Behandlung & Prävention

10 Impfungen für international Reisende

Reisemedizin ist ein multidisziplinäres Feld, das sich auf die Vorbeugung infektiöser Krankheiten sowie der Sicherheit international Reisender konzentriert. Reisende in puncto Krankheiten und Impfungen zu beraten, ist dabei mehr und mehr Aufgabe des Hausarztes geworden. Ärzte sollten sich konstant über neueste Empfehlungen bezüglich Reisesicherheit und –gesundheit informieren. Heute sind Reisen zu exotischen Zielen gang und gäbe. Reiseimpfungen fallen generell in eine von drei Kategorien – Auffrischungen von Impfungen aus der Kindheit, legal notwendige Impfungen, um einreisen zu dürfen, und empfohlene Impfungen gegen Gesundheitsrisiken am Reiseziel.

Zehn Impfungen für international Reisende sind …

1. Hepatitis A

Hepatitis bezeichnet die Entzündung der Leber. Hepatitis A ist eine akut infektiöse Lebererkrankung, die durch den Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht wird. Die Krankheit wird mittels Aufnahme verseuchten Essens und Wassers oder durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person übertragen. Fast jeder erholt sich vollständig von Hepatitis A. Verbesserte sanitäre Umstände sowie die Hepatitis-A-Impfung sind die effektivsten Mittel, um die Krankheit zu bekämpfen.

Fachleute empfehlen eine Impfung gegen Hepatitis A für die folgenden Gruppen: Reisende in Entwicklungsländern; Kinder, die zwölf Monate oder älter sind; Menschen mit Blutgerinnungsstörungen oder chronischer Lebererkrankung; Personen mit riskanten Sexualpraktiken. Die Impfung wird mit zwei Injektionen vollzogen, die mindestens sechs bis zwölf Monate auseinanderliegen. Die erste Dosis sollte vorzugsweise vier Wochen vor der Abreise verabreicht werden. Die Impfung sorgt bei 94 von 100 Patienten innerhalb eines Monats für schützende Antikörper. Häufige Nebenwirkungen der Impfung sind unter anderem Empfindlichkeit am Injektionspunkt und Kopfschmerzen.

2. Hepatitis B

Hepatitis bezeichnet die Entzündung der Leber. Hepatitis B wird durch den Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht, der akute und chronische Krankheiten verursachen kann. Der Virus wird durch Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten einer infizierten Person übertragen. Hepatitis B stellt ein signifikantes Arbeitsrisiko für Menschen im Gesundheitswesen dar. Verhindert werden kann die Krankheit durch die sichere und effektive Hepatitis-B-Impfung.

Obwohl Impfungen bei Kindern gegen den Virus heutzutage Routine sind, reisen viele Erwachsene oftmals ungeschützt in ferne Länder. Die Hepatitis-B-Impfung wird für die folgenden Gruppen empfohlen: Im Gesundheitswesen Berufstätige, die in Kontakt mit Blut kommen; Menschen, die riskieren in Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten oder blutigen medizinischen Gerätschaften zu kommen sowie Personen, die in Risikogebieten leben oder reisen (Südamerika, Afrika, Südostasien und Südpazifik). Impfungen erfolgen normalerweise mittels drei Injektionen im ersten, zweiten und sechsten Lebensmonat. Häufige Nebenwirkungen sind unter anderem Empfindlichkeit am Injektionspunkt und Kopfschmerzen.

3. Poliomyelitis

Poliomyelitis, auch als Polio bekannt, ist eine hochgradig ansteckende Viruserkrankung, die zu Lähmung, Dyspnoe (Atemnot) und gelegentlich auch Tod führen kann. In den Vereinigten Staaten wurde der letzte natürliche Poliofall 1979 dokumentiert. Heute leiden trotz globaler Ausrottungsprogramme noch immer Kinder und Erwachsene in verschiedenen Teilen der Welt daran. Der Virus wird hauptsächlich von Mensch zu Mensch übertragen und weniger häufig auch durch verseuchtes Essen oder Wasser. Mithilfe einer Polio-Impfung lässt sich dem leicht vorbeugen.

Fachleute raten Reisenden bei Aufenthalten in Gegenden mit hohem Risiko (Indien, Nigeria, Pakistan, Ägypten, Niger und Somalia) sich dementsprechend zu schützen. Vormals bereits geimpfte Erwachsene, die in Risikogebiete reisen, sollten sich einer Impfungsauffrischung unterziehen. Die Immunität in Folge einer Auffrischung hält ein Leben lang an. Häufige Nebenwirkungen dieser Impfung sind unter anderem Empfindlichkeit am Injektionspunkt, leichtes Fieber und Gelenkschmerzen.

4. Influenza

Influenza, oder Grippe, ist eine akute Virusinfektion, die durch den Influenza-Virus verursacht wird. Es gibt drei Arten von Influenza-Viren – A, B, und C – und sie können in allen Teilen der Welt gefunden werden. Virusinfektionen mit Typ C treten jedoch um einiges seltener auf als Infektionen mit A und B. Daher sind auch nur A- und B-Viren in Influenza-Impfungen enthalten. Influenza-Viren können alljährlich für Epidemien sorgen, die ihren Höhepunkt in den Wintermonaten milder, gemäßigter Klimazonen erreichen. Zeitweilen kann Influenza ein ernsthaftes öffentliches Gesundheitsrisiko darstellen.

Impfungen gegen Influenza sind das effizienteste Mittel, um einer Infektion vorzubeugen. Jährliche Impfungen sind bei allen Menschen, die älter als sechs Monate sind, empfohlen. Bei Mangel an Impfstoff sind die folgenden Gruppen zu bevorzugen: Kinder im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren; Personen mit chronischen Krankheiten; gesunde Erwachsene über 50; schwangere Frauen, Gesundheitspersonal und Bewohner von Pflegeheimen. Die Grippeimpfung gibt es als Injektion oder Nasenspray.

5. Japanische Enzephalitis

Die Japanische Enzephalitis ist die häufigste Form viraler Enzephalitis in Asien. Der Erreger wird durch Moskitostiche übertragen und die Krankheit tritt vor allem in Indien, China, Korea, Japan und anderen südostasiatischen Ländern auf. Die meisten infizierten Individuen zeigen keine Symptome, aber der Weltgesundheitsorganisation zufolge liegt die Sterberate bei ganzen 30 Prozent. Außerdem können bei 30 bis 50 Prozent der Patienten permanente neurologische und psychiatrische Störungen auftreten.

Eine andere Bezeichnung für Enzephalitis ist Gehirnhautentzündung. Die Impfung gegen Japanische Enzephalitis sollte bei Personen erfolgen, die mehr als 30 Tage in Risikogebieten verbringen. Die Behandlung erfolgt mittels einer Serie von drei Injektionen am 1., 7. und 30. Tag. Eine Auffrischung wird alle zwei bis drei Jahre benötigt. Nebenwirkungen können Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sein.

6. Typhus

Typhus ist eine bakterielle Erkrankung, die durch das Bakterium Salmonella Typhi verursacht wird. Die Krankheit wird durch verseuchtes Essen und Wasser übertragen. Symptome treten für gewöhnlich ein bis drei Wochen nach der Infektion auf und sind unter anderem hohes Fieber, Kopfschmerzen, Verstopfung oder Durchfall sowie eine vergrößerte Leber und Milz. Antibiotika können zur Behandlung eingesetzt werden. Eine Resistenz der Krankheit gegenüber herkömmlichen Antibiotika ist allerdings weitverbreitet.

Typhus-Impfungen sind für Reisende empfohlen, die in Gegenden, in denen die Krankheit verstärkt auftritt, Zeit verbringen. Dazu gehören Zentral- und Südamerika, der indische Subkontinent und Afrika. Es gibt derzeit zwei Arten von Typhus-Impfungen auf dem Markt – oral und per Injektion. Die erstmalige Impfung mit der mündlichen Variante, Ty21a, besteht aus vier Kapseln, die alle zwei Tage eingenommen werden. Die Impfung per Injektion, Typhim VI, erfolgt durch eine einmalige intramuskuläre Spritzeninjektion. Auffrischungen können bei Ty21a alle fünf Jahre und für Typhim VI alle zwei Jahre gemacht werden. Nebenwirkungen können unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe und Fieber sein.

7. Meningokokken

Die Meningokokkenmeningitis ist eine bakterielle Form der Meningitis und wird durch das Bakterium Neisseria Meningitides verursacht. Meningitis bezeichnet die Entzündung der Hirnhäute, die aus drei Membranen bestehen und Hirn und Wirbelsäule bedecken. Die Meningokokkenmeningitis kann ernsthafte Hirnschäden verursachen und – falls nicht behandelt wird – bei 50 Prozent zum Tod führen. Symptome der Meningitis können unter anderem hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, steifer Hals, Übelkeit, Erbrechen, schwacher Appetit, Lichtempfindlichkeit und Hautausschlag sein.

Die Meningokokken-Impfung (Menomune) wird bei Reisen in Afrikas Subsahara empfohlen. Die Gegend ist auch als „Meningitis-Gürtel“ bekannt und verläuft vom Senegal bis nach Äthiopien. Die Impfung ist notwendig für religiöse Pilger nach Saudi Arabien. Mediziner geben an, dass sieben bis zehn Tage nach der Impfung eine ausreichende Menge an Antikörpern vorhanden ist. Die erste Impfung wird mittels einmaliger subkutaner Injektion verabreicht. Auffrischungsdosen sollten im Reisefall alle drei bis fünf Jahre erfolgen. Die häufigste Nebenwirkung der Impfung ist Empfindlichkeit am Injektionspunkt.

8. Tollwut

Tollwut ist eine virale Erkrankung, die durch Haus- und Wildtiere auf den Menschen übertragen wird. Der Organismus kommt im Speichel vor und wird mittels Bissen oder Kratzern verbreitet. Hohe Tollwutraten bei Hunden gibt es in Gegenden wie dem indischen Subkontinent, China, Südostasien, den Philippinen, Teilen von Indonesien, Lateinamerika, Afrika und Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Hundebisse sind Quelle der meisten Todesfälle durch Tollwut. Der Weltgesundheitsorganisation zufolge treten mehr als 95 Prozent aller Sterbefälle, die mit Tollwut zusammenhängen, in Asien und Afrika auf. Eine Tollwut-Impfung ist allen Personen empfohlen, die davon ausgehen, mehr als 30 Tage in Gegenden mit hohen Tollwutraten zu verbringen. Außerdem sollten Menschen, die in der Nähe von Tieren arbeiten, sich in Situationen befinden, die Tiere anziehen können oder die im Falle eines Bisses keine medizinische Hilfe rufen können, geimpft werden. Die erstmalige Impfung gegen Tollwut erfolgt mittels einer Serie von drei intramuskulären Injektionen am 1., 7. und 21. oder 28. Tag.

9. Pneumokokken

Streptococcus Pneumoniae ist ein Bakterium, das eine Reihe von geläufigen Krankheiten verursacht, die mit Pneumokokken zusammenhängen. Dazu gehören Meningitis (Infektion der Gehirnhäute), Sepsis (Blutvergiftung), Pneumonie (Lungenentzündung), Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung) und Otitis media (Mittelohrentzündung). Todesfälle durch Pneumokokken-Erkrankungen sind in Entwicklungsländern häufiger als in Industrienationen. Die meisten tödlichen Krankheitsverläufe gibt es in der Subsahara und Asien.

Pneumokokke Krankheiten treten vor allem bei jungen Kindern und älteren Menschen auf. Derzeit gibt es zwei Impfstoffe gegen Pneumokokken: PCV13 (Prevnar) und PPSV23 (Pneumovax). Prevnar wird vor allem für Kinder unter fünf Jahren, Erwachsene über 65 und Personen mit hohem Risiko für eine Erkrankung empfohlen. Pneumovax wird bei allen Erwachsenen über 65 sowie Risikopatienten zwischen 2 und 64 Jahren empfohlen. Der Einsatz von Pneumokokken-Impfstoffen hat das Auftreten penomokokker Krankheiten dramatisch reduziert.

10. Gelbfieber

Gelbfieber ist eine seltene, aber potenziell tödliche Viruserkrankung, die vor allem in Äquatorial-Afrika sowie Südamerika vorkommt und durch Moskitostiche übertragen wird. Symptome von Gelbfieber variieren und können unter anderem Fieber, Hepatitis (Entzündung der Leber), Gelbsucht (gelbe Haut und Augen), Nierenversagen, Erbrechen von Blut, Schock und Tod sein. Personen, die daran leiden, müssen im Krankenhaus behandelt werden.

Eine Gelbfieber-Impfung kann die Erkrankung verhindern und ist für Reisende, die älter als neun Monate sind und in Risikogebiete reisen, empfohlen. Viele Länder, in denen Gelbfieber häufig vorkommt, verlangen eine Impfung, um einreisen zu dürfen. Die erste Impfung wird durch eine einzelne subkutane Injektion verabreicht. Antikörper werden bei 99 Prozent der Geimpften innerhalb von 30 Tagen produziert. Die Immunität hält meist ein Leben lang an, aber eine Auffrischung sollte alle zehn Jahre gemacht werden. Nebenwirkungen einer Impfung gegen Gelbfieber können Kopfschmerzen, Fieber und Myalgie (Muskelschmerz) sein.

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