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5 offensichtliche Anzeichen für das Ischiassyndrom


Spezialisten des Zentrums für die Gesundheit der Wirbelsäule der Cleveland Clinic charakterisieren das Ischiassyndrom eher als mehrere Symptome als eine Diagnose. Das Ischiassyndrom kann Taubheit, Kitzeln und stechenden Schmerz verursachen – für gewöhnlich im Bereich des Gesäßes und der unteren Hüften – was bis zu den Zehen reichen kann. Das liegt daran, dass sich der Ischiasnerv vom unteren Rücken, nahe der Wirbelsäule, astförmig über Lendenwirbelbereich, entlang des Beckens, bis tief in jede Gesäßhälfte und direkt an den Beinen hinunter erstreckt. Experten bringen das Ischiassyndrom mit Nervenschmerzen in Zusammenhang, entweder aufgrund eines eingeklemmten Nervs, eines verschobenen Wirbels oder eines Bandscheibenvorfalls. Jedoch sind Schmerzen im längsten und größten Nerv im Körper lediglich ein Symptom des Ischiassyndroms.

Hier sind fünf verräterische Symptome des Ischiassyndroms…

1. Ischiasschmerzen

Das offensichtlichste und am häufigsten berichtete Anzeichen des Ischiassyndroms ist stechender Schmerz (ähnlich einem Elektroschock), der einsetzt, wenn man hustet, niest, oder über längere Zeit auf einer Seite des Körpers sitzt. Dieser Schmerz kann auf Druck eines eingeklemmten Nervs von einem oder mehreren Lumbalnerven zurückgeführt werden – nochmal, wahrscheinlich aufgrund eines Bandscheibenvorfalls oder eines verschobenen Wirbels, einer Wirbelsäulenverengung, degenerativer Wirbelerkrankung, Spondylolisthesis, oder von anderen Druck verursachenden Problemen mit den Rückenwirbeln, die den Ischiasnerv berühren. Patienten können jedoch Nervenschmerzen, wie Ischias, mit Muskelschmerzen nach einer Verletzung oder Zerrung der Muskeln und Bänder, die den Rücken stützen, verwechseln.

Beispielsweise können sich, laut Forschern der Harvard Medical School, die Muskeln, die sich tief im Gesäß befinden (z.B. Piriformis), durch eine Verletzung verkürzen und verhärten. Wenn dies passiert, schwillt der Muskel oft an, schnürt sich damit ab und kann dadurch nicht mehr die nötigen Nährstoffe aus dem Blutkreislauf erhalten. Um auf Muskelverkürzungen (im Gegensatz zu Ischias) im unteren Rücken zu prüfen, üben Sie mit den Fingern für 10 Sekunden starken Druck auf den verspannten Bereich aus. Wenn Sie drücken, sollten Sie einen Schmerz verspüren, der sich durch den gesamten Körper zieht.

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2. Verlust der Darm- und Blasenfunktion

Im Gegensatz dazu, wenn Sie zu viel Kräutertee vor dem Schlafengehen trinken und deshalb nachts häufig aufwachen, um Wasser zu lassen, kann das Ischiassyndrom Druck auf die Nerven ausüben, die den Darm und die Blase umgeben, wodurch Sie plötzlich die Kontrolle verlieren.

Ärzte der Amerikanischen Fachgesellschaft für Orthopädie weisen darauf hin, dass der vollkommene Kontrollverlust über den Darm und die Blase zu plötzlichen, peinlichen Unfällen führt und als Notfall behandelt wird, der eventuell einer Operation bedarf. Obwohl der vollkommen Verlust der Kontrolle über die Blase und den Darm selten ist, kann es zu dauerhaften Schäden an der Blase und dem Darm führen, wenn der Rückenmarkkanal übermäßigen Druck auf die umliegenden Nerven ausübt.

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3. Entzündung und Schwellung

Ischiasschmerzen führen oft zu Entzündungen. Wenn sich die Schmerzen im Ischiasnerv nicht innerhalb von 90 Tagen (oder 3 Monaten) verbessern, verschreiben Gesundheitsexperten oft eine Kombination aus Entzündungshemmern, Schmerzmitteln und Physiotherapie, um den Druck zu reduzieren und z.B. einen verschobenen Wirbel wieder an seinen richtigen Platz zu bewegen.

Laut Forschungen der Cleveland Clinic lindern sich Ischiasschmerzen in 80 Prozent der Fälle normalerweise selbst (z.B. Einrenken der Wirbel und abnehmender Druck auf die Nerven). Wenn sich Ihre Ischiasschmerzen jedoch nicht innerhalb von 3 Monaten verbessern, sollten Sie ärztlichen Rat aufsuchen und über eine medikamentöse Behandlung nachdenken.

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4. Gelenkschwäche in nur einem Bein

Laut Forschungen, die von der U.S. National Library of Medicine veröffentlicht wurden, sind Schmerzen oder Schwäche in nur einem Bein (nicht beiden) eine rote Flagge für das Ischiassyndrom. Da der Ischiasnerv der längste Nerv im Körper ist, können Ärzte es als potenzielle Ursache bei Patienten bestimmen, die Schwäche in nur einem Bein, und nicht dem anderen, verspüren.

Das Schwächegefühl kann an jedem Punkt des Ischiasnervs auftreten – der an der unteren Wirbelsäule beginnt und sich über das Bein bis in den Fuß erstreckt. Wenn der Ischiasnerv an irgendeinem Punkt eingeklemmt oder zusammengedrückt wird, wird die Nervenfunktion beeinträchtigt. Ein seltsames Kitzeln, Zuckungen, Taubheitsgefühl, Kribbeln und Schwäche im Gesäßbereich oder an irgendeinem Punkt am Bein können die Folge sein. Zunehmendes Schwächegefühl ist ein klares Anzeichen eines neurologischen Problems.

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5. Zunehmende Ischiassymptome

Die Mayo Clinic deutet darauf hin, dass milde Fälle des Ischiassyndroms normalerweise nur temporär sind und sich mit der Zeit wieder legen. Wenn sich jedoch eines der oben beschriebenen Symptome von mild zu stark verschlechtert, oder wenn die Schmerzen sich über eine Woche verschlimmern, dann sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Die Mayo Clinic hält zunehmende, starke Schmerzen im unteren Rücken oder im Bein, begleitet von Muskelschwäche und Taubheitsgefühl, für einen der Hauptgründe zur Besorgnis. Wenn Sie die Kontrolle über die Blasen- und Darmfunktion verlieren, sollten Sie dies ebenfalls als Notfall betrachten. Nach jeglicher Form von schwerer Verletzung (z.B. nach einem Autounfall) ist es ratsam, Ihren Arzt auf dem Laufenden zu halten und sich auf Symptome des Ischiassyndroms untersuchen zu lassen.

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