Aufschlussreiche Krankheitszeichen und Symptome von Leberschaden

Die Leber hilft dem Körper, Nahrung zu verdauen, Nährstoffe aufzunehmen und toxische Substanzen abzubauen – wir könnten ohne dieses unverzichtbare Organ nicht leben. Aus diesem Grund ist es so wichtig, auf ihr Wohlbefinden zu achten, darum sollten wir uns ein wenig Zeit nehmen, um die 15 aufschlussreichenden Anzeichen einer Leberschädigung zu erfahren …

1. Geschwollener Bauch

Zirrhose, das gefährliche fortgeschrittene Stadium einer Lebererkrankung, führt zu einer Flüssigkeitsansammlung im Bauchbereich (ein Leiden, welches Aszites genannt wird), da Albumin und Proteine im Blut nicht wirksam abgebaut werden. Dadurch sieht der Patient schwanger aus. Während der Aszites von verschiedenen Krankheiten verursacht werden kann, ist die Leberzirrhose der bei Weitem häufigste Grund. Manchmal können Schwellungen auch in den Knöcheln auftreten, da die angesammelte Flüssigkeit durch die Schwerkraft nach unten gezogen wird.

Obwohl Aszites auch plötzlich oder bei akuten Lebererkrankungen eintreten kann, tritt er häufiger bei chronischen Fällen auf. Er kann mit Diuretika und einer natriumreduzierten Diät behandelt werden, und in schweren Fällen kann die Flüssigkeit durch eine in den Bauch eingeführte Nadel abgelassen werden. Aszites spricht jedoch nicht immer auf diese Behandlungen an, was schließlich drastischere Maßnahmen wie etwa das Einsetzen eines Shunts oder eine Lebertransplantation erforderlich macht.

2. Gelbsucht

Gelblich verfärbte Haut und Augen sind ein typisches Zeichen von Leberschaden. Diese Verfärbung ist auf das Bilirubin (einem Gallenfarbstoff) zurückzuführen, welches sich im Blut ansammelt und nicht abgebaut werden kann. Gelbsucht verursacht auch dunkel verfärbten Urin und hellen Stuhl, und der hohe Bilirubinspiegel kann einen schwer zu lindernden Juckreiz am ganzen Körper auslösen. In extrem schweren Fällen kann Gelbsucht einen Verlust der Gehirnfunktion hervorrufen, welche bei älteren Patienten oft als demenzbedingte Störung fehldiagnostiziert wird.

Die erfolgreiche Behandlung von leberbedingter Gelbsucht erfordert die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung. Während sich eine schwerbeschädigte Leber nicht mehr vollständig regenerieren kann, nehmen die Gelbsucht und die damit verbundenen Krankheitszeichen und Symptome an Intensität mit zunehmender Leberfunktion ab. Man darf jedoch nicht vergessen, dass die Lebererkrankung nicht geheilt ist, wenn die Gelbsucht verschwindet. Patienten, die sich von schweren Leberschäden erholen, müssen weiterhin sehr vorsichtig sein, um ihre verbesserte Gesundheit zu erhalten.

3. Empfindlichkeit im Bauchbereich

Bauchschmerzen, insbesondere im oberen rechten Bereich des Abdomens oder im unteren rechten Teil des Brustkorbes, sind ein deutliches Zeichen einer Leberschädigung. Dieser Schmerz kann, muss aber nicht mit einem geschwollenen Bauch oder Aszites einhergehen. Patienten beschreiben normalerweise einen anhaltenden pochenden oder stechenden Schmerz, der nur über kurze Zeit hinweg durch Medikamente gelindert werden kann. In der Tat kann der unsachgemäße Einsatz von Medikamenten teilweise für die Bauchschmerzen verantwortlich sein.

Man darf nicht vergessen, dass Lebererkrankungen durch den langfristigen und übermäßigen Gebrauch bestimmter sowohl rezeptfreier als auch verschreibungspflichtiger Medikamente herbeigeführt werden kann, unter anderem durch Acetaminophen (Paracetamol) und Kombinationen von Betäubungsmittel und Acetaminophen. Diese Medikamente können als generelle Nebenwirkung Magenverstimmungen auslösen, und ihre schädlichen Eigenschaften werden durch die gleichzeitige Einnahme von Alkohol verstärkt. Die Magenbeschwerden können langfristig aus der Kontrolle geraten und schließlich mit Leberschaden einhergehen. Der Schmerz wird letztendlich so stark, dass die Patienten einen Arzt aufsuchen.

4. Veränderungen im Urin

Der Urin kann aufgrund eines erhöhten Bilirubinspiegels im Blut, den die geschädigte Leber nicht durch die Ausscheidung mittels der Nieren abbauen kann, dunkelgelb werden. Bilirubin ist eine Körperflüssigkeit, die durch den natürlichen Abbau des Gallensaftes entsteht und normalerweise über Gallenflüssigkeit und Urin ausgeschieden wird. Es wird angenommen, dass es als Antioxidans auf zellulärer Ebene wirkt, aber übermäßige Mengen können zu Toxizität führen. Unkontrollierte Reflexe und Augenbewegungen, Krampfanfälle und neurologische Beeinträchtigungen können alle auf chronisch hohen Bilirubinspiegel zurückzuführen sein.

Dunkler Urin kann verschiedene Ursachen haben und ist kein Grund zur Besorgnis, wenn es kein Dauerzustand ist. Dehydration, Gallensteine, Gallenweginfektionen und Enzymmängel können alle die Farbe und Zusammensetzung des Urins verändern. Wenn Ihr Urin ständig dunkelgelb oder braun ist oder ungewöhnlich schlecht oder scharf riecht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursache herauszufinden.

5. Gereizte Haut

Juckende Haut, die nicht besser zu werden scheint und sich zu einem schuppigen Ausschlag entwickelt, ist ein weiteres typisches Symptom ernsthafter Leberschädigung. Die Hautreizungen werden von einem Mangel an Flüssigkeitsfluss im Körper hervorgerufen, welcher sich hauptsächlich auf der Hautoberfläche in dicken, schuppigen, juckenden Stellen manifestiert. Lebererkrankungen können auch andere Hautprobleme herbeiführen, zum Beispiel die gelbliche Verfärbung der Haut und der Schleimhäute (Gelbsucht), das Erröten der Füße oder Hände und Veränderungen von Hautton und -Farbe. Diese Veränderungen können zu ungewöhnlich dunklen oder hellen Stellen auf der Haut in lokalisierten Bereichen führen.

Bei manchen Patienten werden die Venen durch die Haut sichtbar. Wenn eines dieser Symptome auftritt und besonders, wenn sie von Juckreiz begleitet sind, sollten Sie Ihren Arzt zurate ziehen. Er oder sie kann durch einige einfache, schmerzfreie Tests feststellen, ob es sich um Leberprobleme handelt.

6. Veränderungen des Stuhls

Leberschaden bewirkt häufig mehrfache Änderungen im Stuhlgang. Diese zeigen sich typischerweise in einem der drei Anzeichen: Verstopfung, Reizdarmsyndrom oder Veränderungen der Farbe und Konsistenz des Stuhls. Eines oder mehrere dieser Symptome kann in Patienten auftreten, die an unbemerkten und unbehandelten Lebererkrankungen oder Zirrhose leiden.

Verstopfung ist die Stauung von Stuhlgängen, die sich im Unterbauch verhärten und nur schwierig ausscheiden lassen. Gelegentliche Verstopfung ist nicht ungewöhnlich, wenn sie jedoch chronisch wird, kann dies auf ein Problem hinweisen. Zu den Zeichen und Symptomen eines Reizdarms zählen abwechselnde Episoden von Verstopfung und Durchfall, Bauchschmerzen und regelmäßiger und starker Stuhldrang. Schließlich können Patienten mit Lebererkrankungen Veränderungen im Stuhl feststellen, wie etwa eine ungewöhnlich blasse Farbe, eine dicke, teerartige Konsistenz oder das Vorhandensein von Blut im Stuhlgang.

7. Übelkeit

Verdauungsprobleme, einschließlich Magenverstimmungen und Sodbrennen, können aufgrund von Leberschäden auftreten und selbst zu Brechanfällen führen. Unerklärliches und anhaltendes Erbrechen wird in der Tat als sicherer Hinweis dafür angesehen, dass ein Patient an Leberproblemen leiden könnte. Wenn Erbrechen ohne des Vorhandenseins von Magen- oder Darmbeschwerden auftritt, ist dies ein ernstes medizinisches Problem und sollte gründlich untersucht werden.

Bei Patienten mit Leberschaden entsteht anhaltende Übelkeit aufgrund der verminderten Fähigkeit des Körpers, toxische Substanzen zu verarbeiten und eliminieren, sowie wegen der Veränderungen im Stoffwechsel und in der Verdauung. Viele Menschen missinterpretieren die Grundursache der Übelkeit oder ignorieren sie gänzlich, da dies normalerweise nicht als ernstes medizinisches Problem angesehen wird. Als Faustregel gilt: wenn Sie anhaltende Veränderungen in Ihrer Gesundheit feststellen, egal wie gering diese auch sein mögen, suchen Sie Ihren Arzt auf, um festzustellen, wo das Problem liegt.

8. Appetitverlust

Wenn Leberschäden unbehandelt bleiben, kommt es zu einer Lebererkrankung. Wenn diese für lange Zeit nicht diagnostiziert und behandelt wird, treten zunehmend ernste Krankheitszeichen und Symptome auf. Signifikanter Appetitverlust, der zu dramatischen, rapiden Gewichtsverlust führt, ist eines davon. Dies wird als ein Zeichen einer ziemlich fortgeschrittenen Lebererkrankung angesehen, welche an sich selbst lebensbedrohlich ist, von den vielen anderen möglichen Gesundheitsproblemen abgesehen, die durch Mangelernährung ausgelöst werden können.

Patienten, bei denen schwerer Gewichtsverlust sehr schnell eingetreten ist, fühlen sich oft nicht in der Lage zu essen, oder sie werden so krank, dass sie das Essen nicht bei sich behalten können. In diesen Fällen werden die Ärzte Nährstoffe intravenös verabreichen, um den Zustand des Patienten langsam zu verbessern. Leberschaden, der dieses Stadium erreicht hat, hat in der Regel jedoch eine schlechte Prognose, da das Organ irreparabel ist und eine Transplantation die einzige Hoffnung auf Genesung sein kann.

9. Wassereinlagerungen

Schwere Leberschäden können außerdem Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen, Knöcheln und Füßen hervorrufen, da eine verringerte Leberfunktion die Fähigkeit des Körpers hemmt, Proteine zu produzieren und zirkulieren, was wiederum Durchblutungsstörungen auslöst, welche in den Beinen, Füßen und Knöcheln auftreten, da die Schwerkraft Flüssigkeiten in die unteren Teile des Körpers zieht. Eines der Merkmale der Flüssigkeitsansammlung ist, dass der Abdruck Ihrer Finger einige Sekunden lang bestehen bleibt, wenn Sie auf einen betroffenen Bereich drücken.

Diese Wassereinlagerungen können auch durch eine verringerte Nierenfunktion, welche oft mit schweren Leberschäden einhergeht, ausgelöst oder verschlimmert werden. Zusätzlich zu den Beinen, Füßen und Knöcheln kann Flüssigkeitsansammlung auch im Bauchbereich auftreten. In weniger schweren Fällen können diese Beschwerden mit Diuretika behandelt werden, welche das Harnlassen auslösen und somit überschüssige Körperflüssigkeiten beseitigen. Wenn diese Medikamente nicht ansprechen, können aggressivere Behandlungen wie die chirurgische Flüssigkeitsableitung nötig sein.

10. Erschöpfung

Chronische Müdigkeit, Muskelschwäche, Gedächtnisverlust, Verwirrung und schließlich sogar Koma sind nicht ungewöhnlich, wenn eine geschädigte Leber zu Leberversagen fortschreitet. Forscher haben festgestellt, dass Erschöpfung und Müdigkeit das häufigste Zeichen von Leberschaden sind, und sie haben typischerweise einen erheblichen und schädlichen Einfluss auf die Lebensqualität des Patienten. Leider sind die genauen Ursachen der Müdigkeit und Erschöpfung im Zusammenhang mit Lebererkrankungen nicht vollständig geklärt.

Forscher haben den Verdacht, dass die Hauptursache der von Lebererkrankungen verursachten chronischen Müdigkeit von Veränderungen der Gehirnchemie und der Hormonspiegel hervorgerufen werden, die auf die beeinträchtigte Leberfunktion zurückzuführen sind. Insbesondere können veränderte Werte an Corticotropinen, Serotonin und Noradrenalin die Ursache für den Energieverlust sein. Forschern zufolge werden Müdigkeitssymptome wahrscheinlich auch durch einen allgemeinen Anstieg an toxischen Nebenprodukten im Blut verstärkt, welche die Leber nicht vollständig abbauen kann.

11. Neigung zu Blutergüssen

Wenn die Leber geschädigt ist, wird die Produktion von Proteinen, die für die Blutgerinnung durch die Blutplättchen nötig sind, verlangsamt oder völlig eingestellt. Infolgedessen werden Betroffene bemerken, dass sie leichter bluten oder Blutergüsse bekommen – ein typisches sichtbares Zeichen, dass Ihre Leber Probleme hat.

Die Anfälligkeit für Blutergüsse kann auch von einer Blutkrankheit verursacht werden, die bei Patienten mit Leberschaden mit größerer Wahrscheinlichkeit auftritt. Wenn Sie also feststellen, dass Ihre Haut an mehreren Stellen verfärbt scheint, und sie können sich nicht erklären warum, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.

12. Lebernzephalopathie

Wie bereits erwähnt, können auch Verwirrung und Gedächtnisverlust in Zusammenhang mit Leberschäden auftreten. Diese Symptome sind eine als Leberenzephalopathie bezeichnete Erkrankung, welche eintritt, da die Leber nach Livestrong.com zufolge nicht in der Lage ist, „das Blut normal zu filtern und schädliche Substanzen aus dem Blutkreislauf zu entfernen.“

Infolgedessen können sich „Giftstoffe ansammeln und zum Gehirn gelangen“, was zur oben erwähnten Verwirrung und Gedächtnisverlust führt, wie auch zu „Stimmungsschwankungen, verminderte Urteilsfähigkeit, Orientierungslosigkeit, träger Sprache und Bewegung, Benommenheit und Koma.“ Wenn eines oder mehrere dieser Zeichen und Symptome bei Ihnen auftreten, suchen Sie sofort medizinische Betreuung auf, da diese Erkrankung tödlich sein kann.

13. Übermäßiges Schwitzen

Wenn die Leber geschädigt ist – ob durch Giftstoffe, Krankheit oder eine Erbkrankheit – muss dieses entscheidende Organ härter als sonst arbeiten, um seine regulären Funktionen zu erfüllen. Dies erzeugt vermehrt Wärme, und aufgrund der Größe der Leber strahlt diese Wärme aus und erhöht die Körpertemperatur.

Infolgedessen kommt es häufig zu übermäßigem Schwitzen. Auf diese Weise versucht der Körper, sich abzukühlen. Er versucht auch, so viele wie mögliche Toxine über die Haut auszuscheiden. Dies ist normalerweise die Aufgabe der Leber, aufgrund der Schädigung kann sie dies jedoch nicht effektiv ausführen.

14. Gewichtszunahme und erhöhtes Cholesterin

Da die Leber hauptsächlich für die Fettverbrennung und die Regulation des Stoffwechsels verantwortlich ist, kann bei einer Schädigung oft unerwünschte Gewichtszunahme eintreten. Diese Gewichtszunahme macht sich normalerweise im Bauchbereich bemerkbar und wird oft als Kugelbauch bezeichnet, oder es kann sich eine Fettrolle im Oberbauch bilden, welche ein Zeichen einer Fettleber sein kann.

Leberschaden kann auch zu einem erhöhten Cholesterinspiegel führen, da das Organ nicht genug „gutes“ Cholesterin (HDL) produziert, welches laut LiverDoctor.com „aus der Leber austritt, um das ungesunde Cholesterin (LDL) aus den Blutgefäßwänden zu entfernen.“ Dies führt zu einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle.

15. Keine Symptome

In etwa der Hälfte der Fälle gibt es keine Zeichen und Symptome, die darauf hinweisen, dass die Leber geschädigt ist. Dies kann daran liegen, dass es für das Eintreten der Symptome zu früh ist oder einfach daran, dass die Betroffenen asymptomatisch sind oder nur milde, unspezifische Symptome zeigen (z. B. Müdigkeit, mangelnder Antrieb und Juckreiz). Daher werden die Beschwerden oft als von etwas anderem verursacht abgetan.

Leider bedeutet dies, dass sie keine Behandlung aufsuchen, was zu ernsteren Erkrankungen wie Fibrose, Leberzirrhose, Leberkrebs und Leberversagen führen kann.

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