgezogenheit ist häufig bei Schizophrenie-Patienten. Ein gesellschaftlich sehr aktiver Mensch kann sich z.B. plötzlich isolieren und paranoid oder misstrauisch auf seine Umwelt reagieren.

2. Emotionslosigkeit

Ein weiteres bekanntes Symptom von Schizophrenie ist Emotionslosigkeit. Verständlicherweise wird dies jedoch oft nur als jugendliche Apathie abgetan. Die jeweilige Person ist dabei nicht in der Lage Glücksgefühle auszudrücken oder zu weinen (ebenso kann das Gegenteil der Fall sein, was zu unkontrolliertem Lachen und Weinen führt).Das gesamte Verhalten erscheint insgesamt indifferent bei normalerweise stressigen oder emotionalen Situationen.

3. Schlaflosigkeit

Es ist typisch für Betroffene in frühen Stadien der Schizophrenie nicht in der Lage zu sein viel zu schlafen. Man kann sie nachts daher oft lesend, fernsehend oder am PC vorfinden. Die Schlaflosigkeit führt letztendlich zu starker Erschöpfung, Konzentrationslosigkeit und genereller Apathie.

4. Unerklärbare Feindseligkeit

Persönlichkeitsveränderungen treten plötzlich auf – besonders bei Aggressivität gegenüber Autoritätspersonen (z.B. Lehrern, Eltern, Vorgesetzten). Dies kann die Folge von Frustrationen mit Konzentrationsschwierigkeiten bei selbst kleinen Aufgaben und Problemen sein. Ausbrüche (auch gewalttätige) sind oftmals das Resultat.

5. Plötzlicher Mangel an Hygiene

Ein weiterer deutlicher Hinweis auf Schizophrenie ist eine plötzliche Nachlässigkeit grundlegender Körperpflege. Auch das kann schnell als jugendliches Verhalten verbucht werden, ist aber im Zusammenhang mit dem hormonellen Erwachen bei Teenagern doch auffällig. Die Vernachlässigung normaler Hygiene – wie z.B. kein Zähneputzen, seltener Wechsel von Kleidung und die Weigerung zu duschen kann auf ein mentales Problem deuten.

6. Vernachlässigung von Beziehungen

Gemeinsam mit dem intensiven Wunsch alleine zu sein, können sich betroffene Jugendliche selbst aus starken sozialen Bindungen lösen und regelmäßige Aktivitäten aufgeben. Dazu gehört z.B. mangelndes Interesse an alten Freunden, Sportarten oder Hobbys, die bis vor Kurzem eine zentrale Rolle im Leben des Jugendlichen spielten. Akademisch ausgezeichnete Teenager können zudem ihre Leidenschuft für Schule und Lernen verlieren.

7. Licht- und Lärmempfindlichkeit

Ungewöhnliche und plötzliche Sensitivität gegenüber Reizen – wie z.B. lauten Geräuschen, grellem Licht und auch Farben – kann auf ein geistiges Gesundheitsproblem hinweisen. Andauernder Lärm kann bei Schizophrenikern u.a. zu Aggressionen oder totaler Apathie führen.

8. Selbstverletzendes Verhalten

Schizophrene Menschen können plötzlich damit beginnen sich selbst zu verletzen – z.B. mittels Drogenexperimenten oder selbst zugefügten Schnittwunden. Außerdem neigen sie dazu, ihr Äußeres scheinbar grundlos stark zu verändern (z.B. durch das Abrasieren der Haare).

9. Eskapismus

Ein weiteres häufiges Frühwarnsignal bei Schizophrenie ist die Flucht aus Welt und Wirklichkeit, was bedeuten kann, dass Ihr Kind für längere Zeit ohne Angabe von Gründen verschwindet – insbesondere nach einem Konflikt. Häufiges Weglaufen oder Umziehen kann ebenfalls ein Hinweis sein.

10. Menschenscheue

Viele schizophrene Patienten weisen große Scheu und Zurückgezogenheit bei Körperkontakt mit anderen Menschen auf – d.h., sie weigern sich entweder Andere anzufassen oder weichen ihren Berührungsversuchen aus. Ausprägungen dieses Verhaltens können so drastisch sein, dass Schizophreniker ihre Hände in Papier wickeln oder Handschuhe tragen.

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