Anzeichen & Symptome

Die 10 Hauptursachen für Schmerzen in der rechten unteren Bauchgegend

Bauchschmerzen sind ein häufiger Grund den Arzt aufzusuchen – egal ob in dessen Praxis oder im Krankenhaus. Statistiken zufolge sind Bauchschmerzen der Grund für 1,5 Prozent aller Praxisbesuche und 5 Prozent aller Krankenhauseingänge. Von denen, die ins Krankenhaus kamen, benötigten 10 Prozent eine Operation.

Die 10 Hauptursachen für Schmerzen in der rechten unteren Bauchgegend sind …

1. Appendizitis

Die Appendizitis ist eine Entzündung des Blinddarms. Der Blinddarm ist eine wurmartige Ausbuchtung des Dickdarms und befindet sich in dessen ersten Abschnitt. Keiner kennt die genaue Funktion des Blinddarms. Begleitende Symptome einer Entzündung können Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Appetitverlust sein. Normalerweise wird der Blinddarm mittels Operation entfernt, womit die Erkrankung endet.

Wird die Operation verzögert, kann der Blinddarm durchbrechen und eine Infektion im Bauch auslösen (Peritonitis). Jüngste Forschungen in Finnland haben ergeben, dass eine antibiotische Behandlung ebenso effektiv sein kann wie eine Blinddarmentfernung.

2. Unterleibsentzündung

Eine Unterleibsentzündung wird durch eine Infektion des oberen Teils des weiblichen Gebärtraktes verursacht. Schätzungen gehen davon aus, dass circa 500,000 Frauen jährlich daran in Deutschland erkranken. Die häufigsten Gründe für eine Unterleibsentzündung sind die Geschlechtskrankheiten Tripper und Chlamydiose. Damit verbundene Symptome können vaginaler Ausfluss oder Blutungen, Fieber, Erbrechen, Rückenschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) sein.

Bei manchen Frauen sind die Symptome mild oder abwesend. Abhängig von der Schwere der Erkrankung können Patientinnen oral oder intravenös mit Antibiotika behandelt werden. Komplikationen schließen unter anderem Beckenschmerzen, Unfruchtbarkeit und eine verlagerte Schwangerschaft ein. Eine verlagerte Schwangerschaft tritt außerhalb des Uterus ein und ist ein operativer Notfall.

3. Darmkrebs

Darmkrebs bezeichnet eine Krebserkrankung des Dickdarms. Die meisten Fälle entwickeln sich aus Polypen, die an der Außenwand des Darms entstehen und in den Innenraum (Lumen) des Darms vordringen. Es gibt verschiedene Arten von Polypen, von denen adenomatöse Polypendie die häufigsten sind. Adenomatöse Polypen werden als Vorstufe zu Krebs betrachtet und haben das Potenzial, sich in Darmkrebs zu wandeln. Symptome, die bei einer Erkrankung auftreten, sind unter anderem Veränderungen beim Stuhlgang (Durchfall oder Verstopfung) und Stuhlvolumen sowie rektale Blutungen oder Blut im Stuhl, Müdigkeit und unerklärlicher Gewichtsverlust.

Untersuchungen auf Darmkrebs sollten ab dem 50. Lebensjahr gemacht werden und die folgenden Methoden beinhalten: Stuhlprobe, Bariumeinlauf, Sigmoidoskopie, Darmspiegelung oder virtuelle Darmspiegelung. Die beste Vorgehensweise ist die Darmspiegelung, da dabei der gesamte Darm visualisiert wird und Polypen gleichzeitig entfernt werden können. Eine Darmspiegelung kann daher sowohl diagnostisch als auch therapeutisch sein.

4. Nierensteine

Nierensteine, auch Nephrolithen genannt, sind kleine, harte Mineralablagerungen, die sich im Inneren der Nieren bilden. Sie entstehen, wenn die Menge an Urin im Körper abnimmt oder sich zu viel steinformende Substanz im Urin befindet. Die unterschiedlichen Arten der Steine sind unter anderem Kalziumoxalat, Kalziumphosphat, Harnsäure, Struvit und Zystin. Damit verbundene Symptome sind Hämaturie (Blut im Urin), Dysurie (schmerzhaftes Urinieren), Übelkeit, Erbrechen, häufiges Wasserlassen und Urinieren in kleinen Mengen.

Nierensteine werden normalerweise mithilfe einer Computertomografie (CT) des Bauches entdeckt. Die meisten Steine sind klein genug, um mit dem Urin aus dem Körper gespült zu werden. Die Behandlung besteht häufig aus vermehrter Wasseraufnahme und Schmerzmitteln. Manche Patienten werden gebeten ihren Urin zu sieben, um Steine für die Analyse zu bekommen. Nierensteine, die zu groß sind, um sie auszuscheiden werden mittels Lithotripsie oder Operation entfernt.

5. Leistenbruch

Ein Leistenbruch ist eine Verletzung, bei der ein Teil des Darms durch eine schwache Stelle der Bauchmuskeln dringt. Dies sind die häufigsten Formen des Leistenbruchs und können einseitig oder beidseitig auftreten. Männer neigen sehr viel stärker zu Leistenbrüchen als Frauen. Anzeichen und Symptome eines solchen Bruchs können unter anderem eine Schwellung der Leiste, Schmerz auf der Schwellung und gelegentliche Schwellungen und Schmerz an den Hoden sein. Beim Stehen ist die Schwellung offensichtlicher – vor allem, wenn man hustet oder sich dehnt.

Eine körperliche Untersuchung ist alles, das benötigt wird, um einen Leistenbruch zu diagnostizieren. Normalerweise wird anschließend eine Operation – offen oder laparoskopisch – zur Reparatur der Leiste durchgeführt. Heute werden die meisten Eingriffe laparoskopisch gemacht. Leistenbrüche werden geheilt, um Komplikationen wie Einklemmung und Strangulation zu verhindern.

6. Divertikulitis

Die Divertikulitis ist eine Entzündung oder Infektion eines oder mehrerer der kleinen Darmtaschen (im Dickdarm). Mit zunehmendem Alter werden die Darmwände schwächer, was zur Bildung kleiner Taschen im Darm führt, was als Divertikulose bezeichnet wird. Damit einhergehende Symptome sind unter anderem Bauchschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust und deutliche Veränderungen beim Stuhlgang (meist Verstopfung, aber auch Durchfall).

Leichte Fälle können ambulant mir einer Flüssigkeitstherapie und oralen Antibiotika über 7-10 Tage behandelt werden. Hospitalisierung ist bei mittelschweren bis ernsthaften Fällen notwendig und besteht aus Stuhlproben, Schmerzmanagement und intravenösen Antibiotika. Komplikationen bei Divertikulitis schließen Abszessbildung und Blutungen ein. Diese Komplikationen sowie häufig wiederkehrende Entzündungen können eine Operation fordern, um die erkrankten Stellen des Darms zu entfernen.

7. Verlagerte Schwangerschaft

Eine verlagerte Schwangerschaft, oder Eileiterschwangerschaft, tritt ein, wenn sich ein befruchtetes Ei in Zellgewebe außerhalb der Gebärmutter verpflanzt. Am häufigsten tritt sie in einem der beiden Eileiter auf. Andere Stellen können auch Bauchhöhle, Eierstock oder Gebärmutterhals sein.

Verlagerte Schwangerschaften entstehen, wenn die Schwangerschaft nicht bis zur Geburt fortgeführt werden kann, da das wachsende Gewebe unter Umständen zur Verletzung des Eierstocks führt, was wiederum einen lebensgefährlichen Blutverlust mit sich bringen kann. Ein häufiges Symptom ist vaginales Bluten. Eine Ultrasounduntersuchung des Beckens kann die Diagnose bestätigen. Meist wird eine Notfalloperation benötigt, um das verlagerte Gewebe zu entfernen und somit lebensbedrohliche Komplikationen abzuwenden.

8. Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom bezeichnet eine chronische Entzündung eines Teils oder des gesamten Verdauungstrakts. Es gibt zwei Arten von Reizdarmsyndrom: Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Die Symptome dabei sind unter anderem Durchfall, Müdigkeit, Fieber, Blut im Stuhl, schwacher Appetit und unbeabsichtigter Gewichtsverlust. Die genaue Ursache für das Reizdarmsyndrom ist nicht bekannt. Die Krankheit kann leicht mit einer Darmspiegelung diagnostiziert werden.

Es gibt keine Heilung für die Erkrankung. Das Ziel der Behandlung ist die Reduzierung der Entzündung. Sulfasalazin und Kortikoid werden hauptsächlich zur Therapie eingesetzt. Teilweise Entfernung des Darms ist manchmal bei der Behandlung schwerer Fälle notwendig. Komplikationen im Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom sind Darmblockade, Geschwüre und Fisteln (abnormale Verbindungen zwischen Körperteilen).

9. Endometriosis

Die Endometriosis ist eine Störung, die normalerweise die Außenwand des Uterus betrifft, kann aber auch an den Eierstöcken, Eileitern oder dem Darm auftreten. Die Ursache dafür ist unbekannt. Symptome sind unter anderem schwere Perioden (Menorrhagie) und Unfruchtbarkeit. Endometriosis kann mittels Laparoskopie diagnostiziert werden, wobei der Bauch visuell untersucht wird. Die Laparoskopie ist eine operative Vorgehensweise, bei der der Arzt einen dünnen, beleuchteten Schlauch durch einen kleinen Einschnitt in den Bauch einführt.

Es gibt keine Heilung für Endometriosis, aber eine Behandlung kann die Symptome lindern. Effektive Therapien schließen Medikamente und Hormonbehandlungen mit ein. Bei schweren Fällen bleibt die Option einer operativen Entfernung der Gebärmutter (Hysterectomie) und der Eierstöcke. Die Hauptkomplikation dieser Krankheit ist die beeinträchtigte Fruchtbarkeit.

10. Bauchaortenaneurysma

Ein Bauchaortenaneurysma (BAA) bezeichnet eine vergrößerte Stelle im unteren Bereich der Aorta, der größten Arterie des Körpers. Die vergrößerte Stelle wird durch abgeschwächte Muskelwände der Aorta verursacht, der genaue Grund für die Krankheit ist aber nicht bekannt. Risikofaktoren für eine Entwicklung von BAA sind unter anderem Rauchen, hoher Blutdruck und männlichen Geschlechts zu sein. Die meisten Patienten zeigen keinerlei Symptome, bis die Arterie bricht. Symptome können dabei Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Ohnmacht, schneller Herzschlag und Schock sein.

Leider liegt die Sterblichkeitsrate eines durchbrochenen BAA bei circa 90 Prozent. Gelegentlich wird die Erkrankung als zufälliger Fund einer anderen Untersuchung entdeckt. In diesem Fall kann die Größe des Aneurysmas verfolgt werden. BBAs, die weniger als 5,5 cm breit sind, sollten reparabel sein.

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