Anzeichen, die auf ein Schilddrüsenproblem hinweisen können

Während in den USA bei etwa 59 Millionen Menschen die Schilddrüse nicht richtig funktioniert, weiß die große Mehrheit der Betroffenen nicht einmal, dass sie ein Schilddrüsenproblem haben. Wenn die Schilddrüse (die schmetterlingsförmige Drüse im Hals) gestört ist, kann dies jedoch eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen hervorrufen, unter anderem Gewichtszunahme, sexuelle Störungen, Depression, Herzerkrankungen und extreme Müdigkeit. Daher ist es äußerst wichtig, festzustellen, ob Sie eines oder mehrere der folgenden häufigen Symptome aufweisen, die auf eine Schilddrüsenkrankheit hinweisen könnten.

1. Müdigkeit

Erschöpft aufzuwachen, das Gefühl zu haben, dass 8-10 Stunden Schlaf pro Nacht nicht ausreichen oder ohne ein Nickerchen nicht durch den Tag zu kommen, können alle Zeichen eines Schilddrüsenproblems sein. Bei einer überaktiven Schilddrüse (Hyperthyreose) kann auch nächtliche Schlaflosigkeit auftreten, welche während des Tages zur Erschöpfung führt. Die Müdigkeit ist normalerweise zunächst mild, bevor sie an Intensität zunimmt.

Das Hauptmerkmal der von Schilddrüsenproblemen ausgelösten Müdigkeit ist, dass sie nicht gemildert wird, egal, wie lange Sie nachts oder während des Tages schlafen. Die Müdigkeit hindert Sie daran, im Alltag produktiv zu bleiben und ist oft der Grund, warum ein Arzt aufgesucht wird.

2. Gewichtsveränderungen

Wenn Sie jede fett-, kohlehydrat- und kalorienarme Diät mit nur wenig Erfolg beim Abnehmen versucht haben, könnten Sie an Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) leiden. Eine unteraktive Schilddrüse ist, als ob man den Stoffwechsel in Treibsand versinken und bis zur Unwirksamkeit hin verlangsamen würde.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion oder Hyperthyreose können Patienten normalerweise nicht zunehmen, egal, wie viel sie essen. Dies liegt daran, dass eine überaktive Schilddrüse den Stoffwechsel derart beschleunigt, dass der Körper Kalorien wie Raketentreibstoff verbrennt. Viele Patienten erleben dramatischen und unerklärlichen Gewichtsverlust.

3. Muskel- und Gelenkschmerzen

Unerklärliche Schmerzen in den Muskeln und Gelenken (bei geringer oder keiner körperlichen Anstrengung) können symptomatisch für ein Schilddrüsenproblem sein. Diese Schmerzen können intensiv und unerbittlich sein, tägliche Aktivitäten beeinträchtigen und die Fähigkeit der Patienten, für sie bisher gewöhnliche Bewegungen auszuführen, einschränken.

Diese Symptome können sich außerdem als Muskelschwäche äußern, wodurch bestimmte Muskelgruppen plötzlich nicht mehr in der Lage sind, normale Arbeitsbelastungen zu tragen. Manche Patienten bekommen zittrige Hände, was sich stark verschlimmern kann. Schmerzen, Schwellungen und Steifheit können ebenfalls in den Muskeln und Gelenken auftreten.

4. Geschwollener Nacken

Schwellungen im Nacken oder eine sichtbar vergrößerte Schilddrüse, die zu Nackenschmerzen und einer rauen Stimme führen, können auf Schilddrüsenerkrankungen hinweisen. Dieser Zustand ist als „Kropf“ oder „Struma“ bekannt und präsentiert sich typischerweise als lokale Vergrößerung an der Basis des Halses, welche die Haut und das Gewebe, das die Schilddrüse umgibt, beeinträchtigt.

Das Vorhandensein eines Kropfes bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass ein Problem mit der Schilddrüse selbst vorliegt. Diese Art von Schwellung zeigt einfach, dass eine Grunderkrankung vorliegt, die die Größe der Schilddrüse beeinflusst und sie zum Wachsen anregt. Wenn dies ohne andere Symptomen auftritt, lässt sich eine aggressive Behandlung eventuell vermeiden.

5. Haar- und Hautveränderungen

Das Haar und die Haut zeigen oft die ersten Anzeichen eines Schilddrüsenproblems. Zu den Symptomen zählen trockenes Haar, Haarausfall und schuppige oder extrem trockene Haut. Das normale Haarwachstum wird in der Tat von der Schilddrüse reguliert, und Schilddrüsenerkrankungen können sowohl bei Männern als auch bei Frauen zur Glatzenbildung und zum Verlust des Körperhaares führen.

Die Schilddrüse regelt auch die Ausschüttung von Hormonen, die für die Erhaltung einer gesunden Haut wichtig sind. Wenn die Schilddrüse unter- oder überaktiv ist, werden diese Hormone nicht in der richtigen Menge produziert und resultieren in merkbaren Veränderungen der Haut.

6. Darmstörungen

Sowohl Hyperthyreose als auch Hypothyreose können zu Veränderungen der Darmgewohnheiten führen, da beide Krankheiten die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, Nahrung zu verdauen und Abfallprodukte in Form von Exkrementen zu bilden. Patienten mit Hypothyreose haben oft Schwierigkeiten, ihren Darm zu entleeren, was zu chronischer Verstopfung führen kann. Der Stuhlgang kann auch schmerzhaft sein und zusätzliche Probleme wie etwa Hämorrhoiden verursachen.

Für Patienten mit Hyperthyreose können Stuhlgänge häufiger und dringlicher werden, auch Durchfall kann auftreten. Stühle sind oft locker und weisen einen hohen Flüssigkeitsanteil auf, selbst wenn der Patient nicht viel gegessen hat.

7. Menstruationsstörungen

Sowohl eine unter- als auch eine überaktive Schilddrüse kann die Menstruationszyklen von Frauen stören, und wie bei anderen zustandsabhängigen Symptomen hängt die Art der Veränderungen davon ab, ob die Patientin an Hypothyreose oder Hyperthyreose leidet. Frauen mit einer sSchilddrüsenunterfunktion können leichtere als normale Perioden erleben, und sie können auch gänzlich ausfallen.

Andererseits kann eine Schilddrüsenüberfunktion schwerere und länger andauernde Perioden verursachen. Der Zyklus selbst kann sich verkürzen und Zwischenblutungen können auftreten.

8. Depression

Depressionen oder Angststörungen können auf Schilddrüsenerkrankungen hinweisen, wenn auch diese Symptome allein nicht genug sind, um eine Diagnose zu rechtfertigen. Diese psychiatrischen Symptome und Stimmungsschwankungen können allgemein oder akut auftreten. Mit anderen Worten können Patienten langsam in anhaltende Phasen milder bis schwerer Depression sinken, oder sie können unerwartete, plötzliche und intensive Ausbrüche von Symptomen wie etwa Panikattacken erleben.

Stimmungsschwankungen treten häufiger bei einer Schilddrüsenunterfunktion auf. Diese Symptome können von einem Gefühl des allgemeinen Unwohlseins oder von Lethargie, einem Mangel an Konzentrationsfähigkeit oder von geistiger Trägheit begleitet werden.

9. Karpaltunnelsyndrom

Schwäche oder Kribbeln in den Armen, Handgelenken oder Händen kann ein Anzeichen von Karpaltunnelsyndrom sein, welches häufig ein Hinweis einer nicht diagnostizierten Schilddrüsenerkrankung ist. Obwohl eine klinisch signifikante Anzahl an Patienten diese Symptome erfahren, sind sich viele Ärzte und selbst Spezialisten des starken Zusammenhangs zwischen Schilddrüsenproblemen und Karpaltunnelsyndrom nicht bewusst.

Die Behandlung für schilddrüsenbedingtes Karpaltunnelsyndrom ist die gleiche wie für jene Fälle, die durch Überanstrengung oder Verletzungen ausgelöst wurden. Empfohlen werden ergonomische Verbesserungen, Handgelenksstützen, Physiotherapie, spezielle Übungsprogramme und entzündungshemmende Medikamente.

10. Familenanamnese

Wenn es in Ihrer Familie Fälle von Schilddrüsenerkrankungen oder Kröpfen gibt, sind ähnliche Probleme für Sie wahrscheinlicher. Die Erkrankungen scheinen eine starken genetische Komponente aufzuweisen, und Sie sollten besonders wachsam sein, wenn Sie eine nahe weibliche Verwandte haben, die eine Schilddrüsenüber- oder -Unterfunktion entwickelt.

Zusätzliche Risikofaktoren sind eine Familenanamnese von Autoimmunerkrankungen, Alter und Geschlecht. Frauen haben öfter Schilddrüsenprobleme als Männer, und die Mehrzahl der Fälle tritt in Patienten auf, die älter als 50 Jahre alt sind. Schilddrüsenerkrankungen sind außerdem einer der vielen Gründe, warum Sie mit dem Rauchen aufhören sollten, da Studien ergeben haben, dass Raucher beider Geschlechter einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.

11. Nervösität und Ängstlichkeit

Wie bereits erwähnt, können Angststörungen auf mögliche Probleme mit Ihrer Schilddrüse hinweisen. Diese Symptome müssen sich jedoch nicht unbedingt als schwere Anfälle darstellen.

Sie können stattdessen unruhig, nervös oder erregt sein, so als ob Sie zu viel Kaffee getrunken haben. Dies tritt normalerweise bei Hyperthyreose auf, da die Schilddrüse zu viele seiner Hormone produziert, welche dem Körper ständig das Gefühl geben, auf Hochtouren laufen zu müssen. Wenn Sie also seit Kurzem Schwierigkeiten haben, sich zu entspannen, könnte eine überaktive Schilddrüse dafür verantwortlich sein.

12. Herzklopfen

Die eben genannte Angst und Nervosität werden oft von Herzklopfen begleitet, zum Beispiel dem Gefühl, dass das Herz einen Schlag aussetzt oder schneller as gewöhnlich schlägt (medizinisch bekannt als Tachykardie). Diese Gefühle können in der Brust oder am Puls wahrgenommen werden und sind ein Zeichen der übermäßigen Hormonproduktion im Körper, welche bei Hyperthyreose der Fall ist.

Bei Hypothyreose kann jedoch das Gegenteil auftreten. Die Herzfrequenz kann sich verlangsamen, da das Schilddrüsenhormon die Herzrate reguliert. Wenn die Schilddrüse also nicht genügend Hormone produziert, kann das Herz etwa 10 bis 20 Schläge pro Minute langsamer schlagen als gewöhnlich.

13. Brain Fog

Die Fähigkeit des Gehirns, normal zu funktionieren, wird ebenfalls von Schilddrüsenproblemen beeinträchtigt – sowohl von einer Über- als auch einer Unterfunktion. Bei Hypothyreose fühlen sich Patienten oft, als hätten sie „Gehirnnebel“ und sind träger und vergesslicher als sonst.

Umgekehrt haben Patienten mit Hyperthyreose oft Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Dies liegt an der übermäßigen Produktion der Schilddrüsenhormone, welche es schwierig macht, sich zu entspannen und zu konzentrieren, und kann wie schon erwähnt manchmal zu Angstzuständen und Panikattacken führen.

14. Übermäßiges Schwitzen

Wenn plötzlich die Achselgegend Ihrer Kleidung ohne offensichtlichen Grund (etwa wegen körperlicher Verausgabung) ständig nass ist, kann dies ein Zeichen eines Schilddrüsenproblems sein, genauer gesagt, kann es an Hyperthyreose liegen. Es tritt auf, weil überschüssige Schilddrüsenhormone dazu führen, dass die Körperzellen überaktiv sind, was zu einer höheren Körpertemperatur und starkem Schwitzen führt.

Patienten mit Hypothyreose hingegen fühlen sich oft kalt oder haben Schüttelfrost, da bei einer Schilddrüsenunterfunktion die Körperzellen oft weniger Energie verbrennen, und diese Energie gibt dem Körper seine Wärme. Weniger davon bedeutet, dass die Körpertemperatur niedriger als gewöhnlich ist.

15. Probleme mit geringer Libido und Fruchtbarkeit

Ein Schilddrüsenproblem kann auch die Ursache für ein vermindertes Verlangen nach Intimität sein. Bei einer Hypothyreose ist die geringe Libido auf den Mangel an Schilddrüsenhormonen im Körper zurückzuführen, aber auch Symptome wie Energiemangel und Muskel- und Gelenkschmerzen können dazu beitragen.

Neben einer verringerten Libido können Frauen mit Hypothyreose auch Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden, oder sie können oft im Frühstadium der Schwangerschaft Fehlgeburten haben. Dies ist auch bei Frauen mit Hyperthyreose der Fall, da beide Störungen den Eisprung beeinflussen und somit die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und Komplikationen verursachen können.

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