Behandlung & Prävention

10 Behandlungen bei Osteoporose

Osteoporose steht für „poröse Knochen“. Osteoporose ist eine Knochenkrankheit, die durch dünne und schwache Knochen gekennzeichnet ist. Die Krankheit tritt häufiger bei Frauen, als bei Männern auf und ist grundsätzlich nicht selten. Häufiger leiden Menschen jedoch an Osteopenie, oder verringerter Knochenmasse, was das Risiko erhöht Osteoporose zu entwickeln. Eine Diagnose von Osteoporose bringt gleichzeitig ein erhöhtes Risiko eines Knochenbruchs mit sich – vor allem an Hüfte oder Wirbelsäule. Mediziner empfehlen Screenings bei allen Frauen über 65 mittels eines Tests der Knochendichte.

Zehn Behandlungen bei Osteoporose sind …

1. Kalzium

Kalzium ist essenziell für Menschen, denn es kommt im Körper praktisch überall vor. Abgesehen davon, dass es Hauptbestandteil von Zähne und Knochen ist, hilft es Muskeln und Blutgefäßen bei der Arbeit, unterstützt die Produktion von Hormonen und Enzymen und schickt Nachrichten durch das Nervensystem. Kalziumreiche Lebensmittel sind unter anderem Milchprodukte (Käse, Joghurt und Milch) und grünes Blattgemüse (Stielmus, Kohl, Pak Choi und Brokkoli).

Eine tägliche Aufnahme von 1,200 mg Kalzium wird bei allen weiblichen Osteoporosepatienten empfohlen. Die meisten Frauen, die die Diagnose Osteoporose erhalten haben, kommen normalerweise mit Kalzium-Supplementen auf ihre Tagesdosis. Die zwei häufigsten und am besten untersuchten Supplemente sind Kalziumkarbonat und Kalziumzitrat. Beide können gleichgut zusammen mit dem Essen genommen werden, Kalziumkarbonat-Supplemente enthalten jedoch am meisten elementares Kalzium, wodurch weniger Tabletten benötigt werden, um die Tagesmenge zu sich zu nehmen. Berichtete Nebenwirkungen sind hauptsächlich Verstopfung und Magenbeschwerden.

2. Vitamin D

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin. Es ist essenziell für starke Knochen und Zähne und hilft dem Körper Kalzium in der Nahrung zu verwenden. Der Körper produziert Vitamin D, wenn die Haut der Sonne ausgesetzt ist – und wird daher auch gerne als „Sonnenschein-Vitamin“ bezeichnet. Die meisten Mediziner sind sich einig, dass 20 bis 25 Minuten Sonnenlicht pro Tag hilfreich sind. Andere Vitamin-D-Quellen sind unter anderem fettreicher Fisch (Lachs, Makrele, Karpfen, Thunfisch und Aal), Eidotter, Rinderleber, Fischleberöl (Tran) und angereicherte Milch- und Getreideprodukte.

Bei Menschen über 50 wird eine Tagesdosis von 800 bis 1000 IE empfohlen. Supplemente spiele bei der Vitamin-D-Zufuhr eine wichtige Rolle, da es nicht leicht ist, die benötigte Menge allein durch die Nahrung aufzunehmen. Eine US-amerikanische Studie kam zu dem Ergebnis, dass eine tägliche Menge von mindestens 700 bis 800 IE bei älteren Menschen Hüftbrüche verhinderte.

3. Alendronat

Alendronat (Fosamax) gehört zu der Gruppe Medikamente, die als Bisphosphonate bezeichnet werden und dem Knochenschwund durch sogenannte Osteoklast-Zellen vorbeugt. Falls diese Zellen überaktiv werden, verursachen sie Reduzierung der Knochenmasse, die zu Osteoporose führt. Alendronat verringert daher den Knochenverlust und erhöht die Knochenmasse, was Knochenbrüche verhindern kann.

Alendronat war das erste orale Medikament, das zur nicht-hormonellen Behandlung von postmenopausaler Osteoporose zugelassen wurde. Es kommt zudem bei der Behandlung von Männern und Personen, die an der Paget-Krankheit leiden, zum Einsatz. Bei einer kanadischen Studie erhöhte Alendronat nachweislich die Knochenmineraldichte an Hüfte und Wirbelsäule. Das Medikament kann in wöchentlichen Dosen verabreicht werden und wird mit einem vollen Glas Wasser eingenommen. Anschließend sollten 30 bis 60 Minuten gewartet werden, bis andere Medikamente, Getränke oder Nahrungsmittel aufgenommen werden können – dadurch wird das Risiko von Nebenwirkungen im oberen Verdauungstrakt verringert.

4. Risedronat

Risedronat (Actonel) ist ein orales Medikament, das zu der Klasse der Bisphosphonate zählt – Medikamente, die bei der Behandlung von Osteoporose eingesetzt werden. Ein Faktor bei der Entwicklung der Krankheit ist vermehrter Knochenschwund. Risedronat verringert die Entstehung von Osteoklast-Zellen, die für den Abbau von Knochenmasse verantwortlich sind. Außerdem wird dadurch die Resorption von Knochen verhindert. Beide Maßnahmen zusammen erhöhen die Knochendichte, was das Ziel einer erfolgreichen Behandlung von Osteoporose ist.

Risedronat ist für die Behandlung postmenopausaler Osteoporose zugelassen. Außerdem wird es bei männlicher Osteoporose und der Paget-Krankheit eingesetzt. Eine englische Studie belegte klar die Verringerung von Hüft- und Wirbelsäulfrakturen bei Personen mit Osteoporose, die mit Risedronat behandelt wurden. Sowohl wöchentliche als auch monatliche Dosen können bei diesem Medikament zum Einsatz kommen. Empfohlen wird die Aufnahme mit einem vollen Glas Wasser, gefolgt von 30 bis 60 Minuten Ruhe. In diesem Zeitraum sollte man auch keine anderen Medikamente, Getränke oder Lebensmittel zu sich nehmen.

5. Ibandronat

Ibandronat (Boniva) ist ein Bisphosphonat, das zur Behandlung postmenopausaler Osteoporose zugelassen ist. Das Medikament wirkt, indem es die Bildung von Osteoklasten (Zellen, die Knochenabbau verursachen) und Knochenresorption verhindert. Beide Mechanismen führen zu einer Vermehrung der Knochenmasse, was das Ziel einer erfolgreichen Behandlung von Osteoporose ist.

Ibandronat kann einmal monatlich mündlich eingenommen oder intravenös alle drei Monate zugeführt werden. 2005 wurde Ibandronat zum ersten oralen Medikament, mit dem eine chronische Erkrankung behandelt wird. Eine dänische Studie bestätigte, dass Ibandronat Wirbelsäulbrüche bei Patientinnen mit postmenopausaler Osteoporose verringerte. Eine Untersuchung in der Schweiz kam zu dem Ergebnis, dass intravenöse Behandlungen mit Ibandronat die Knochenmineraldichte bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose sicher und effektiv erhöht. Häufige Nebenwirkungen von Ibandronat sind Dyspepsie (Verdauungsstörung), Durchfall, Erbrechen und Gastritis (Magenentzündung).

6. Zoledronsäure

Zoledronsäure (Reclast) ist ebenfalls ein Bisphosphonat, das zur Behandlung postmenopausaler Osteoporose zugelassen ist. Auch bei männlicher Osteoporose und Personen mit der Paget-Krankheit wird Zoledronsäure eingesetzt. Das Medikament wirkt, indem es die Aktivität von Osteoklasten beschränkt und die Zellen damit am Knochenabbau hindert, was Osteoporose vorbeugt. Außerdem wird die Resorption der Knochen reduziert. Das Ergebnis ist, dass Zoledronsäure Knochenmasse aufbaut.

Zoledronsäure wird ein Mal pro Jahr intravenös verabreicht. Eine US-amerikanische Studie belegte, dass jährliche Infusionen mit Zoledronsäure über einen Zeitraum von drei Jahren das Risiko von Hüft- und Wirbelsäulbrüchen bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose senkten. Eine Schweizer Studie berichtete, dass Zoledronsäure das einzige Mittel ist, das Brüche und Todesfälle bei Patienten mit einer vorbelasteten Hüfte (z.B. durch Bruch) senkte.

7. Raloxifen

Raloxifen (Evista), ein selektiver Estrogenrezeptormodulator (SERM), ist für die Behandlung postmenopausaler Osteoporose zugelassen. Der erste SERM, der auf den Markt kam, war das Brustkrebsmedikament Tamoxifen. Raloxifen nutzt die Vorteile von Östrogen und vermeidet gleichzeitig dessen Nachteile. Das Medikament wirkt auf die Knochen, indem es deren Dichte schützt. Außerdem reduziert es das Brustkrebsrisiko bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose und verringert die Menge an Low Density Lipoprotein (LDL – auch als „schlechtes“ Cholesterin bekannt), welches schuld an Atherosklerose und Herzkrankheiten ist.

Raloxifen wird als tägliche orale Dosis verschrieben. Eine klinische Studie kam zu dem Ergebnis, dass Raloxifen die Knochenmineraldichte in Wirbelsäule und Hüfte erhöhte und somit das Risiko eines Bruchs der Wirbelsäule senkte. Die häufigste Nebenwirkung von Raloxifen sind Hitzewallungen.

8. Calcitonin-Nasen-Spray

Calcitonin-Nasen-Spray (Miacalcin) ist für die Behandlung postmenopausaler Osteoporose zugelassen. Zusätzlich wirkt es bei Hyperkalzämie (erhöhte Mengen von Kalzium im Blut) und der Paget-Krankheit. Bei der Behandlung postmenopausaler Osteoporose sollte das Medikament bei Frauen eingesetzt werden, welche die Menopause bereits fünf Jahre oder länger hinter sich haben. Calcitonin wirkt, indem es die Knochenresorption behindert und somit den Knochenschwund verlangsamt. Da es effektivere Medikamente gibt, wird Calcitonin normalerweise nicht als erste Wahl im Kampf gegen Osteoporose verwendet.

Calcitonin wird einmal am Tag als Nasenspray mit einer Dosis von 200 IE verabreicht. Eine US-amerikanische Studie ergab, dass 200 IE Calcitonin täglich das Risiko eines Wirbelsäulenbruchs bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose signifikant reduzierte. Eine weitere Studie kam zu dem Ergebnis, dass Calcitonin leichte schmerzstillende Eigenschaften bei Wirbelbrüchen hatte, die Folge postmenopausaler Osteoporose waren.

9. Teriparatid

Teriparatid (Forteo) ist für die Behandlung postmenopausaler Osteoporose zugelassen und fördert als einziges Medikament die Knochenbildung. Alle anderen Behandlungsmethoden verlangsamen hingegen den Knochenschwund. Teriparatid ist eine synthetische Form des natürlich vorkommenden Nebenschilddrüsenhormons, das den Metabolismus von Kalzium und Phosphat in den Knochen reguliert. Teriparatid wird selbstständig mittels täglicher subkutaner Injektion zugeführt und kann bis zu zwei Jahre lang verwendet werden.

Eine US-amerikanische Studie befand, dass eine Behandlung postmenopausaler Osteoporose mit Teriparatid das Risiko von Brüchen an Wirbelsäule und anderen Stellen verringerte. Eine weitere Studie empfahl nach Teriparatid-Therapien mit Bisphosphonaten weiterzumachen, um die Knochenmasse zu erhöhen. Nebenwirkungen von Teriparatid sind unter anderem orthostatische Hypotonie (eine Form niedrigen Blutdrucks, der auftritt, wenn man aus dem Sitzen oder Liegen aufsteht), kurzzeitige Hyperkalzämie (erhöhter Kalziumgehalt im Blut), Übelkeit, Arthralgie (Gelenkschmerzen) und Beinkrämpfe.

10. Östrogenersatztherapie

Östrogenersatztherapie wird vielfach genutzt, um Symptome der Menopause (Östrogenmangel) wie Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, Angst, Reizbarkeit und vaginale Trockenheit (was zu schmerzhaftem Geschlechtsverkehr führen kann) zu behandeln. Bei Frauen mit intaktem Uterus verschreiben Ärzte oftmals neben Östrogen auch Progesteron. Der Begriff „Hormonersatztherapie“ steht für die Verschreibung einer Kombination aus Östrogen und Progesteron, welche das Risiko von Endometriumkrebs – Krebs an der Innenwand der Gebärmutter – senkt.

Knochenschwund tritt verstärkt während und nach der Menopause auf, da die Eierstöcke die Östrogenproduktion einstellen. Östrogenersatztherapie stoppt den Knochenverlust und damit die Osteoporose. Studien bestätigen, dass Östrogen, gemeinsam mit Progesteron oder allein, das Risiko von Brüchen der Hüfte und Wirbelsäule leicht reduzierte. Die Vorteile überwogen dabei jedoch nicht das erhöhte Risiko von Schlaganfall, Blutgerinnseln, Herzkreisgefäßerkrankungen und Brustkrebs. Es wird empfohlen, die minimale Dosis Östrogen über einen möglichst kurzen Zeitraum zu nehmen, der fünf Jahre nicht überschreiten sollte.

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