Anzeichen & Symptome

10 Symptome von Zöliakie (Glutenintoleranz): Sind Sie betroffen?

Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die ungefähr einen von 100 Amerikanern betrifft. Die Krankheit wird durch die Unverträglichkeit von Gluten verursacht, wobei Gliadin, ein Protein, das in Weizen vorkommt, dafür sorgt, dass das Immunsystem der betroffenen Person die Darmschleimhaut angreift und die Darmzotten (kleine Erhebungen in der Darmwand, die der Nährstoffaufnahme dienen) beschädigt. Andere Getreidesorten, wie Gerste und Roggen, enthalten ähnliche Proteine, die bei sensiblen Personen die gleiche Reaktion hervorrufen können.

Zöliakie kann bleibende Schäden verursachen, scheint eine genetische Komponente zu haben und ist weitervererbbar. Getestet wird auf Zöliakie mittels Blutuntersuchungen und Endoskopie, wobei es wichtig ist, dass der jeweilige Patient während der Testphase weiterhin Gluten zu sich nimmt, denn bei glutenfreier Kost beginnt sich der Körper zu reparieren, was die Betroffenen fälschlich gesund erscheinen lässt.

Die Krankheit kann eine Vielzahl an Problemen verursachen, allen voran solche, die durch Störungen bei der Nährstoffaufnahme entstehen. Folgen hiervon können Osteoporose, Anämie und körperliche Unterentwicklung bei Kindern sein. Menschen, die an Zöliakie leiden, tragen zudem ein höheres Risiko an Non-Hodgkin-Lymphomen zu erkranken. Der beste Weg sich davor zu schützen, ist eine zeitige Diagnose sowie eine strikte Diät.

Hier sind zehn Symptome von Zöliakie. Falls Sie an irgendwelchen dieser Symptome leiden, oder glauben einem erhöhten Risiko für Zöliakie ausgesetzt zu sein, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt darüber sprechen.

1. Keine Symptome

Leider weisen viele an Zöliakie erkrankte keinerlei Symptome auf, was besonders gefährlich sein kann, da Darmschäden unabhängig von äußeren Anzeichen auftreten können. Aufgrund neuer Testformen werden auch Leute mit Zöliakie diagnostiziert, die niemals einen Verdacht auf eine Erkrankung geschöpft hätten. Es ist wichtig für Patienten ohne Symptome sich gewissenhaft zu ernähren, da sie dennoch ernsthafte Folgen von Zöliakie (wie z.B. Krebs) erleiden können.


2. Blähungen

Viele Betroffene leiden unter schmerzhaften Blähungen, die auch erst Tage nach dem Verzehr von Gluten auftreten können. Hierbei kann sich der Magen aufblasen und mit Gasen füllen, was sehr beschwerlich sein kann. Viele Menschen beklagen dabei Darmschmerzen und das Gefühl „im sechsten Monat schwanger zu sein“ – auch Flatulenzen können auftreten. Diese Blähungen können natürlich auch die Folge anderer Ernährungsprobleme sein, achten Sie daher verstärkt auf einen Zusammenhang mit der Aufnahme von Gluten.

Gas

3. Durchfall

Chronischer Durchfall ist ein häufiges Symptom bei Zöliakie-Patienten. Die Episoden können übel riechend, explosiv und schmerzhaft sein, wobei der oftmals blasse Stuhl typischerweise auf der Wasseroberfläche schwimmt. Auch fester Stuhl kann diese Eigenschaften haben. Symptome im Zusammenhang mit chronischem Durchfall sind unter anderem Hämorriden, die dann auftreten, wenn es dem Stuhl an Substanz fehlt.


4. Verstopfung

Während Durchfall bei Zöliakie-Erkrankten häufig auftritt, können manche auch an Verstopfung leiden, wobei der Körper den Darminhalt nur langsam fortbewegt. Der Grund hierfür liegt in den beschädigten Zotten, die ineffizient arbeiten und so der Nahrung nur schwer Nährstoffe entziehen. Verstopfung kann im Falle von Glutenaufnahme von heftigen Durchfall-Episoden begleitet werden und Schmerzen sowie Blähungen verursachen.


5. Gewichtsverlust oder –zunahme

Viele Betroffene verlieren Gewicht, da der Körper auf die fehlenden Nährstoffe reagiert. Der durch Gluten verursachte Durchfall kann die Kalorienaufnahme drosseln und dem Körper so Energie entziehen. Im Gegensatz dazu kann ein Patient auch zunehmen, da der verspürte Nahrungsmangel unter Umständen zu exzessivem Essen führt, um einen Ausgleich herbeizuführen. Bis zur Umstellung auf eine glutenfreie Diät kann das Abnehmen schwerfallen.


6. Erschöpfung

Erschöpfungserscheinungen sind eine weitere Ursache, die häufig bei Menschen, die von Zöliakie betroffen sind auftritt. Ohne Diagnose können Betroffene unter Mangelernährung leiden, die von den Problemen bei der Nährstoffaufnahme herrühren. Ihr Körper wird darauf mit Müdigkeit und Übelkeit in großem Ausmaß reagieren und ein starkes Verlangen nach Zucker und Koffein entwickeln. Die Erschöpfung kann das erste Symptom sein, das sich bei richtiger Diagnose und glutenfreier Ernährung beseitigen lässt.


7. Konzentrationsschwierigkeiten

Zöliakie-Erkrankte können einem so genannten „Gehirn-Nebel“ ausgesetzt sein, der als Folge von Glutenaufnahme eintritt. Das Symptom tritt unmittelbar nach dem Verzehr von Gluten auf und kann tagelang ein Gefühl von Verwirrung, Konzentrationsschwierigkeiten oder gar temporären Gedächtnisverlust verursachen. Betroffene vergessen z.B. ihre Kinder von der Schule abzuholen oder sogar, was sie gerade schreiben wollten. Glücklicherweise verschwindet das Symptom, sobald auf eine glutenfreie Ernährung umgestellt wird, was bei manchen Patienten das Ende von Jahren der Verworrenheit bedeuten kann.


8. Schlafstörungen

Jüngste Studien haben ergeben, dass unter Zöliakie Leidende oftmals Schlafstörungen erleben, die bei diesen Menschen außerdem, unabhängig vom Glutengehalt der Nahrung, häufiger auftreten als beim Rest der Bevölkerung. Die Schlafstörungen können sich durch die Unfähigkeit einzuschlafen, sowie durchzuschlafen bemerkbar machen. Die Ursachen hierfür schließen auch Depression, Erschöpfung und Anspannung ein.


9. Taubheit und Kribbleln

Viele Betroffene leiden unter neuropathischen Problemen, was die Grob- und Feinmotorik, sowie die Sinnesnerven betreffen kann. Die Extremitäten eines Erkrankten können Nervenstörungen aufweisen und z.B. ein Kribbelgefühl erzeugen, das bis hin zu „eingeschlafenen“ Händen und Füßen führen kann. Im Gegensatz dazu kann sich auch eine völlige Gefühllosigkeit als Folge von Taubheit einstellen. Davon können auch andere Körperbereiche und Nerven betroffen sein, wie z.B. die Gesichtsmuskeln.


10. Depression

Leider weisen an Zöliakie Erkrankte eine erhöhte Depressions- und Suizidrate auf. Und selbst bei einer glutenfreien Ernährungsweise liegt laut Studien die Wahrscheinlichkeit einer Depression deutlich über dem Durchschnitt. Eine Studie fand einen Zusammenhang zwischen Essstörungen und Depression bei weiblichen Zöliakie-Patienten, der sich aus der Konzentration auf glutenfreie Nahrung und der daraus resultierenden eingeschränkten Ernährungsweise ergibt. Was das Risiko eines Suizids angeht, so scheint sich dieses mit der Umstellung auf eine glutenfreie Diät maßgeblich zu reduzieren.

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