Erziehung

8 einzigartige Gesundheitsvorteile von Geschwisterrivalität

Geschwisterrivalität gab es bereits in altertümlichen biblischen Zeiten, in der Geschichte von Kain und Abel – den zwei Brüdern, die um die Anerkennung ihres Vaters konkurrierten. Ihre Geschichte ist voll von Emotion, Liebe, Hass und Eifersucht. Die Geschichte von Kain und Abel betont einige der einzigartigen Aspekte, durch die sich die Beziehung zwischen Geschwistern von allen anderen unterscheidet. Es ist ein Bund, der sowohl durch Biologie als auch durch äußere Umstände zustande kommt. Geschwister können Freunde oder Feine, Vertraute oder Konkurrenten sein. Geschwister teilen die gleichen biologischen Gene und oft auch das Umfeld, in dem sie aufwachsen.

Lassen Sie uns einen näheren Blick darauf werfen, was die Beziehungen zwischen Geschwistern so einzigartig und gut für uns macht…

1. Geschwister zu haben ist gut für Sie

Haben Sie jemals das Sprichwort „Blut ist dicker als Wasser“ gehört? Dieses bekannte Sprichwort impliziert, dass Familienbeziehungen wichtiger als Freundschaften sind, und auch so behandelt werden sollten. Einen Bruder oder eine Schwester zu haben ist gut für unsere Gesundheit. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit Geschwistern häufig altruistischer sind.

Geschwister zu haben kann Ihre mentale Gesundheit verbessern, Sie glücklicher machen und Ihnen sogar helfen, länger zu leben. Eine Studie aus dem Journal of PLoS Medicine fand heraus, dass Menschen ohne starke Bindung zur Familie durchschnittlich 7,5 Jahre früher starben, als jene, mit soliden Bindungen.

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2. Geschwister sind die längste Beziehung im Leben

Neben den Eltern, sind Geschwister die längste Beziehung, die Sie in Ihrem Leben haben werden, und in vielen Fällen ist sie schlicht die Längste. Sie teilen die frühen Jahre Ihrer Entwicklung und die Intimität Ihrer eigenen Eltern-Kind Beziehung mit Ihren Geschwistern, mal mehr, mal weniger. Sie teilen Ihre frühen Schwächen, Ängste, Triumpfe und lernen mit ihnen.

Geschwister kennen auch Ihre Schwächen und Stärken und vice versa. Sie haben Sie traurig und glücklich gesehen – gute und schlechte Zeiten zusammen durchgemacht. Sie haben gegenseitig Ihre besten und schlechtesten Seiten gesehen. Sie wurden Zeuge Ihrer Entwicklung zu reifen Erwachsenen. Keine andere Beziehung, nicht einmal zwischen Ihnen und Ihrem Lebenspartner wird so lange halten. Die Beziehung zu unserem Bruder oder unserer Schwester tendiert dazu, die längste in unserem ganzen Leben zu sein.

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3. Empathie wächst mit Geschwistern

Kinder, die mit Brüdern und Schwestern aufwachsen, tendieren dazu, mehr Empathie zu entwickeln. Sie müssen früh lernen, Dinge zu teilen – wie Spielzeug, Elternzeit, Zuneigung, Essen, Kleidung, etc. Kinder, die mit Geschwistern aufwachsen, lernen ihre Emotionen unter Kontrolle zu haben. Junge Kinder besitzen oft das volle Emotionsspektrum, von Wut und Eifersucht bis Liebe und Zuneigung.

Geschwister tendieren dazu, unabhängig vom Alter, voneinander zu lernen. Ältere Geschwister tendieren dazu, eine Helferrolle einzunehmen, welche die Entwicklung von Selbstwertgefühl und sozialer Verantwortung fördert. Jüngere Geschwister versuchen oft das Verhalten ihrer älteren Brüder und Schwestern nachzuahmen, weshalb sie motiviert bleiben, neue Dinge auszuprobieren.

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4. Geschwisterrivalität

Geschwisterrivalität kann bereits bei der Geburt des zweiten Kindes auftreten. Es ist ein Zustand, in dem ein oder mehrere Kinder mit einem Bruder oder einer Schwester konkurrieren oder Feindseligkeit zeigen. Geschwister verbringen in ihrer Jugend im Regelfall mehr Zeit miteinander als mit ihren Eltern. Während dieser Zeit kämpfen und konkurrieren sie miteinander um Zeit, Aufmerksamkeit, Spielsachen, Essen und eine Menge anderer Dinge.

Untersuchungen von Judy Dunn haben gezeigt, dass Kinder bereits im Alter von einem Jahr extrem sensibel dafür sind, wie ihre Eltern sie im Vergleich zu ihren Geschwistern behandeln. Dies kann über viele Jahre tiefgreifenden Einfluss auf Konflikte zwischen den Geschwistern haben.

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5. Geburtenfolge

Dem Psychologen Dr. Kevin Leman zufolge, können Persönlichkeitsunterschiede bei Geschwistern auf die Geburtenfolge und das Verhalten der Eltern zurückgeführt werden. Wenn neue Eltern ihr erstes Kind großziehen, tendieren sie dazu, durch Ausprobieren zu experimentieren. Sie sind oft streng und neurotisch. Deshalb tendieren erstgeborene Kinder zu perfektionistischem Verhalten, da sie versuchen, den hohen Erwartungen der Eltern gerecht zu werden.

Zweitgeborene Kinder werden andererseits häufig etwas entspannter erzogen, da die Eltern durch ihre Erfahrung bereits etwas selbstsicherer sind. Diese Kinder bekommen unter Umständen weniger Aufmerksamkeit von ihren Eltern als ihre älteren Geschwister, da sie jetzt zu zweit sind. Deshalb tendieren zweite Kinder eher dazu, es immer allen Recht machen zu wollen, statt wie ihr älterer Bruder oder Schwester ein Perfektionist zu sein.

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6. Was Eltern tun können, um die Geschwisterrivalität zu reduzieren

Eltern sollten das ältere Kind bereits vor der Geburt in die Schwangerschaft integrieren. Zeigen Sie ihm Ultraschallbilder des Babys in Mutters Bauch, lassen Sie es den Babybauch streicheln und die Bewegungen des Babys spüren. Erinnern Sie es an sein eigenes Säuglingsalter.

All dies sollte getan werden, während Sie dem älteren Kind das Gefühl geben, dass es wichtig und ein Teil dieses Events ist. Sie können dem älteren Kind den Titel „Mamas Helfer“ geben. Dies ist ein weiterer Schritt, um regelmäßig eine „besondere“ Zeit mit dem älteren Kind zu verbringen. Sie sollten auch daran denken, Grenzen zu setzen, positiv zu bleiben und Ihren Sinn für Humor zu behalten.

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7. Geschwisterrivalität im Erwachsenenalter

Untersuchungen haben gezeigt, dass 33 Prozent der Konflikte zwischen Geschwistern für das ganze Leben anhalten. Für diese Erwachsenen endet Kontakt mit ihren Geschwistern unvermeidbar darin, dass bestimmte Trigger aktiv werden und die alten Rollen aus der Kindheit wieder eingenommen werden.

Untersuchungen von Judy Dunn, die Vorreiterin der Studien über Geschwister im Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten ist, schlussfolgern, dass elterliche Favorisierung und Inaktivität bei der Beobachtung der Umgangsart zwischen den Geschwistern, die Entwicklung von Rivalität zwischen den Kindern begünstigen kann. Diese Verhaltensmuster sind so tief in der Kindheit verwurzelt, dass erwachsene Geschwister nicht genau definieren können, woher die Feindseligkeit kommt und was sie auslöst.

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8. Die Beziehung zwischen erwachsenen Geschwistern pflegen

Beziehungen zwischen Geschwistern können sich mit der Zeit drastisch verändern. Bedeutende Lebensereignisse können sie näher zusammenbringen oder sie weiter auseinander treiben. Tod, Krankheit, Missbrauch oder Obdachlosigkeit sind einige Beispiele für Ereignisse, welche die Beziehung zwischen den Geschwistern drastisch beeinflussen können.

Eine Heirat kann auch zu einer Kluft führen. In einer Studie von Psychology Today berichteten 66 Prozent der interviewten Menschen, dass die Heirat ihres Bruders oder ihrer Schwester einen Keil in ihre Beziehung trieb. Schuld sind Konflikte mit dem neuen Schwager oder der neuen Schwägerin. Die gute Nachricht ist, dass mehr als 80 Prozent der Geschwister im Alter von mehr als 60 Jahren, eine enge Beziehung zueinander haben.

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